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Polizeiticker Prozess gegen Messerstecher von Gorbitz
Dresden Polizeiticker Prozess gegen Messerstecher von Gorbitz
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08:40 23.08.2018
Der unter anderem wegen Totschlags angeklagte Mann versteckte sich hinter einem Aktenordner. Quelle: Foto: Monika Löffler
Dresden

Abdelmonaam S. ist polizei- und justiz-bekannt. Der 44-Jährige war schon häufig Gast vor Gericht – gelegentlich mit seiner Ex-Lebensgefährtin oder anderen Angeklagten. Diesmal sitzt er allerdings ganz alleine vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts. Bei dem Tunesier war ziemlich viel zusammengekommen – die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag, gefährliche Körperverletzung, Raub, Diebstahl, Bedrohung, Drogenhandel, Sachbeschädigung, Computerbetrug und Verstöße gegen das Gewaltschutzgesetz vor.

Der Angeklagte soll am 24. Oktober vergangenen Jahres in einer Wohnung am Ebereschenweg in Gorbitz mehrmals auf einen 35-Jährigen eingestochen haben. Das Opfer starb drei Tage später im Krankenhaus. Grund, so die Anklage, soll Eifersucht oder ein Streit um ein zuvor geklautes Fahrrad gewesen sein. Abdelmonaam S. war eine Woche auf der Flucht und wurde dann von der Polizei auf einem Balkon in der Südvorstadt gefasst, wo er sich versteckt hatte.

Der Angeklagte scheint schnell ein Messer zu ziehen. Laut Anklage soll er einige Zeit zuvor bereits einem anderen Mann Reizgas ins Gesicht gesprüht und dann zweimal in die Rippen gestochen haben. Zudem wird ihm vorgeworfen hochdosierte Schmerzmittel aus dem Krankenhaus Friedrichstadt geklaut zu haben, um diese zu verkaufen. Ferner soll er seine Ex-Lebensgefährtin verfolgt, bedroht und geschlagen haben, obwohl er sich der Frau nach einem Gerichtsbeschluss nicht nähern durfte. Laut Staatsanwaltschaft habe er ihre Wohnungstür demoliert, Scheiben eingeworfen und ihre EC-Karte gestohlen, mit der er dann Geld abhob. Das Pärchen beschäftigt mit seinem Beziehungsstress Polizei und Gericht schon jahrelang.

„Es wird keine Einlassung geben“, kündigte am Dienstag sein Verteidiger Peter Konzuch an und beschwerte sich lautstark über die Abwesenheit eines Dolmetschers. Einen Übersetzer hatte die Kammer nicht geladen, da der Angeklagte, der seit 1990 in Deutschland lebt, bei allen anderen Verhandlungen oder Haftprüfungsterminen immer erklärt hatte, dass er keinen Dolmetscher braucht, da er der deutschen Sprache mächtig sei. Einmal musste ein bestellter Dolmetscher sogar wieder nach Hause geschickt werden.

Diesmal beharrten der Angeklagte und sein Verteidiger allerdings auf einen Übersetzer. Das steht auch jedem zu, es könnte allerdings auch etwas leiser vorgetragen werden. Der Prozess wird fortgesetzt, zunächst sind zehn weitere Verhandlungstage angesetzt.

Von Monika Löffler

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