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Zahl der Straftaten in Dresden stieg 2016 leicht an

Kriminalstatistik Zahl der Straftaten in Dresden stieg 2016 leicht an

Die Zahl der Straftaten in Dresden ist 2016 um 3,7 Prozent angestiegen. 58.660 Straftaten registrierten die Dresdner Polizisten im vergangenen Jahr, genau 2105 mehr als im vergangenen Jahr, wie die Polizeidirektion Dresden am Donnerstag mitteilte.

Die Zahl der registrierten Straftaten in Dresden ist im vergangenen Jahr leicht angestiegen.
 

Quelle: imago

Dresden. Die Zahl der Straftaten in Dresden ist 2016 um 3,7 Prozent angestiegen. 58.660 Straftaten registrierten die Dresdner Polizisten im vergangenen Jahr, genau 2105 mehr als im vergangenen Jahr, wie die Polizeidirektion Dresden am Donnerstag mitteilte. „Ja, es gibt diesen leichten Anstieg, aber wir bleiben seit Jahren in einem Korridor knapp unter 60 000 Straftaten“, ordnete Polizeipräsident Horst Kretzschmar die Entwicklung bereits am Mittwochabend bei einer öffentlichen Sitzung des Kirminalpräventiven Rates ein. Dresden bleibe unter den deutschen Großstädten eine der sichersten. Sorge bereite ihm vor allem die gestiegene Gewalt. „Da gerade diese Delikte  Einfluss auf das Sicherheitsgefühl haben, werden wir auch zukünftig an Schwerpunktorten offen Präsenz zeigen“, kündigte Kretzschmar an.

Wie hat sich die Aufklärungsquote entwickelt?

Mit rund 32 742 Fällen konnte die Polizei knapp 56 Prozent aller Straftaten aufklären, die Quote stieg um 3,1 Prozentpunkte. Je nach Kriminalitätsbereich variirert die Aufklärungsqote stark. So konnte 2016 genau 30 Prozent aller Diebstahlsdelikte aufgeklärt werden, bei der Drogenkriminalität waren es knapp 93 Prozent.

Wieviele Nichtdeutsche befinden sich unter den Tätern?

Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen sank leicht um 128 auf 16 664, darunter sind 4091 Nichtdeutsche. Damit handelt es sich bei jedem vierten ermittelten Straftäter um einen Ausländer, 2015 war es noch jeder Fünfte. Zuwanderer machen unter allen ausländischen Straftätern 54,7 Prozent aus. Diese Angaben  sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, weil einige wenige für eine Vielzahl von Straftaten verantwortlich sind. „Wir haben etwa 130 Intensivtäter in der Stadt, die polizeibekannt sind und die uns immer wieder begegnen“, sagte Polizeipräsident Kretzschmar. Weil viele von ihnen aus nordafrikanischen Ländern stammten, die in Deutschland abgelehnte Asylbewerber nicht wieder aufnehmen, könnte man sie nicht abschieben. „Dieses Problem muss auf politischer Ebene gelöst werden“, sagte Kretzschmar, der in diesem Zusammenhang ein zweites Problem sieht: „Es dauert zu lange, bis wir die hier lebenden Zuwanderer in Arbeit bringen“, urteilte er. Es gelte, insbesondere einfache Arbeitsstellen zu schaffen, sonst sei gerade für junge Männer der Weg in leichte Straftaten geebnet.

Wie steht es um die Opfer?

Ihre Zahl stieg auf 6711 an, 14,5 Prozent mehr als noch 2015 (5860). Zwei Drittel von ihnen sind Männer. Beim überwiegenden Teil handelt es sich um Erwachsene, von den 1374 minderjährigen Opfern waren 441 Kinder, 394 Jugendliche und 539 Heranwachsende. 355 Opfer einer Straftat waren 60 Jahre alt und älter. Insgesamt entstand den Opfern in finanzieller Schaden von rund 59,5 Millionen Euro, sieben Millionen Euro weniger als noch 2015.

Wie hat sich die Gewaltkriminalität entwickelt?

1410 Fälle bedeuten 186 mehr als noch 2015, ein Anstieg um 15,2 Prozent. Gerade in der Äußeren Neustadt sei diese Zunahmen in den vergangenen Jahren zu spüren, sagte Polizeipräsident Kretzschmar. „Bei unseren Einsätzen an den Wochenenden werden wir dort oftmals mit Formen der Gewalt konfrontiert“, sagte er. Etwas mehr als zwei Drittel der Fälle wurden aufgeklärt, wobei die Polizei 1174 Tatverdächtige ermittelte (2015: 968). Bei 431 der Tatverdächtigen handelt es sich um Ausländer, das entspricht einem Anteil von 36,7 Prozent (2015: 297/30,7 Prozent). 13 Menschen verloren durch Mord oder Totschlag ihr Leben (2015: 19). Mehr als zwei Drittel der Fälle machen sonst gefährliche und schwere Körperverletzungen aus, Raubdelikte haben einen Anteil von 28,5 Prozent.

Ist das nicht nur die Spitze des Eisbergs?

Das kann man so sehen. Denn die Rohheitsdelikte und die Straftaten gegen die persönliche Freiheit haben einen gewaltigen Sprung getan. 5088 Straftaten wurden in dieser Kategorie erfasst, 564 mehr als 2015. Außerdem gab es mit 302 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 44 mehr als nocht 2015. Kretzschmar sieht darin die Auswirkung einer allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung. „Respektlosigkeit ist die Vorstufe der Gewalt“, sagte er. Es gebe eine allgemeine Verrohung in der Gesellschaft, die unter anderen aus der sozialen Ungleichheit, zerrütteten Familien sowie Drogen- und Alkoholmissbrauch resultiere.

Stichwort Drogen: Wie sieht es bei der Rauchgiftkriminalität aus?

Dabei handelt es sich um Verbrechen, die nur in der Statistik auftauchen, wenn die Polizei sich aktiv um ihre Verfolgung kümmert. Drogenabhängige oder -dealer zeigen sich nicht selbst an. 1947 Fälle bedeuten einen leichten Rückgang gegenüber 2015 (2002). Es gab drei Drogentote (2015:10). Knapp 1600 Tatverdächtige hat die Polizei ermittelt, nichtdeutsche Tatverdächtige machen ein Viertel aus. Crystal scheint in Dresden eine abnehmende Rolle zu spielen, zumindest ging die Zahl der Fälle auf 453 zurück (2015: 547). Eine Zunahmen gab es dagegen bei Cannabis. 933 Verstöße sind 34 mehr als 899. Dresdner Polizisten zogen 2016 unter anderem 14,6 Kilogramm Marihuana, 10,5 Kilogramm Haschisch und 1,1 Kilogramm Crystal aus dem Verkehr.

Und gab es die große Einbruchs- und Diebstahlwelle, die vor allem von Aslykritikern prognostiziert wurde?

Nein. Diebstähle aller Art machen mit 43,6 Prozent zwar immer noch den Hauptteil an allen Straftaten aus. Die Fälle sind 2016 jedoch um 1384 auf 25 556 zurück. Besonders deutlich ist der Rückgang bei Diebstählen unter erschwerten Umständen, worunter alle Straftaten fallen, bei denen Diebe Hindernisse, etwa ein geschlossene Fenster oder ein Fahrradschloss, überwinden mussten. Dort sind fast 1200 weniger Fälle zu verzeichnen. Schwerpunkte sind Ladendiebstähle mit 6190 Fällen (2015: 6241), Fahrraddiebstähle mit 3529 Fällen (2015: 4199) sowie Diebstähle aus Kellern, Böden und dergleichen mit 3562 Fällen (2015: 3583). Bei Fahrraddiebstählen beträgt der Rückgang beachtliche 16 Prozent. Außerdem wurden mit 581 genau 50 weniger Autos als noch 2015 gestohlen. Die Anzahl von Diebstählen aus Autos ging um 552 Fälle auf 2426 zurück.

Uwe Hofmann

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