Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Verhandlung am Amtsgericht: Offizier missbraucht betrunkene Kameradin

Situation ausgenutzt Verhandlung am Amtsgericht: Offizier missbraucht betrunkene Kameradin

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, diesem Spruch kann der 28-jährige Angeklagte sicher zustimmen. Er hat sich am frühen Morgen des 10. Februars 2016 innerhalb kürzester Zeit seine Karriere, sein bisheriges Leben und seine Zukunft kaputt gemacht - und das wegen einer ganz blöden Geschichte, die am Dienstag ein juristisches Nachspiel hatte.

Voriger Artikel
Küchenbrand in Dresden
Nächster Artikel
Fahrradfahrer in Dresden bei Unfall verletzt

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe ein.

Quelle: dpa

Dresden. „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, diesem Spruch kann der 28-jährige Angeklagte sicher zustimmen. Er hat sich am frühen Morgen des 10. Februars 2016 innerhalb kürzester Zeit seine Karriere, sein bisheriges Leben und seine Zukunft kaputt gemacht - und das wegen einer ganz blöden Geschichte, die am Dienstag ein juristisches Nachspiel hatte. Der junge Mann musste sich wegen sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen vor dem Amtsgericht verantworten.

Er, ein Kamerad und eine Kameradin, alles Offiziere, die einen Lehrgang an der Heeresoffiziersschule in Dresden absolvierten,waren am späten Abend des Faschingsdienstags in die Stadt gefahren, um zu feiern. Sie landeten zuerst im „Angels“, Dresdens größter Tabledancebar“, tranken einige Bier und vier hochprozentige Cocktails und zogen dann weiter in den „Musikpark“. Auch dort wurde getrunken. Der Kamerad zog in die nächste Disco und der Angeklagte und die Frau blieben zurück. Der 28-Jährige war angetüdert, sie allerdings sturzbetrunken. Den Heimweg hätte sie nicht geschafft. Die junge Frau war völlig orientierungslos, konnte nicht alleine stehen oder laufen und hatte enorme Ausfallerscheinungen.

Der Angeklagte kümmerte sich um sie, organisierte ein Taxi, der Fahrer wollte sie zunächst gar nicht mitnehmen, brachte sie zurück zur Schule und auf ihr Zimmer. Dort duschte er sie kalt ab und brachte sie dann ins Bett. Bis dahin hat er sich vorbildlich benommen. Doch dann tat er etwas Dummes. Er vollzog den Beischlaf mit ihr. Die Schlafende, wachte kurz auf, merkte, dass er auf ihr lag, war dann aber wieder völlig weg und schlief weiter. Das Ganze war nicht geplant und er hatte die Frau auch nicht „abgefüllt“, sie hat freiwillig so viel getrunken. „Es war eine spontane Tat, Sie haben die Situation einfach ausgenutzt“, so der Staatsanwalt.

Am nächsten Tag sprachen sie über die Sache und auch über die „Pille Danach“. Nach einem Telefonat mit einer Freundin und ihrem Freund zeigten sie den 28-Jährigen dann einen Tag später an. Bei der Untersuchung der Frau wurden keine Verletzungen aber die DNA des Angeklagten festgestellt. „Sie war betroffen und völlig durch den Wind“, erinnerte sich ein Oberstleutnant, der sich um die Sache kümmerte. Es kam noch schlimmer, der sexuelle Übergriff hatte Folgen. Sie war schwanger - er der Vater. Das Kind ließ sie abtreiben.

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe ein. Die Beweislage war ja auch erdrückend. Der 28-Jährige hatte sich zuvor noch nie etwas zu Schulden kommen lassen, hatte sich nach dem Abi als Berufssoldat verpflichtet, vier Jahre Maschinenbau studiert und stand kurz vor der Hochzeit – das Opfer übrigens auch. Alles in allem ein solides Leben mit einer guten Zukunft. Damit ist erst einmal Schluss. Der Angeklagte muss sich beruflich neu orientieren. Er wurde inzwischen suspendiert und kann sich seine Offizierskarriere abschminken, genau wie die Pension, die ihn einmal erwartet hätte. Seit Dienstag ist er zudem vorbestraft. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Von Monika Löffler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Dresden
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Dresdner Ordnungsamt. mehr

Die Polizei gibt Tipps, wie sich Mieter und Hausbesitzer besser gegen Einbrecher wappnen können.mehr