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Tschechisches Generalkonsulat mit grüner Farbe beschmiert

Bekennerschreiben nach Farbattacke Tschechisches Generalkonsulat mit grüner Farbe beschmiert

Das Gebäude des Tschechischen Generalkonsulats in der Dresdner Neustadt ist in der Nacht zu Donnerstag beschmiert worden. Bis in den ersten Stock hinauf sind Wände und Fenster mit großen grünen Farbflecken verschmutzt, wie eine Mitarbeiterin der Brücke/Most-Stiftung den DNN mitteilte.

Farbanschlag auf das tschechische Generalkonsulat.
 

Quelle: Brücke/Most-Stiftung

Dresden.  Das Gebäude des Tschechischen Generalkonsulats in der Dresdner Neustadt ist in der Nacht zum Donnerstag Angriffsziel von Vandalen geworden. Vom Erdgeschoss bis zum Dach hinauf sind Wände und Fenster mit großen grünen Farbflecken verschmutzt, wie eine Mitarbeiterin der Brücke/Most-Stiftung den DNN mitteilte. Generalkonsul Jiri Kudela habe die Polizei verständigt.

Beschmutzt wurde auch ein Kunstwerk, das im Vorgarten steht. Es handelt sich um eine Metallskulptur mit dem Titel „Bosocculus - Tschechisch-Deutsches Fenster“. Geschaffen wurde sie gemeinsam von Vladimir Kovarik (Uherske Hradiste / Region Zlin) und Ute Deutz (Berlin). Zitiert wird darin das Ornament eines gotischen Kirchenfensters. Die Skulptur symbolisiert die kulturelle Verbindung der zwei Nachbarländer, zugleich auch den Blick nach Europa. Aufgestellt worden war sie zu Beginn der Tschechisch-Deutschen Kulturtage am 26. Oktober. Stehen soll sie bis zu deren Abschluss am 12. November.

„Ich bin sehr traurig“, sagte Generalkonsul Jiri Kudela. „Weil diese Tat nicht nur Flecken am Gebäude hinterlassen hat, sondern auch auf unserer guten Laune während der Tschechisch-Deutschen Kulturtage.“ Der Schaden sei relativ groß, so Kudela. Aber der könne zum Glück entfernt werden.

Am späten Nachmittag ging in der Redaktion per E-Mail ein anonymes Bekennerschreiben ein. Darin hieß es, „Freund_innen“ des soziokulturellen Zentrums „Klinika“ in Prag „besuchten“ in der Nacht das tschechische Generalkonsulat in Dresden „und markierten es farblich“. Als Grund gaben sie die drohende Räumung des Zentrums durch die Stadt Prag an. Die Echtheit des Schreibens konnte nicht überprüft werden. Ein angehängtes Foto zeigte jedoch eine schwarz gekleidete Gestalt mit roter Mütze in der Dunkelheit vor dem Zaun des Generalkonsulats.

Dem von Detailkenntnis zeugenden Schreiben zufolge hatten „Aktivist_innen“ eine ehemalige Fachklinik im Prager Stadtteil Zizkov besetzt, die seit 2009 leer gestanden habe. Seit 2015 sei das Zentrum Bestandteil eines „transnationalen Netzwerkes zur Unterstützung und Hilfe geflüchteter Menschen“. Nach Räumungen und erneuten Besetzungen habe die Stadt Prag das Gebäude an die staatliche Eisenbahnverwaltungsbehörde (SZDC) übergeben. Diese beabsichtige angeblich, es in den nächsten Tagen räumen zu lassen. Die „Freund_innen und Unterstützer_innen“ erklärten sich solidarisch mit der „Klinika“ und drohten: „Die Räumung wird nicht folgenlos bleiben!“

„Ich hoffe, dass der Vorfall keine Flecken auf der guten Laune der Besucher unserer Tschechisch-Deutschen Kulturtage hinterlässt“, sagte der Generalkonsul. Abgeschlossen wird das Festival am Sonntag, 18 Uhr, in der Kathedrale (Katholische Hofkirche) mit einem tschechisch-deutschen Gottesdienst, geleitet von Heinrich Timmerevers, Bischof des Bistums Dresden-Meißen, und Jan Baxant, Bischof von Litomerice (Leitmeritz). Anschließend, 19.30 Uhr, gibt die Schola Gregoriana Pragensis ein Konzert unter Leitung von David Eben und Jaroslav Tuma an der Orgel.

Von Tomas Gärtner

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