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Staatsanwaltschaft lässt Verdächtige laufen

40-Jährigen in Dresden-Zschachwitz auf das Gleisbett gestoßen Staatsanwaltschaft lässt Verdächtige laufen

Der S-Bahn-Fahrer musste eine Notbremsung einleiten, sonst wäre am Freitagmorgen ein 40-Jähriger vom Zug überrollt. Zwei junge Männer aus Libyen und Marokko sollen den Mann auf die Gleise gestoßen und nicht mehr auf den Bahnsteig gelassen haben. Sie befinden sich auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat keine Haftbefehle beantragt.

Die Tatverdächtigen sind auf freiem Fuß.

Quelle: picture alliance / dpa

Dresden. Die beiden Männer, die am Freitagmorgen einen 40-jährigen Dresdner am Haltepunkt Zschachwitz auf das Bahngleis gestoßen haben sollen, befinden sich auf freiem Fuß. Das teilte Holger Uhlitzsch, Sprecher der Bundespolizei Dresden, den DNN am Sonntag auf Anfrage mit.

Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittele gegen den 23-jährigen Marokkaner und den 27-jährigen Libyer wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr. Aber nicht wegen eines versuchten Kapitaldelikts. Obwohl die Angreifer den 40-Jährigen mit Schlägen und Tritten daran gehindert haben sollen, wieder auf den Bahnsteig zu gelangen. Auch dann noch, als eine S-Bahn einrollte.

Der Lokführer reagierte geistesgegenwärtig und leitete eine Vollbremsung ein. Der Zug kam wenige Meter vor dem 40-Jährigen zum Stehen. „Nach einer Prüfung des Sachverhalts kommt ein versuchtes Kapitalverbrechen nicht in Betracht“, erklärte am Sonntag Oberstaatsanwalt Lorenz Hase, Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, auf DNN-Anfrage. Der Geschädigte habe die Möglichkeit besessen, sich in die andere Richtung über das Nachbargleis in Sicherheit zu bringen. Die Tatverdächtigen hätten den Mann auch nicht kurz vor Einfahrt des Zuges auf die Gleise gestoßen.

Die angetrunkenen Asylbewerber sollen den 40-Jährigen nach Feuer für ihre Zigaretten gefragt haben. Als der Mann, der sich laut Uhlitzsch auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz befunden hat, das Ansinnen abgelehnt hatte, sei er von den jungen Männern mitsamt dem Fahrrad auf die Gleise geworfen worden. Das Opfer habe erklärt, es habe nur von den Schienen herunterkommen wollen und keinen anderen Weg als den auf den Bahnsteig gesehen, so der Sprecher der Bundespolizei. „Der Geschädigte steht nach meiner Einschätzung unter Schock. Er ist massiv von der Gewalttat beeindruckt.“

Die Tatverdächtigen hätten bei ihrer Vernehmung keine Angaben zum Geschehen gemacht und sich auf Erinnerungslücken wegen ihrer Alkoholisierung berufen. Beide Männer sollen bereits Straftaten in Deutschland verübt haben und polizeibekannt sein. „Wir waren froh, dass wir sie durch rasches Handeln stellen konnten. Meist ist es schwierig, bei solchen Vorfällen Tatverdächtige zu finden“, so Uhlitzsch.

Die Ermittlungen würden weiter laufen. So werde die Bundespolizei in dieser Woche das Material aus den Videokameras am Haltepunkt auswerten. Die Beamten würden auch noch auf Zeugen hoffen, die sich im Nachgang melden. So habe sich mindestens eine dritte Person auf dem Bahnsteig befunden und den Vorfall miterlebt. „Wir tun bei den Ermittlungen, was wir können.“

Die Nachricht, dass sich die Tatverdächtigen auf freiem Fuß befinden, stieß am Wochenende im Internet auf überwiegend entsetzte Kommentare. Bei ähnlich gelagerten Straftaten beispielsweise in der Berliner U-Bahn hatte die Staatsanwaltschaft Haftanträge gegen die Tatverdächtigen gestellt, der Ermittlungsrichter hatte jeweils auch Haftbefehle verhängt.

Zeugenhinweise unter der Telefonnummer: 0351/815020

Von Thomas Baumann-Hartwig

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