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Senioren werden besonder häufig Opfer von Betrügern – In Dresden ist Wachsamkeit hoch

„Seien Sie skeptisch“ Senioren werden besonder häufig Opfer von Betrügern – In Dresden ist Wachsamkeit hoch

Ältere Menschen werden etwas seltener Opfer von Straftaten – aber wenn doch, dann sind häufig Betrüger am Werk. Die Mittel zum Zweck: Das Telefon oder die Haustürklingel. Steffen Schmieder, Leiter des Kommissariats 32/Betrug der Dresdner Polizei, erklärt die Maschen.

Erscheint bei einem Anruf die 110 auf dem Display, ist sicher nicht die Polizei am Apparat.
 

Quelle: dpa

Dresden.  Die gute Nachricht zuerst: Ältere Menschen werden etwas seltener Opfer von Straftaten – einfach deshalb, weil sie sich zur Hauptverbrechenszeit, also abends bzw. nachts, häufiger zuhause aufhalten als jüngere Menschen. Nun zur schlechten Nachricht: Senioren sind trotzdem durchaus lohnenswerte Opfer für Kriminelle, denn bei ihnen sind überproportional häufig hohe Geldsummen oder Sachwerte im Haus oder auf der Bank zu finden. Kriminelle überlegen sich ganz spezielle Methoden, wie sie ihre Opfer dort, wo sie sind – nämlich im schützenden Zuhause – bestehlen können. Die Mittel zum Zweck: Das Telefon oder die Haustürklingel. Steffen Schmieder, Leiter des Kommissariats 32/Betrug der Dresdner Polizei, erklärt die Maschen.

Welche Maschen gibt es?

Bekannteste Masche ist der Enkeltrick. Der Betrüger gibt sich als Enkel oder sonstiger Verwandter aus und bittet um Geld für dringende Anschaffungen oder die Begleichung von Schulden. „Die Dresdner sind hier sehr wachsam“, so Schmieder, und gehen dieser Betrugsmasche im Bundesdurchschnitt seltener auf den Leim. Auch der Lederjackentrick – Betrüger bieten minderwertige Produkte zum Kauf an – und Schockanrufe werden versucht, hier fast ausschließlich von Tätern aus Osteuropa. Außerdem geben sich Betrüger auch als Polizisten aus. Dabei erbeuten sie regelmäßig Geld und Sachwerte zwischen 2.000 und 50.000 Euro.

Wie können sich Senioren schützen?

Bester Schutz ist laut Steffen Schmieder die Aufklärung über die Medien. Denn anders als angenommen werden nicht nur Menschen Opfer, die beispielsweise an Demenz leiden, sondern auch ganz „normale“, fitte Senioren. „Die Maschen sind teilweise richtig gut ausgereift“, erklärt Schmieder. Da helfe wirklich nur eine gesunde Portion Misstrauen. Die Polizei und auch andere Behörden fragen niemals nach Bargeld und anderem Vermögen und besitzen auch keine Konten oder Büros im Ausland. Erscheint bei einem Anruf die 110 als Nummer, ist garantiert nicht die Polizei am Telefon. „Holen Sie sich eine zweite Meinung, sprechen Sie mir anderen, seien Sie skeptisch“, so Schmieder.

Was können Angehörige tun?

Auch hier ist die Aufklärung der wichtigste Punkt, das Gespräch mit den Angehörige über solche Betrugsmaschen hilft dabei, sich an das Vorgehen zu erinnern. Insbesondere wenn der Angehörige bereits Zeichen von Altersvergesslichkeit oder Demenz zeigt, ist es außerdem angebracht, die Finanzen „sicher“ zu regeln. Das bedeutet, dass Vertrauenspersonen die Konten, Daten und Abläufe überwachen und gegebenenfalls autorisieren.

Was tun, wenn der Betrug bereits passiert ist?

Laut Schmieder ist die Dunkelziffer sehr, sehr hoch. Viele Betroffene bemerken den Betrug erst Wochen oder gar Monate später. Andere melden sich aus Scham nicht bei den Behörden, dabei ist dies der erste und wichtigste Schritt, um eventuell etwas vom gestohlenen Hab und Gut wieder zu bekommen.

Von Sebastian Burkhardt/Franziska Schmieder

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