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Senioren geprellt – Pole vor Gericht

Miese Abzocke Senioren geprellt – Pole vor Gericht

Mit üblen Tricks hat eine Gang aus Polen alte Menschen in und um Dresden abgezockt. Sie haben den Senioren am Telefon vorgelogen, deren Kinder würden im Ausland im Krankenhaus liegen und Geld benötigen. Als angebliche Polizeiamte holten sie schließlich EC-Karte, Pin und hohe Barbeträge bei den Rentnern ab. Seit Dienstag steht einer der Täter in Dresden vor Gericht.

Weil er als Mitglied einer Gang alte Menschen geprellt hat, steht seit Dienstag der Pole Jakub B. in Dresden vor Gericht.

Quelle: dpa

Dresden. Gauner scheinen unerschöpflich kreativ zu sein, wenn es darum geht, alte Leute um ihr Erspartes zu bringen. Sie nutzen die Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft der Senioren gnadenlos aus, ebenso deren Sorge um die Gesundheit und das Wohlergehen ihrer Familie. Oftmals agieren die Banden vom Ausland aus, so ist es schwierig ihrer hier habhaft zu werden.

Jakub B. gehört zu einer polnischen Gang, die bevorzugt alte Damen dazu bringt, ihr Bargeld nebst EC-Karte und Pin herauszugeben, um so den angeblich verunglückten Kindern zu helfen. Wegen Betruges muss sich Jakub B. derzeit vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.

Das Vorgehen der Bande war immer ähnlich. Die alten Herrschaften – zwischen 67 und 92 Jahren alt und oft schon gebrechlich – erhielten einen Anruf von einem angeblichen Verkehrspolizisten, der ihnen in perfektem Deutsch erklärte, dass ihr Sohn oder Bruder einen Unfall verschuldet habe und verletzt im Krankenhaus liege. Er habe sich aber mit dem Unfallgegner geeinigt, dass gegen Zahlung von Bargeld in Höhe zwischen 1000 bis 2000 Euro die Sache geregelt werden könne. Da der Sohn dies momentan nicht tun könne, sollen sie das übernehmen.

Die Ganoven fragten bei ihren Telefonaten die alten Damen nach Details aus, ohne dass diese das bemerkten. Durch den Anruf total aufgeregt, verwirrt und um die Gesundheit ihrer Lieben besorgt, versprachen sie zu helfen und alles Bargeld, das sie im Haus hatten, sowie den Rest vom Konto zu liefern.

Ein Kollege, so der vermeintliche Polizist, werden das Bargeld sowie EC-Karte und Pin abholen, den fehlenden Betrag vom Konto abheben und die Karte zurückbringen. Die alten Damen taten, was man von ihnen verlangte und übergaben alles an den ihnen völlig unbekannten Mann, der bei ihnen klingelte. Der, so glaubten sie, war ja schließlich von der Polizei. War er leider nicht – auch wenn sich Jakub B. , denn er war der Bote, gelegentlich so verkleidete.

Das böse Erwachen kam hinterher. „Als ich dem Mann alles übergeben hatte, rief ich meine Tochter an und sagte, dass Frank einen Unfall hatte“, erzählte eine 81-Jährige. „Die sagte mir, dass das nicht stimmen könne. Sie habe vor fünf Minuten mit ihm gesprochen, der sitze zu Hause auf der Couch.“ 1300 Euro hat die Rentnerin eingebüßt. Sie rief die Polizei, diesmal die echten Beamten.

Andere Geschädigte zahlten noch mehr von ihrem sauer ersparten Geld. Alles aus Sorge um ihre Kinder. „Ich bin pflegebedürftig, sie sind doch das Einzige was ich noch habe“, sagte eine 85-Jährige am Rande des Prozesses. Die alten Damen sind noch heute völlig aufgeregt. „Ich habe versucht, das alles zu verdrängen, aber jetzt ist es wieder da.“

Der Angeklagte ließ sich gegenüber den Richtern in einigen Fällen vage ein, machte sonst aber von seinem Schweigerecht Gebrauch. Er erzählte die übliche Story: Ein Landsmann, Namen kenne er nicht, Nullachtfünfzehn-Personenbeschreibung, habe ihn angesprochen, ob er nicht eine leichte Reisetätigkeit übernehmen wolle. „Das habe ich gemacht. Ich habe nicht gewusst, worum es ging, sondern die Sachen nur abgeholt – aber ich dachte schon, dass da etwas nicht stimmen kann.“ Ach nee!

Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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