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Pegida und AfD: „Double Feature“ mit Widersprüchen

Schulterschluss mit Fragezeichen Pegida und AfD: „Double Feature“ mit Widersprüchen

Pegida und die Alternative für Deutschland rücken zusammen – zumindest nach Lesart der „Patriotischen Europäer“. Diese sprachen am Montagabend vor laut „Durchgezählt“ rund 2200 bis 2240 Menschen durchweg von einem gemeinsamen Event und bezichtigten dabei sogar indirekt Joachim Keiler, Sprecher des Dresdner AfD-Kreisverbandes, der Lüge.

Pegida am 8. Mai

Quelle: DNN

Dresden. Pegida und die Alternative für Deutschland rücken zusammen – zumindest nach Lesart der „Patriotischen Europäer“. Diese sprachen am Montagabend vor laut „Durchgezählt“ rund 2200 bis 2240 Menschen durchweg von einem gemeinsamen Event und bezichtigten dabei sogar indirekt Joachim Keiler, Sprecher des Dresdner AfD-Kreisverbandes, der Lüge. Der hatte gegenüber „ Tag24“ im Vorfeld klargestellt, dass es sich bei der AfD-Kundgebung um eine eigenständige Versammlung handelt, was Pegida die üblichen Beschimpfungen in Richtung „Lügenpresse“ wert war.

Pegida, AfD und die Gegendemos am 8. Mai 2017. Unsere Fotografen waren auf dem Neumarkt mit dabei.

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Doch auch vor Ort widersprach am Montag die AfD Pegida. Egbert Ermer, Vorstandsmitglied des AfD-Kreisverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, sprach zwar von „unseren Freunden der Pegida“, sagte aber auch: „Jetzt heißt es, Pegida und die AfD machen gemeinsame Sache. Dem ist nicht so. Pegida ist und bleibt eine Bürgerbewegung und wir sind eine Partei. Wir gehen auf einer Straße, aber auf getrennten Spuren.“

Auf dem Neumarkt waren die Spuren aber zumindest deckungsgleich. Pegida hatte nach dem üblichen Muster begonnen. Nach der Demo wurde aber sofort an die AfD übergeben, die nahtlos fortfuhr. Beide Versammlungen hatten zwar unterschiedliche Bühnen, die keine fünf Meter auseinander standen, teilten sich jedoch Lautsprecheranlage und Ordner. Und als die AfD nach kaum einer halben Stunde fertig war, wurde zur Nationalhymne wieder zurück zu Pegida übergeben.

Die AfD hatte sich lange gegen gemeinsame Veranstaltungen mit Pegida gewehrt. Vor allem Frauke Petry hatte immer versucht, ihre Partei von Pegida abzugrenzen. Die Parteivorsitzende war mit ihrem Kurs zuletzt aber immer wieder gescheitert, sowohl ihr sächsischer Landesverband als auch der Bundesparteitag hatten sich gegen eine Abgrenzung ausgesprochen. Die Kundgebung am Montag dürfte damit auch das endgültige Scheitern von Petrys Strategie darstellen.

Inhaltlich brachte der Demo-Abend einmal mehr nichts Neues. AfD wie Pegida rufen längst vor allem dazu auf, bis zur Bundestagswahl durchzuhalten. Die Reden gerade bei Pegida waren dabei an diesem Abend deutlich zahmer als gewöhnlich.

An zwei Kundgebungen gegen AfD und Pegida nahmen laut „Durchgezählt“ rund 120 bis 170 Menschen teil. Es gab einmal mehr die üblichen Schubsereien, Beleidigungen und Provokationen. Wie schon am 1. Mai setzten sich erneut rund zehn Menschen des linken Lagers mitten vor die Bühnen, blieben dabei erneut ruhig. Als sie während des Pegida-Laufs gingen, waren Forderungen nach einem „Arbeitslager“ noch die netteren Abschiedsworte.

Die zahlenmäßig größere Gegenkundgebung der Gruppe „Nope“ hatte vor dem Verkehrsmuseum kurzzeitig Besuch des Anti-Nazi-Projektes „Storch Heinar“ aus Mecklenburg-Vorpommern. Der kurze Storchen-Auftritt lockte auch rund 20 ältere Pegida-Anhänger an, die unbehelligt von der Polizei auf Tuchfühlung mit Nope gehen wollten. Erst als einer der älteren Herren an einem Transparent zog, griffen die Beamten ein und stellten einen Sicherheitsabstand her. Doch trotz gegenteiliger Bitte der Nope-Versammlungsleitung konnten die Pegida-Fans auf der Kundgebungsfläche von Nope verweilen, bis sie freiwillig abzogen.

In der kommenden Woche will Pegida wieder auf die Straße gehen.

DNN

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