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Kradfahrer am Auto mitgeschleift

Eskalation auf der Straße Kradfahrer am Auto mitgeschleift

Weil er einen Motorradfahrer, der ihn beim kurzen Stop auf der Straße wegen seiner rüpelhaften Fahrweise zur Rede stellen wollte, beim Losfahren meterweit mitschleifte und verletzte, musste sich Peugeotfahrer Daniel W. in Dresden vor Gericht verantworten.

Ein Dresdner Gericht musste klären, wie umfangreich es einen Peugeotfahrer bestraft, der einen Kradfahrer mit seinem Auto mitgeschleift hatte.

Quelle: dpa

Dresden. Wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung musste sich Daniel W. am Dienstag vor dem Amtsgericht verantworten. Der 44-Jährige soll mit seinem Peugeot auf der Südhöhe einem Motorradfahrer zunächst die Vorfahrt genommen, ihn dann ausgebremst und schließlich verfolgt haben.

Als der Angeklagte verkehrsbedingt anhielt, wollte ihn der Krad-Fahrer zur Rede stellen. Er beugte sich durch das geöffnete Beifahrerfenster, doch plötzlich soll Daniel W. Gas gegeben und den Mann eiskalt mitgeschleift haben. Enrico L. war zwei Wochen krank.

Sowohl der Kradfahrer wie auch Daniel W. riefen nach der Attacke die Polizei. Denn auch der Angeklagte fühlte sich offenbar bedroht. Er habe das Krad beim Abbiegen nicht gesehen, sagte der Peugeotfahrer. Dann habe ihn das Motorrad überholt. Der Fahrer habe gegen das Auto getreten und gegen den Spiegel geschlagen. „Erst wollte ich ihn anzeigen, bin hinterher, aber er war so aggressiv, da hatte ich Angst.“ Als Enrico L. schließlich angelaufen kam, habe er Panik bekommen und sei losgefahren. „Ich habe nicht bemerkt, dass er am Wagen hing, erst als ich die Schreie hörte.“

Dass man nicht merkt, wenn ein kräftiger Mann an einem kleinen Auto hängt, ist seltsam, ebenso seltsam aber ist, dass der nicht einfach losließ. Hier wollte wohl jeder den anderen eisen belehren.

Zeugenaussagen brachten wenig Konkretes, jeder hat etwas anderes gesehen. Das Verfahren gegen Daniel W. wurde gegen die Zahlung von 1300 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung eingestellt. Schmerzensgeld war Enrico L. schon zugesprochen worden.

Von Monika Löffler

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