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Freispruch: 43-Jähriger vergriff sich nicht an Behinderter

Sozialpädagogin urteilte voreilig Freispruch: 43-Jähriger vergriff sich nicht an Behinderter

"Der Angeklagte wird freigesprochen", verkündete Richterin Susanne Halt. Der Erleichterungsseufzer des Mannes war deutlich zu hören. Der 43-Jährige stand wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Er soll eine geistig behinderte 14-Jährige unsittlich berührt haben. Auch der Vater bezweifelte die Tat.

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"Der Angeklagte wird freigesprochen", verkündete Richterin Susanne Halt.

Quelle: dpa

Dresden. "Der Angeklagte wird freigesprochen", verkündete Richterin Susanne Halt. Der Erleichterungsseufzer des Mannes war deutlich zu hören. Der 43-Jährige stand wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Er soll 2014 in der Wohnung eines Bekannten dessen geistig behinderter Tochter an die Brüste und in den Intimbereich gefasst haben. Das Mädchen, nennen wir sie Eva, hatte zwar den Körperbau einer 15-Jährigen aber den geistigen Entwicklungsstand einer Siebenjährigen. So sprach sie keine Sätze, sondern meist nur ein, zwei Worte.

Der Angeklagte wies die Vorwürfe zurück. Er sei dort gewesen, der Vater hätte seinen Rechner repariert, sagte er. Eva lag im Schlafanzug unter einer Decke auf der Couch und der Vater werkelte nebenan. "Ich habe mir ihr ferngesehen und ein Buch angeschaut. Es war richtig lustig, ich habe sie durch die Decke gekrabbelt und sie hat gelacht. Vielleicht habe ich sie dabei aus Versehen an der Brust berührt, das war keine Absicht. Am Intimbereich war ich gar nicht." Evas Vater bestätigte dies: "Die Tür war immer offen, ich hörte die beiden lachen und war auch gelegentlich bei ihnen. Mir ist nichts aufgefallen. Ich kann das nicht glauben."

Eva lebt in der Woche in einer WG für behinderte Kinder. Als ihr Vater sie zurück brachte, fragte eine Betreuerin nach dem Wochenende. Sie erzählte im Rahmen ihrer Fähigkeiten davon und dass sie ein Mann angefasst habe. Für die Sozialpädagogin stand - wohl etwas voreilig - fest: Das war sexueller Missbrauch. Eva wurde von weiteren Personen befragt, was schwierig war, da sie sich nicht richtig artikulieren konnte. "Man hat andere Möglichkeiten ausgeschlossen, nur in eine Richtung Suggestivfragen mit Vorgaben gestellt und sie sagte dann, ohne die Zusammenhänge zu begreifen, ja, um den anderen entgegen zu kommen", so die Gutachterin.

Fast zwei Jahre musste der 43-Jährige mit dem Vorwurf leben - eine unglückliche Verquickung der Umstände. Absichtlich wollte ihm sicher keiner schaden - weder die Betreuerinnen und schon gar nicht Eva. Schuld haben die, die Kinder missbrauchen und dadurch andere Leute so sehr sensibilisieren, dass die, zum Wohl des Kindes, auch einmal übers Ziel hinausschießen.

Monika Löffler

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