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Fielen wirklich Schüsse vorm Club Mensa in Dresden?

Gerichtsverhandlung Fielen wirklich Schüsse vorm Club Mensa in Dresden?

Am 31. Mai 2015 wurden Beamte zum Club Mensa gerufen, weil da bei einer Auseinandersetzung Schüsse aus einer Schreckschusspistole gefallen sein sollen. Die Waffe gehörte einem der Gäste des Clubs, der bestreitet, abgedrückt zu haben. „Ich hatte das Gefühl, dass er die Tragweite der Sache gar nicht erkannt hat“, sagte ein Polizeibeamter.

Am 31. Mai 2015 wurden Beamte zum Club Mensa gerufen, weil da bei einer Auseinandersetzung Schüsse aus einer Schreckschusspistole gefallen sein sollen. (Symbolbild)
 

Quelle: dpa

Dresden.  Die Polizei gibt häufig ein Gastspiel im und vor allem vor dem Club Mensa auf der Reichenbachstraße. Wenn reichlich Alkohol im Spiel ist, wird da schnell mal gestritten oder gehauen. Am 31. Mai 2015 wurde die Beamten gerufen, weil da bei einer Auseinandersetzung Schüsse aus einer Schreckschusspistole gefallen sein sollen. Die Waffe gehörte einem der Gäste des Clubs. „Ich hatte das Gefühl, dass er die Tragweite der Sache gar nicht erkannt hat und nicht wusste was auf ihn zukommt. Er wollte immer ein Strafgeld zahlen“, sagte am Mittwoch ein Polizeibeamter über den 26-Jährigen. Inzwischen dürfte der begriffen haben, was für einen Mist er gebaut hat. Wegen gefährlicher Körperverletzung muss er sich derzeit vor dem Amtsgericht verantworten, zum ersten Mal in seinem Leben. Er war entsprechend nervös und aufgeregt.

Die Anklage hat es aber auch in sich. Der Angeklagte soll vor dem Club einen jungen Mann aus nächster Nähe mit einer Schreckschusspistole attackiert haben. Er habe ihm die Mündung der Waffe auf das rechte Auge gedrückt und dann abgefeuert, hatte das Opfer bei seiner Polizeivernehmung gesagt. Er erlitt zwei blutende Platzwunden am Auge. Der Angeklagte räumte ein, mit der Waffe auf den anderen zugegangen zu sein, die Schüsse wies er zurück. Hintergrund sei eine Auseinandersetzung zwischen dem Opfer, der sich schon im Club daneben benommen habe, und einer guten Freundin gewesen, erinnerte sich der 26-Jährige. „Um ihr zu helfen, habe ich die Pistole aus dem Auto geholt.“ Kindische Drohgebärde à la James Bond.

Die Pistole habe sich ihr Mandant besorgt, da er zwei Wochen zuvor selbst Opfer einer Straftat geworden war, erklärte seine Anwältin. Man hatte ihn böse zusammengeschlagen und dabei das Nasenbein gebrochen, so dass er eine Nasenklammer tragen musste. Als er vom Opfer einen schmerzhaften Schlag auf die kaputte Nase erhielt, kam es zu einer Rangelei, beide gingen zu Boden und balgten sich. „Ich kann ihm dabei mit der Waffe oder der Faust ins Auge gestoßen haben“, räumte der Angeklagte ein. „Aber ich habe definitiv nicht geschossen. Sie war gar nicht geladen.“ Er habe nur Eindruck schinden wollen.

Schmauchspuren konnte die Polizei nicht feststellen und so richtig gehört oder gesehen hat die Schüsse auch niemand außer dem Opfer. „Dreimal wurde geschossen, ich habe Blitze und Mündungsfeuer gesehen“, hatte er bei der Polizei angegeben. Stimmt das, hat er übertrieben oder sogar bewusst gelogen? Das konnte am Mittwoch nicht geklärt werden. Das Opfer war nicht zur Verhandlung erschienen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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