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Feuerwehrsprecher: „Der Notruf wird manchmal zu spät abgesetzt“

Was tun wenns brennt? Feuerwehrsprecher: „Der Notruf wird manchmal zu spät abgesetzt“

Wenn es brennt, versuchen viele oft zuerst, den Brand selbst zu löschen. „Doch so bringen sie sich in Gefahr. Der Notruf wird oft spät, manchmal zu spät abgesetzt“, weiß Dresdens Feuerwehrsprecher.

Feuerwehrsprecher Ralf Schröder.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Wenn man in Dresden die 112 wählt und die Feuerwehr um Hilfe ruft, weil es brennt - wie schnell hat man jemanden am Telefon? Und wie schnell sind die Kameraden im Schnitt vor Ort? Wird jetzt wieder eine Statistik diesbezüglich geführt?

Wenn man den Notruf 112 wählt – egal, ob es sich um einen Brand oder einen Notfall handelt – dauert es wenige Sekunden, bis sich ein Disponent in der Integrierten Regionalleitstelle Dresden meldet. Vorher ertönt eine kurze Bandansage mit dem Hinweis, dass man mit der Notrufnummer 112 in Dresden verbunden wird. Nach Aufnahme des Notrufes durch den Disponenten erfolgt die Alarmierung der entsprechenden Kräfte der Berufsfeuerwehr oder der Freiwilligen Feuerwehr Dresden. Je nach örtlichen Gegebenheiten dauert es dann in der Regel maximal zwölf Minuten, bis die ersten Einsatzkräfte vor Ort sind. Bei Bedarf können die Ausrückzeiten und die allgemeinen Einsatzzeiten ausgewertet werden, was in regelmäßigen Abständen auch gemacht wird.

Wie ist die Hilfsfrist für Feuerwehren in Dresden? Unterscheidet die sich vom Rettungsdienst?

Grundsätzlich setzt sich die Hilfsfrist aus der Dispositionszeit, der Ausrückezeit und Fahrzeit bis zum Einsatzort zusammen. Im Rettungsdienst beträgt diese Hilfsfrist laut Sächsischer Landesrettungsdienstplanverordnung zwölf Minuten. Im Bereich des Brandschutzes gibt es keine verpflichtenden Vorgaben seitens des Gesetzgebers. Im Brandschutzbedarfsplan der Landeshauptstadt Dresden ist aber das Ziel verankert, bei einem kritischen Wohnungsbrand im Innenstadtbereich sowie Stadtgebieten mit erhöhter Konzentration baulicher Anlagen eine Hilfsfrist von ebenfalls zwölf Minuten sicherzustellen.

Zu wie vielen Bränden musste die Dresdner Feuerwehr in diesem Jahr bereits ausrücken? Sind das mehr oder weniger als zum Vergleichszeitraum des Vorjahres?

In den vergangenen zehn Monaten ist die Feuerwehr Dresden zu 615 Bränden ausgerückt, wobei 5 Großbrände und 32 Mittelbrände zu löschen waren. Im Vergleichszeitraum 2016 betrug die Gesamtzahl der Brände 716.

Wie hat sich die Zahl der Brände in der Stadt Dresden in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Die Zahl der Brände ist seit vielen Jahren rückläufig. Seit der Wende hat sie sich nahezu halbiert. Das hat damit zu tun, dass kaum noch mit Kohle geheizt wird und nicht mehr so viele Mülltonnen brennen. Der Hauptschwerpunkt der Tätigkeiten der Feuerwehren hat sich im Laufe der Zeit auf Technische Hilfeleistungen verlagert.

Wenn es in der Wohnung, im Haus oder auf dem Grundstück brennt, was sollte man in welcher Reihenfolge tun?

Auf jeden Fall Ruhe bewahren und besonnen handeln. Wichtig ist, so schnell wie möglich die Feuerwehr über den Notruf 112 zu alarmieren. Man sollte möglichst alle Türen hinter sich schließen, um die Ausbreitung von Rauch und Feuer zu verhindern. Dann ist es wichtig, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen und sich selber in Sicherheit zu bringen. Sollte ein Aufzug vorhanden sein, diesen auf keinen Fall nutzen. Er könnte zur tödlichen Falle werden. Ist das Treppenhaus verraucht – unbedingt die Wohnungstür geschlossen halten. Am besten am Fenster auf sich aufmerksam machen und auf die Feuerwehr warten. Wer im Freien die Feuerwehr in Empfang nimmt, sollte den Kameradinnen und Kameraden wenn nötig die Zugänge zum Brandobjekt zeigen und gegebenenfalls den Haustürschüssel parat haben. Wenn wir erst Türen aufbrechen müssen, kostet das wieder Zeit.

Was machen Menschen aus Ihrer Erfahrung heraus oft falsch, wenn es brennt?

Sie versuchen sehr oft zuerst, den Brand selbst zu löschen. So bringen sie sich in Gefahr. Der Notruf wird oft spät, manchmal zu spät abgesetzt. Wenn der Treppenraum oder der Flur vor der eigenen Wohnung verraucht ist, dann sollte man nicht versuchen, durch den verrauchten Bereich zu fliehen.

Sollte jeder einen Feuerlöscher in der Wohnung haben? Und wenn ja - mit welchem Löschmittel? Was ist nicht zu empfehlen?

Je mehr Löschmittel im Haushalt vorhanden sind, um so besser. Der Pulverlöscher und der Wasserlöscher sind die geeignetsten Feuerlöscher für den Wohnbereich. In der Not hilft auch ein griffbereiter Eimer mit Wasser.

Seit 1. Januar 2016 gibt es in Sachsen laut Bauordnung die Pflicht, in Neubauten Rauchmelder zu installieren. Bei Häusern, deren Baubeginn vor dem 31.12.2015 lag, ist dies nicht der Fall. Wie sehen Sie das aus Ihrer Erfahrung heraus?

Rauchmelder sind Lebensretter. Rauchmelder in Wohnungen oder allgemein in Gebäuden, egal welches Baujahr, warnen vor Bränden schon in der Entstehungsphase. Somit wird die Zeit der Erkennung eines Brandes maßgeblich reduziert und die Alarmierung der Feuerwehr erfolgt frühzeitig. Auch ohne eine gesetzliche Pflicht sollte man seine Wohnung mit Rauchmeldern ausstatten.

Von Catrin Steinbach

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