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Dresdner Polizei räumte Diebeslager mit über 1000 Gegenständen

Größter Fund von Diebesgut Dresdner Polizei räumte Diebeslager mit über 1000 Gegenständen

Von Zeit zu Zeit geht der Polizei bekanntlich ein besonders dicker Fisch ins Netz. Was das Kommissariat 21 – das Einbruchskommissariat – jedoch im Februar ausfindig gemacht hatte, versetzte selbst alteingesessene Beamte in Staunen: Ein Lager mit über 1000 Einzelgegenständen bedeutete den größten Fund von Diebesgut, den die Dresdner Polizei je gemacht hat.

Die rund 20 Schusswaffen haben die Täter im September 2015 aus einem Geschäft in der Altstadt erbeutet.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Von Zeit zu Zeit geht der Polizei bekanntlich ein besonders dicker Fisch ins Netz. Was das Kommissariat 21 – das Einbruchskommissariat – jedoch im Februar ausfindig gemacht hatte, versetzte selbst alteingesessene Beamte in Staunen: Ein Lager mit über 1000 Einzelgegenständen bedeutete den größten Fund von Diebesgut, den die Dresdner Polizei je gemacht hat. „Ich bin seit 1992 in diesem Kommissariat“, so der Erste Kriminalhauptkommissar Jürgen Leistner, „aber so etwas haben weder ich noch meine Kollegen je gesehen. Als wir die Tür zu diesem Lager geöffnet haben, war es einfach spektakulär.“

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Dresdner Polizei räumte Lager mit über 1000 Gegenständen

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Die Halle in der Meschwitzstraße im Dresdner Norden war voll mit gestohlenen Waren, die der Dieb über Jahre hinweg angehäuft hatte. Diese gehen von Motorrädern, Fahrrädern, Möbelstücken, Gartenwerkzeug und Unterhaltungselektronik, über hochwertige Kleidung, Münz- und Briefmarkensammlungen, Schmuck und Gemälde, bis hin zu einem Golfset, Waffen, einem Segway, einer E-Gitarre, Heizpilzen und einem mit Blattgold verzierten Ofen.

Kriminalhauptkommissar Jürgen Leistner

Kriminalhauptkommissar Jürgen Leistner

Quelle: Dietrich Flechtner

„Wir haben allein zwei Tage gebraucht, um das Lager zu räumen“, so Leistner, „und dann sind wir selbst an die Grenzen unser Lagerkapazität gekommen.“ Zurzeit kann ein Teil des Diebesguts rund 30 Taten zugeordnet werden, die bis ins Jahr 2013 zurückreichen. Der Wert liegt allein hier bei 340.000 Euro. „Wir stehen allerdings noch am Anfang der Ermittlungen. Wir gehen davon aus, dass der Rest der Ware ebenfalls einen Wert von mehreren Hunderttausend Euro hat.“ So steht im Lager der Polizei hochwertige Unterhaltungselektronik wie Lautsprecher, Plattenspieler oder Röhrenverstärker, die zum Teil jeweils mehrere Tausend Euro wert sind. Auch eines der Fahrräder kommt auf einen Neupreis von stolzen 12.000 Euro.

Auf den fleißigen Dieb – einen 33-jährigen Dresdner – ist man im Januar aufmerksam geworden, als man ihm mit seinem 36-jährigen Komplizen in einem gestohlenen Audi Q5 stellte. Der Mann war kein Unbekannter. Seit 1997 war er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten, meist in Form von Diebstählen. Die beiden Männer, die keinem geregelten Beruf nachgingen und ihren teuren Lebensstil augenscheinlich durch den Verkauf von Diebesgut finanzierten, sitzen nun ebenso in Untersuchungshaft, genauso die 28-jährige Lebensgefährtin des Haupttäters, die offenbar beim Verkauf des Diebesgut half.

„Die Ware wurde wahrscheinlich übers Internet abgesetzt“, mutmaßt Leistner, „aber wo und wie genau das vonstatten ging, wird noch ermittelt. Ebenso vermuten wir, dass wir es hier mit einer Diebesbande zu tun haben, aber auch dazu wissen wir noch nichts Genaueres.“ Zurzeit sei man vorrangig damit beschäftigt, das Diebesgut zu listen und ungeklärten Fällen der letzten Jahre zuzuordnen. Zum Teil, wie etwa im Falle der Motorräder, sei es auch schon wieder an ihre rechtmäßigen Besitzer übergeben worden.

Augenscheinlich hatte der Dieb kein bestimmtes Profil, was seine potenziellen Opfer anging, sondern stieg überall ein, wo es ihm möglich war, und stahl alles von Wert. Ob Einfamilienhäuser, Geschäfts- oder Verkaufsräume sowie Firmeneinrichtungen – nichts war vor ihm sicher. So stammen Kleidungsstücke im Gesamtwert von 50.000 Euro aus einem Einbruch in eine Boutique in der Neustadt im Oktober 2015. Die rund 20 Schusswaffen haben die Täter im September 2015 aus einem Geschäft in der Altstadt erbeutet. Blattgold im Wert von mehreren Tausend Euro wurde vergangenen November aus einer Manufaktur in der Dohnaer Straße gestohlen.

Von Gerrit Menk

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