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Dresden ist keine „Drogenstadt“ – Polizei-Statistik gibt keinen Grund zur Beunruhigung

SPD-Infoabend Dresden ist keine „Drogenstadt“ – Polizei-Statistik gibt keinen Grund zur Beunruhigung

„Dresden auf dem Weg zur Drogenstadt?“ – mit dieser „zugegeben provokanten Frage“ hatte die Dresdner SPD-Stadtratsfraktion zu einem Info-Abend geladen. Diskutiert wurde sachlich.

Quelle: sl

Dresden.  „Dresden auf dem Weg zur Drogenstadt?“ – mit dieser „zugegeben provokanten Frage“ hatte die Dresdner SPD-Stadtratsfraktion zu einem Info-Abend ins Stadtmuseum geladen, wie Fraktionschef Christian Avenarius einräumt. Diskutiert wurde dann aber sachlich. Das Podium, auf dem neben dem Oberstaatsanwalt Avenarius auch Kriminaldirektor Detlef Lenk sowie die Lehrerin Luisa Ertel und die Schulsozialpädagogin Anna Solovyova, die beide am privaten Sempergymnasium arbeiten, Platz genommen hatten, gab keine direkte Antwort auf die Frage. Wenn man sie als eine Art Fazit des Abends formulieren will, müsste sie „eher nicht“ lauten.

Das geht zumindest aus den Schilderungen des Kriminaldirektors Lenk hervor. „Dresden steht sehr gut da“, meint er. Nur Leipzig und Essen hätten laut Statistik unter den deutschen Großstädten weniger Probleme mit Drogen. Allerdings beruht diese Einschätzung auf der Straftatenstatistik 2015, neuere Zahlen gebe es noch nicht, sagt Lenk. So mancher im Publikum mochte nicht glauben, dass die damals erfassten etwa 2000 Drogendelikte, davon 1700 durch erwischte Konsumenten und reichlich 200 durch ertappte Drogenhändler, noch Aussagekraft besitzen. Mit der sei es ohnehin nicht so weit. „Das Dunkelfeld ist sehr groß“, meint Lenk. Und immer, wenn die Polizei mehr gegen Drogen unternehme, steigen entsprechend auch die Fallzahlen in der Statistik. Aussagen über das Drogenproblem lasse das nur bedingt zu.

Unbestritten ist, dass die Drogenszene vor allem in der Altstadt (2015: 560 Delikte) und der Neustadt (500) aktiv ist. Am Wiener Platz habe es 2016 daher 27 Sammelkontrollen gegeben, bei denen 160 Ermittlungsverfahren und 150 Tatverdächtige zusammengekommen sind. Die seien allerdings nicht das Hauptproblem, meint Avenarius. „Die verdienen am Drogenhandel nichts, die finanzieren sich ihren eigenen Konsum“, sagt er. Ziel sei es, die Hintermänner zu ermitteln. Eine sehr schwere Aufgabe, meint Lenk.

Von uh

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