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Polizeiticker Polizei fordert Terrorschutz am Altmarkt
Dresden Polizeiticker Polizei fordert Terrorschutz am Altmarkt
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07:43 11.07.2018
Kretzschmar trifft Kretschmer: Im Canaletto-Saal der Polizeidirektion begrüßt Polizeipräsident Horst Kretzschmar (l.) den Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Eine offene Aussprache war angekündigt, eine offene Aussprache ist es geworden. Am Dienstagnachmittag hat Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Polizeidirektion Dresden und seinen Beinah-Namensvetter Polizeipräsident Horst Kretzschmar besucht. Für den Ministerpräsidenten war es in seinem Amt die zweite intensive Begegnung mit der Polizei, nachdem er Anfang April mehrere Stunden bei einer grenznahen Streife in seinem Wahlkreis in Görlitz verbracht hat. Und auch sie dürfte in Erinnerung bleiben: „Wir gehen dorthin, wo es wehtut“, beschreibt der Polizeipräsident die Arbeitsauffassung seiner Mitarbeiter. Das gilt auch, wenn man diese fragt, wo der Schuh drückt.

Brunnen statt Nizzasperren

Beispiel Terrorismusabwehr: „Wir setzen uns für eine nachhaltige Sicherung häufig für Veranstaltungen genutzter Orte ein“, sagt der fürs Einsatzgeschehen verantwortliche Stefan Dörner. Meint: Statt Nizzasperren sollen Striezelmarkt und Co. durch feste Aufbauten vor Anschlägen mit Lastern oder Autos geschützt werden. „Das wird nicht an allen Orten gehen“, sagt Polizeipräsident Kretzschmar, nennt aber ganz konkret Altmarkt, Neumarkt und Theaterplatz als Orte, die mit ihren häufigen Veranstaltung „attraktive Ziele“ für Attentäter seien.

Dazu sei man bereits seit einem Jahr in Gesprächen mit der Stadt, die aber noch nicht zum Ziel geführt hätten. „Alle Behörden, die polizeinah sind, verstehen unsere Forderung, beim Stadtplanungsamt und Bauamt muss sie aber ankommen“, sagt Kretzschmar. Der Terrorschutz könne nämlich durchaus den Orten angemessen gestaltet werden. „Brunnen wären ein guter Schutz, Sitzsteine oder eine Stufenanlage“, nennt er Beispiele.

Nizzasperren am Dresdner Striezelmarkt Quelle: Anja Schneider

Weiterhin beschäftigt die Polizisten mit unnötigen Aufgaben vertane Arbeitszeit. Etwa für Ermittlungen wegen unnatürlicher Todesfälle. Etwa 2000 mal kreuzen Ärzte in Dresden dieses Feld auf dem Totenschein an und bringen so aufwendige Ermittlungen der Kriminalpolizei in Gang. „Und das in vielen Fällen einfach nur, weil sie nicht den Mut oder das Wissen haben, die Todesursache zu bestimmen“, wie Dresdens Kripochef Volker Lange klagt.

Seine Mitarbeiter müssen dann Angehörige befragen, Krankenakten studieren, Hinweisen nachgehen, nur um ausschließen zu können, dass am Todesfall nichts Anrüchiges ist. „Und das bei einem 91-Jährigen, bei dem der Hausarzt von einem Herzleiden weiß“, sagt Lange. 16 Stunden verbringen seine Mitarbeiter im Schnitt mit diesen Recherchen. Das aus US-amerikanischen Krimis bekannte „Coroner-System“, bei dem ein Leichenbeschauer entscheidet, ob die Polizei hinzugezogen werden muss, könnte helfen.

Bluttest bei Alkoholsündern nicht nötig

Überhaupt scheint die Zusammenarbeit mit Ärzten nicht immer zu klappen. Im ländlichen Raum vor allem, weil es dort nur wenige Mediziner gibt. Nachts gibt es aber auch in Dresden Probleme. Haben Polizisten dann einen alkoholisierten Autofahrer erwischt und per Atemalkoholtest überführt, müssen sie diesen noch zur Blutentnahme bei einem approbierten Arzt bitten. Und der ist nicht immer zu finden oder hat Zeit.

Dabei seien Alkomattests inzwischen so genau, dass es fast keine Abweichungen zu den Bluttest gibt, wie eine Studie der Polizeihochschule ergeben hat. „Für uns wäre ein Verzicht auf die Bluttest eine große Hilfe“, sagt Berit Gabriel, Leiterin des Reviers Dresden-West. Ministerpräsident Kretschmer verspricht, sie für eine unabhängige Studie „gemeinsam mit zwei, drei anderen Bundesländern“ einzusetzen. Dann wäre der Weg zur Gesetzesänderung frei.

Von Uwe Hofmann

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