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Polizeiticker Nach Höcke-Rede in Dresden – Farbwurfattacke auf Ballhaus Watzke
Dresden Polizeiticker Nach Höcke-Rede in Dresden – Farbwurfattacke auf Ballhaus Watzke
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15:27 19.01.2017
An der Fassade vom Ballhaus sind die Farbflecken deutlich zu erkennen. Die Reinigung soll 2500 Euro kosten, kann aber erst bei wärmerer Witterung geschehen.  Quelle: Hauke Heuer
Dresden

 Der Auftritt des Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke am Dienstagabend im Ballhaus Watzke hat ein teures Nachspiel. Unbekannte haben in der Nacht zu Donnerstag die Fassade der Traditionsgaststätte in Dresden-Mickten mit bunter Farbe beworfen. Die Folgen der Attacke hat ein Mitarbeiter gegen 6.45 Uhr bemerkt: Etwa zwei Dutzend blaue, rote und pinke Kleckse sind auf dem Gebäude verteilt. Die Reinigung werde 2500 Euro kosten, teilt Jana Ulbricht, Sprecherin der Polizeidirektion Dresden nach einer ersten Schätzung am Donnerstag mit. Wegen der kühlen Witterung wird es noch eine Weile dauern, bis die Fassade geputzt werden kann.

Parolen oder Pamphlete wurden am Tatort zwar nicht gefunden, die Polizei geht dennoch von einem starken Zusammenhang zu der Veranstaltung der Dresdner Jungen Alternative aus, die wegen gezielter Provokationen Höckes bundesweit für Kritik gesagt hat. Deshalb ermittle nun die Abteilung Staatsschutz.

Nach bisherigen Erkenntnissen haben die unbekannten Täter kleine Gefäße und wohl auch Christbaumkugeln mit Farbe gefüllt und anschließend auf die Fassade des Ballhauses geworfen. Die Polizei bittet Zeugen, die etwas zum Geschehen oder den Tätern mitteilen können, sich unter der Telefonnummer 0351/ 483 22 33 zu melden.

Das Ballhaus Watzke wurde am Donnerstagmorgen mit Farbe beworfen. Die Aktion scheint auf die Höcke-Rede am Dienstagabend zurückzuführen zu sein.

Mirko Unger, Geschäftsführer von Watzke, bereut mittlerweile, für die Höcke-Rede das Ballhaus zur Verfügung gestellt zu haben. Auf der Veranstaltung seien Aussagen getätigt worden von denen sich Watzke „ausdrücklich distanziert“. Dass Höcke im Ballhaus als Gastredner auftreten sollte, sei bei Watzke erst wenige Tage im Vorfeld bekannt gewesen. „Diese Information wurde von uns zu leichtsinnig und leichtfertig entgegen genommen“, teilte Unger mit. Dennoch will Unger auch für die Zukunft nicht ausschließen, dass wieder rechte Politiker im Ballhaus sprechen: „Wir nehmen für uns nicht in Anspruch beurteilen zu können, welche Partei und Organisation in Deutschland zugelassen sein dürfen, sondern sehen unser Haus als einen demokratischen Ort, der Meinungen zugelassen hat, auch wenn sie uns manchmal nicht passen. Dies gilt für die gestrige Anmietung, wie auch für frühere und zukünftige Veranstaltungen anderer Organisationen“. Er kündigte an, die Einnahmen aus der AfD-Veranstaltung für gemeinnützige Zwecke zu spenden.

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Axel Steier von der Organisation „Mission Lifeline“, die Geld sammelt um ein Rettungsschiff auszustatten, das im Mittelmeer Flüchtlinge retten soll, bestätigte am Donnerstag eine Spende von Watzke über 2000 Euro. „Wir nehmen die Spende trotz der Kontroversen rund um das Ballhaus an und werden mit dem Geld Menschenleben retten. Die Einnahmen dieser Veranstaltung, gerade in die Seenotrettung von Flüchtlingen zu stecken, ist ein sehr deutliches Zeichen“, sagte der Aktivist.

Das Ballhaus hat bereits in der Vergangenheit rechte und erzkonservative Gruppierungen beherbergt. So mietete sich die Burschenschaft Cheruscia bereits mehrfach bei Watzke ein. Das Weihnachtsessen von „Dresdner Bürger helfen Obdachlosen und Bedürftigen e.V.“ im Dezember fand ebenfalls hier statt. Der Verein wird von Pegida-Sympathisanten getragen und zielt offensichtlich darauf ab, die Interessen von Flüchtlingen und deutschen Obdachlosen gegeneinander auszuspielen.

Von Uwe Hofmann und Hauke Heuer

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