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Polizeiticker Mitglieder der Tschetschenen-Mafia stehen in Dresden vor Gericht
Dresden Polizeiticker Mitglieder der Tschetschenen-Mafia stehen in Dresden vor Gericht
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08:04 17.10.2017
Fünf Mitglieder der Tschetschenen-Mafia müssen sich seit Montag vor dem Landgericht verantworten Quelle: Monika Löffler
Dresden

Am 2. November vergangenen Jahres stürmten Spezialeinsatzkräfte der Polizei und der GSG 9 Objekte in Dresden, Pirna, Radeberg und Leipzig sowie in Thüringen und Rheinland-Pfalz. Allein in Dresden wurden zehn Wohnungen durchsucht. Im Visier der Fahnder standen Mitglieder der sogenannten Tschetschenen-Mafia, Asylbewerber, die sich in Deutschland aufhalten. Zehn Männer wurden festgenommen. Sie werden der sogenannten Russisch-Eurasischen Organisierten Kriminalität (REOK) zugeordnet.

Fünf der Männer müssen sich seit Montag vor der Schwurgerichtskammer des Dresdner Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen die Bildung einer kriminellen Vereinigung, schwere räuberische Erpressung, Bedrohung, Freiheitsberaubung, schwere Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitz vor. Einer von ihnen, Ibrahim S., ist zudem wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Die Angeklagten, vier Russen tschetschenischen Ursprungs und ein Kasache, gehören zu der straff organisierten Gruppierung, die sich ihre eigenen Regeln gebastelt hatte und ihren Lebensunterhalt durch Erpressung von Landsleuten oder Russen bestritt. Dabei gingen sie mit äußerster Brutalität vor, schüchterten ihre Opfer mit Drohungen ein, schlugen sie brutal zusammen, forderten Bargeld oder deren Autos und schreckten auch vor dem Einsatz von Waffen nicht zurück. Sie nahmen Pässe und Ausweise ihrer Opfer an sich, bedienten sich mit deren Kreditkarten und forderten sie zu Diebstählen oder Drogenhandel auf. Sie begründeten ihre Attacken mit finanziellen Außenständen, die die Opfer angeblich hätten, Schutzgeldern oder mit Nichtachtung, fehlendem Respekt und Beleidigungen gegenüber Tschetschenen. Letztere waren offenbar ihre Lieblingsbegründungen.

Am 30. September 2015 eskalierte die Situation in Prohlis in einer Schießerei am Nachmittag. Drei der Angeklagten hatten es auf einen anderen Tschetschenen abgesehen, es kam zu Beleidigungen und zum Streit auf dem Parkplatz eines Möbelhauses. Allerdings waren sie diesmal an den Falschen geraten. Der Mann, auch kein Kind von Traurigkeit und dicke im Drogengeschäft – er steht ebenfalls vor Gericht –, hatte eine Waffe dabei und schoss einmal in die Luft. Die Angreifer stiegen ins Auto, der Fahrer gab Gas und fuhr den Widersacher über den Haufen. Der konnte allerdings noch einen Schuss auf den Wagen abgeben. Dessen Fahrer wurde nur leicht verletzt, da er vorsichtshalber eine schusssichere Weste trug. Ein völlig unbeteiligter Zeuge wurde bei der Wild-West-Aktion ebenfalls von dem Auto erfasst.

Die Angeklagten äußerten sich gestern nicht zu den Vorwürfen. Ihre Verteidiger forderten, wegen möglicherweise fehlender Akten, eine Aussetzung des Verfahrens und für ihre Mandanten eine Aufhebung der Strafbefehle. Am Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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