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Polizeiticker Lebenslänglich für Mord an Lebensgefährtin
Dresden Polizeiticker Lebenslänglich für Mord an Lebensgefährtin
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20:07 29.06.2018
Urteil am Landgericht Dresden: Ein Pakistaner muss wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis. Quelle: dpa
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Dresden

Wegen Mordes ist der Pakistaner Shahjahan B. am Donnerstag vom Dresdner Landgericht zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer sah es als erwiesen an, dass der 30-Jährige am 21. April vergangenen Jahres seine ehemalige Lebensgefährtin in deren Wohnung auf der Alaunstraße ermordet und die Tat vorher genau geplant hat.

An Händen und Füßen gefesselt

Die 41-Jährige war an Händen und Füßen gefesselt gefunden worden, ihr Mund und fast die ganze Nase waren fest mit Panzertape umwickelt, sie war an eine Couch gefesselt worden und ihr Körper mit unzähligen Messerstichen übersäht. Zudem hatte sie Schnitte am Hals. Der Vorsitzende Richter sprach von einem Massaker. Die Stiche waren teilweise sehr tief und hatten innere Organe verletzt, so dass die Frau innerlich verblutet und wegen des Klebebands erstickt ist. Ein qualvoller und langsamer Tod.

Wechselnde Motive

Der Angeklagte hatte die Tat zum Prozessbeginn eingeräumt, sich entschuldigt und Eifersucht als Motiv angegeben – allerdings wechselte der 30-Jährige bei den Vorermittlungen und im Prozess seine Gründe ständig. Einmal sei es viel Alkohol gewesen –er trinkt aber nicht. In einer zweiten Variante habe es heftigen Streit gegeben, und er habe einfach zurückgewollt nach Pakistan. Auch das stimmte nicht. Denn er hatte sich einen neuen Job in Dresden organisiert, den er am nächsten Tag antreten sollte.

Shahjahan B. war im Dezember 2015 von Pakistan nach Deutschland eingereist, ein Freund habe für ihn den „Schlepper“ bezahlt. Anfang 2016 hatte der Pakistani das spätere Opfer kennengelernt. Die vietnamesische Betreiberin eines Bistros und er wurden ein Paar, sie unterstützte ihn finanziell, förderte seine Integration und lebte gemeinsam mit ihm in ihrer Wohnung.

Traditionelles Frauenbild

Allerdings war das Paar zu unterschiedlich, ihre Vorstellungen und Auffassungen von einem gemeinsamen Leben gingen weit auseinander. Sie war eine selbstständige Geschäftsfrau, er favorisierte ein traditionelles Frauenbild. Das führte häufig zum Streit. Zum anderen hielt sie freundschaftlichen Kontakt zu ihrem Ex-Partner, was den Angeklagten sehr eifersüchtig machte.

Als sie ihm erklärte, dass sie sich von ihm trennt, konnte der Angeklagte das nicht überwinden und tötete sie. Schon vorher hatte er der Frau einmal gedroht, ihr den Kopf abzuschneiden.

Bestrafung mit Hinrichtungscharakter

An der Leiche waren Schnittwunden am Hals gefunden worden, die der Frau erst nach ihrem Tod beigebracht wurden. Es reichte nicht, die Frau zu töten, sie wurde auch noch entpersonalisiert und ausgelöscht, erklärte der Vorsitzende Richter Herbert Pröls. „Die Tat war eine Bestrafung des Opfers mit Hinrichtungscharakter. Nichts war spontan, sondern alles geplant.“

Nach der Tat hatte der Angeklagte sich und das Messer gesäubert, die Wohnung verschlossen und war spurlos verschwunden. Obwohl alle Anlauforte des Asylbewerbers kontrolliert wurden, war er nicht auffindbar. So wurde mit einem internationalen Haftbefehl nach ihm gesucht.

Wenige Tage später klicken in einem Zug bei Villach in Österreich die Handschellen, vier Wochen später wurde er nach Deutschland ausgeliefert.

Von Monika Löffler

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