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Polizeiticker Kriminalitätsatlas für Dresden: Im Zentrum ist es gefährlicher als am Stadtrand
Dresden Polizeiticker Kriminalitätsatlas für Dresden: Im Zentrum ist es gefährlicher als am Stadtrand
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17:24 09.09.2015
Quelle: LKA Sachsen

Denn das ist eine brisante Mischung. In der Neustadt wird besonders gern geklaut und Fahrraddiebstahl ist ein Thema, das die Polizei im vergangenen Jahr ganz besonders beschäftigt hat. Das Szeneviertel führt im Kriminalitätsatlas der Stadt 2013 bei der Rubrik „Diebstahl unter erschwerenden Bedingungen“ mit großem Abstand. Dazu gehört Diebstahl aus verschlossenen Räumen. 808 solche Straftaten sind im Kriminalitätsatlas aufgelistet. Löbtau-Süd folgt mit reichlich 700. Außerdem: Die Zahl der in Dresden gestohlenen Fahrräder kletterte von knapp 4000 im Jahr 2012 auf reichlich 5500 im vergangenen Jahr. Das Fazit: In Kellern eingeschlossene oder an Lampen und Fahrradständer angekettete Drahtesel werden besonders häufig in der Neustadt gestohlen.

Doch nicht nur beim Fahrradklau ist die Neustadt vorn. Auch Sittenstrolche sind dort besonders häufig aktiv, belegt der Kriminalitätsatlas 2013. 23 Übergriffe mit sexuellem Hintergrund sind dort im vergangenen Jahr aufgelistet. Dazu kommen noch 320 Roheitsdelikte. Das sind unter anderem Straftaten, die mit Körperverletzungen verbunden waren. Das Fazit: die Neustadt war wenigstens 2013 das gefährlichste Viertel der Stadt.

Gelegenheit macht Diebe – dieses Sprichwort belegen die Zahlen der Statistik, ist Polizeisprecher Thomas Geithner überzeugt. Wo sich also viele Menschen treffen, wo viel Alkohol fließt, sind demnach auch Schlägereien oder ähnliche Straftaten eher möglich, als in anderen Vierteln der Stadt. Wo sich dagegen weniger Tatgelegenheiten bieten, sind die Straftatenzahlen niedriger, zeigt die Statistik. Beispiel Schönfelder Hochland: Nur fünf Roheitsdelikte, ein sexueller Übergriff und elf Fälle von Diebstahl unter erschwerenden Umständen stehen für Schönfeld, Schullwitz, Borsberg, Eschdorf, Rossendorf, Krieschendorf, Malschendorf, Reitzendorf und Zaschendorf im Kriminalitätsatlas 2013. Gegenden, in denen also weniger Menschen wohnen und Fahrräder womöglich grundsätzlich in Garagen stehen, sind für Langfinger kein gutes Pflaster. „Es gibt weniger Gelegenheiten und deshalb auch weniger Straftaten“, erklärt Geithner.

Dass ein Viertel mehr oder weniger gefährlich ist als ein anderes, will er allerdings nicht uneingeschränkt aus dem Kriminalitätsatlas ableiten. Denn die Johannstadt ist nach seiner Ansicht keinesfalls gefährlicher als andere Viertel, „nur“ weil dort 2013 vier „Straftaten gegen das Leben“ registriert worden sind. Das war im vergangenen Jahr zwar fast ein Viertel aller Straftaten dieser Kategorie, doch nur bei einem dieser vier Fälle handelte es sich um eine Attacke im herkömmlichen Sinn. Damals hat ein Mann versucht, seinen Kontrahenten mit einer Rohrzange zu schlagen. Er traf nur dessen Auto, dennoch wurde der Angriff als versuchter Totschlag gewertet. Alle drei anderen „Straftaten gegen das Leben“ gingen 2013 in die Johannstadt-Statistik ein, weil dabei Mediziner des Uniklinikums im Mittelpunkt standen. Ihnen wurde nach dem Tod von Patienten Ärztepfusch vorgeworfen. In Geithners Diktion handelte es sich auch in diesen drei Fällen um Gelegenheiten, die in erster Linie an die geografische Lage des Uniklinikums gebunden waren. Die also nichts über besondere Gefahren in diesem Stadtviertel aussagen.

Anders ist das beim Ladendiebstahl. Solche Taten ordnet die Polizei in die Rubrik „Diebstahl ohne erschwerende Umstände“ ein. Und weil die meisten und viele große Läden in der Altstadt angesiedelt sind, schlägt sich das auch im Kriminalitätsatlas nieder. 993 Taten dieser Art registrierte die Polizei 2013 allein in der Inneren Altstadt. Dazu gehören unter anderem der Altmarkt, die Wilsdruffer Straße und der Neumarkt.

Christoph Springer

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