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Polizeiticker IS-Terror vorgetäuscht
Dresden Polizeiticker IS-Terror vorgetäuscht
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20:21 25.04.2018
Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

Enes I. ist gerade 21 Jahre alt, hat es aber, glaubt man der Anklage, faustdick hinter den Ohren. Der junge Mann muss sich derzeit unter anderem wegen Betrug, Computerbetrug, Nötigung, Androhung von Straftaten, Störung des öffentlichen Friedens und Missbrauch von Notrufen vor der Jugendkammer des Dresdner Landgerichts verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Mitglied einer straff organisierten Gruppierung gewesen zu sein, die im großen Stil im Internet bei Versandhäusern Waren bestellt, nicht bezahlt und diese nach Osteuropa geschickt haben. Bestellt wurde mit Kontodaten, die man sich zuvor illegal besorgt hatte. Der Angeklagte soll für die Anwerbung von Bandenmitgliedern zuständig gewesen sein, aber auch selbst Waren bestellt haben – allein zwischen 2014 und 2016 in 166 Fällen Waren für rund 72 000 Euro. Den Versandhäusern entstand ein hoher Schaden.

Zudem, so die Anklage, hat Enes I. unter falschen Namen und privaten Telefonnummern, die er sich illegal im Internet beschafft hatte, Polizeistationen in Deutschland, der Schweiz und Luxenburg angerufen und Sprengstoffexplosionen angekündigt oder Notfälle vorgetäuscht. So soll er im Dezember 2014 mit der Telefonnummer einer Familie L. bei der Polizei in Mittelfranken angerufen, sich als IS-Kämpfer ausgegeben und die Explosion einer Bombe in Köln angekündigt haben. Die würde in 45 Minuten hochgehen, wenn man ihm nicht 800 000 Euro zahlt. Über 500 Polizeibeamte und Feuerwehrleute rasten los und räumten Teile der Kölner Innenstadt.

Ein Bombe gab es nicht. Nicht nur, dass die Polizisten nicht für wirkliche Notfälle zur Verfügung standen, Familie L. hatte auch noch richtig Ärger. Die Nummer war zurückverfolgt und die Wohnung der Familie von einem Sondereinsatzkommando gestürmt worden. Der Angeklagte meldeten bei anderen Polizeistationen einige Brände und Morde, einen Amoklauf, einen Selbstmord – nur gab es dies alles nicht. Enes I. wollte immer nur einen Polizeieinsatz erreichen.

Der 21-Jährige wollte sich weder zu den Vorwürfen noch zu seiner Person äußern. Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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