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Polizeiticker Dresden Fauler Polizist wollte Folterfotos nicht angucken

In Dresden zu Geldstrafe verurteilt Fauler Polizist wollte Folterfotos nicht angucken

Weil er keine Lust hatte, sich Facebook-Fotos anzugucken, hätte ein Dresdner Polizist beinahe einen Mann in Meck-Pomm seinen Folterern überlassen. Nun muss er Strafe zahlen.


Quelle: dpa

Dresden. Am 26. September 2013 erschienen zwei Frauen auf dem Revier Dresden West. Ihnen waren bei Facebook schockierende Fotos eines schwer verletzten, offenbar gefolterten Mannes in einer Blutlache aufgefallen. Die Frauen vermuteten Schlimmes und gingen zur Polizei. Nur fühlte sich der Beamte, der an jenem Tag für die Anzeigen zuständig war, nicht so recht zuständig. „Er wimmelte uns ab, sagte, er könne nichts machen und sich die Bilder nicht ansehen, da er mit seinem Dienstrechner keinen Zugriff auf Facebook habe“, erzählte eine Zeugin. Das stimmt sogar, nur hatten die Frauen die Bilder auf dem Handy dabei. Der Beamte schaute sie sich trotzdem nicht an und ignorierte die Sache. Wegen Strafvereitelung im Amt musste er sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten.

„Ich habe die Sache falsch eingeschätzt. Da ist mir ein großer Fehler unterlaufen“, erklärte Jens H. Glücklicherweise reagierte die Polizei in Pirna anders. Man ging der Sache nach – was einen 45-Jährigen aus einer üblen und gefährlichen Lage befreite. Drei Männer hatten ihn in Mecklenburg-Vorpommern tagelang gefangengehalten, gequält und Fotos seiner Tortur ins Netz gestellt. Durch die schnelle Reaktion der Pirnaer Beamten konnte er befreit werden. Die Täter wurden 2014 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt – der faule Polizist Jens H. zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 70 Euro.

Von Monika Löffler

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