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Polizeiticker Explosion in Wohnhaus in Mickten: Haftbefehl erlassen
Dresden Polizeiticker Explosion in Wohnhaus in Mickten: Haftbefehl erlassen
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08:33 18.10.2017
Einsatzkräfte vor Ort Quelle: Roland Halkasch
Dresden

Zwei Streifenwagen parken vor dem grünen Eckhaus am Dreyßigplatz in Mickten. Ein Polizeibeamter steht in der Eingangstür der Hausnummer 3, während Kriminaltechniker im vierten Obergeschoss Spuren sichern. Am Montagabend gegen 19 Uhr kam es dort zu einer Explosion, die viele Bewohner des Mehrfamilienhauses aufschreckte.

Zwei Männer im Alter von 32 und 34 Jahren erlitten schwere Verletzungen. Sie mussten vom Rettungsdienst versorgt und in ein Krankenhaus gebracht werden. Bei den beiden verletzten Deutschen handelt es sich um die Bewohner der betroffenen Wohnung, in der eine Zwischenwand vom Wohnzimmer zur Küche zerstört wurde. Eine Schlafzimmerwand wurde durch die Wucht der Explosion verrückt, die auch einen Wasserrohrbruch auslöste.

Eine Explosion in einem Dresdner Wohnhaus hat am Montagabend die Bewohner aufgeschreckt.

Die Feuerwehr prüfte weitere Wohnungen auf Schäden und forderte eine Baufachberaterin des Technischen Hilfswerks an. Nach Begutachtung der Einsatzstelle wurde der Bauschutt aus der Wohnung ins Freie befördert. Kriminalisten stellten in der Wohnung mehrere Cannabispflanzen sicher. Außerdem befanden sich Sprayflaschen für Feuerzeuggas am Tatort, die hauptsächlich mit hochentzündlichem Butan gefüllt waren. Die Polizei teilte mit, dass die gefundenen Materialien auf einen Unfall bei der Herstellung von Cannabisöl hindeuten würden.

Falls sich dieser Verdacht erhärtet, müssen die beiden Bewohner mit strafrechtlichen Folgen rechnen – wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Männer befinden sich derzeit im Krankenhaus und werden durch Polizeibeamte bewacht. Wie die Polizeidirektion Dresden am Dienstagnachmittag mitteilte, wurde Haftbefehl gegen die beiden Tatverdächtigen erlassen.

Aus Sicherheitsgründen mussten vier Wohnungen evakuiert werden. Anfangs war unklar, ob die Baustatik des Gebäudes ausreiche, um die Wohnungen wieder freizugeben, teilte Polizeisprecher Thomas Geithner mit, „allerdings sind inzwischen einige Personen in ihre Wohnräume zurückgekehrt.“ Über das Ausmaß des Schadens machte die Polizei bislang keine Angaben. Erst wenn die Arbeit der Ermittler beendet sei, könne der Schaden von einem Gutachter beurteilt werden, so Geithner.

von Junes Semmoudi

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