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Polizeiticker Evakuierungs-Muffel: Polizei und Feuerwehr brachen vor der Bombenentschärfung in der Johannstadt 25 Türen auf
Dresden Polizeiticker Evakuierungs-Muffel: Polizei und Feuerwehr brachen vor der Bombenentschärfung in der Johannstadt 25 Türen auf
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18:18 09.09.2015

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Insgesamt 500 Menschen fanden in Notunterkünften Unterschlupf. Die meisten übernachteten bei Freunden oder Verwandten. Doch nicht alle Johannstädter wollten den Aufforderungen der Polizei folgen. Die 300 eingesetzten Beamten hatten alle Hände voll zu tun, die Evakuierungs-Verweigerer aufzuspüren und aus der Gefahrenzone zu geleiteten. Die Türen der Wohnungen mussten dabei nicht selten aufgebrochen werden.

"Viele Anwohner hatten sich nach der Evakuierungs-Aufforderung in ihren Wohnungen verbarrikadiert. Als wir dachten, dass alle das Sperrgebiet verlassen hatten, flackerten hinter den Wohnzimmerfenstern auf einmal Fernsehgeräte auf. Da wir diese Menschen in Sicherheit bringen mussten, verzögerte sich die Entschärfung um dreieinhalb Stunde bis 3.30 Uhr", berichtet Polizei-Sprecher Marko Laske und fügt hinzu: "Die meisten folgten den wiederholten persönlichen Aufforderungen meiner Kollegen und ließen sich in eine Notunterkunft bringen."

Die Polizei machte allerdings mit allen anderen kurzen Prozess. In 25 Fällen ließen die Beamten die Türen zu Wohnungen von der Feuerwehr aufbrechen. Wie die Polizei mitteilt, soll sich ein Mann danach derartig heftig gewehrt haben, dass er in Handschellen abgeführt werden musste.

Die Dresdner Feuerwehrmänner der Wache Altstadt hatten die ungewohnte Aufgabe, sich als Einbrecher im großen Stil zu betätigen. "In Notfällen verschaffen wir uns mit Äxten und Kettensägen Zugang zu Wohnungen. Das wäre in diesem Fall nicht angebracht gewesen", sagt Feuerwehr-Sprecher Thomas Mende. Die "Retter in Rot" griffen am Freitag auf eine relativ zerstörungsfreie Türöffnungs-Methode zurück. "Wir drehen in solchen Situationen mit einem Akkuschrauber eine Schraube in das Schloss und ziehen den gesamten Schließkörper mit einer sogenannten Ziehglocke aus der Tür. Haben wir es mit einem Schloss aus gehärtetem Stahl zu tun, muss der Schließmechanismus aufgebohrt werden", erklärt Hauptbrandmeister Mario Mantey die auch bei Langfingern beliebte Türöffnungstechnik. Innerhalb von fünf bis 20 Minuten könne so fast jedes Schloss geknackt werden, ohne die Tür zu zerstören, so Mantey.

Auf den 20 bis 100 Euro, die ein neuer Schließzylinder kostet, werden die Unbelehrbaren nun sitzen bleiben. "Wer Auslöser eines Polizeieinsatzes ist, kann nicht mit einer Erstattung der Kosten rechnen. Ich habe kein Verständnis für derartiges Verhalten", sagt Marko Laske. Nur Bettlägerige, die aus einer misslichen Lage befreit worden sind, könnten davon ausgehen, Geld ausgezahlt zu bekommen. Wer für die Kosten aufkommt, sei allerdings noch nicht klar.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.09.2013

Hauke Heuer

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