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Polizeiticker Enkel räumte Sparbuch seiner Großeltern leer
Dresden Polizeiticker Enkel räumte Sparbuch seiner Großeltern leer
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12:00 08.08.2018
Symbolbild Quelle: picture-alliance/ dpa
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Dresden

Kai-Uwe K. ist Baujahr 1970 – also nicht mehr ganz taufrisch. Für seine Großeltern war er allerdings noch im „zarten“ Alter von 40 Jahren das „Lieblingsenkelchen“, das sie liebten, verwöhnten, unterstützten und dem sie grenzenloses Vertrauen entgegen brachten – obwohl sie wussten, das er nicht immer lieb und nett war und auch mal hinter schwedischen Gardinen logierte. Er war nun mal ihr „Liebling“ und so statteten sie ihn 2010, neben ihrem Sohn, mit einer Generalvollmacht für ihre Vermögensangelegenheiten aus. Die Oma war schwer krank, der Opa zwar noch ganz fit, aber auch nicht mehr der Jüngste – beide wollten für den Notfall einfach vorsorgen.

„Ich hatte ein supergutes Verhältnis zu ihnen. Mein Opa war mit mir in jedem Dresdner Museum und er kaufte mir immer Briefmarken“, erinnerte sich der Angeklagte. Das „supergute Verhältnis“ endete 2015 abrupt , als Opa zur Polizei ging und seinen „Lieblingsenkel“ anzeigte. Seit gestern muss sich Kai-Uwe K. wegen Untreue und Betrug vor dem Amtsgericht verantworten. Er hat das Vertrauen seiner Großeltern bitter enttäuscht. Der Angeklagte klaute das Sparbuch aus deren Wohnung, trabte mit seiner Vollmacht zur Sparkasse und ließ sich 36 500 Euro auszahlen – das ganze Geld, das sich die alten Leutchen als Reserve zurückgelegt hatten.

Der hochverschuldete Angeklagte erging sich gestern in seltsamen Erklärungen für seine Tat. Er habe das Geld nur gesichert, damit seine Mutter, die er nicht leiden kann, davon nichts abbekommt. Seine Großeltern hatten ihrer Tochter, die in Südamerika lebt, gelegentlich die Flugreisen bezahlt, wenn sie zu Besuch kam. „Ich wollte vorsorgen, dass meine Großeltern nicht wieder den Trip meiner Mutter bezahlen.“

Das gehe ihn gar nichts an, machte ihm der Richter klar. „Es ist das Geld ihrer Großeltern und damit können die machen was sie wollen und auch ihrer Tochter eine Flugreise bezahlen. Man fragt sich auch, warum der Angeklagte, der ja das Sparbuch ja nur zum „Schutz“ weggenommen hatte, überhaupt Geld abgehoben hat?

Als der Opa merkte, dass sein Sparbuch fehlt, ging er zur Bank und erfuhr, wer seine Einlagen geplündert hatte. Der alte Herr wollte zunächst alles intern klären, nur reagierte sein Enkel nicht und so ging er zur Polizei. Erst nach fünf Monaten und einem Mahnbescheid gab es der Angeklagte Sparbuch und Geld zurück. Nur offenbar nicht alles. „Es fehlen 34 500 Euro und keiner weiß wo sie sind“, erklärte die Staatsanwältin.

Opa hatte immer angegeben nur 2000 Euro zurückbekommen zu haben, die er auch sofort wieder einzahlte. Sie konnten sich die Wohnung nicht mehr leisten und mussten raus. Mit ihren Rücklagen hätten sie die Miete zahlen können.

Er habe sich die Rückgabe der kompletten Summe von seinem Opa quittieren lassen, sagte der Angeklagte. Die Quittung über 36 500 Euro gibt es, nur wo kommt sie her? Der alte Herr hatte bei allen Vernehmungen bestritten, so etwas unterschrieben zu haben. Fragen kann man ihn nicht mehr, er starb Ende vergangenen Jahres, sei Frau schon etwas früher. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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