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Dynamo Dresden gegen Energie Cottbus: Polizei bleibt im Hintergrund

Dynamo Dresden gegen Energie Cottbus: Polizei bleibt im Hintergrund

18 Kameras haben alles im Blick. Sie sind fest installiert im Stadion an der Lennéstraße und dienen der Polizei zur Überwachung des Geschehens an Tagen wie gestern: ausverkauftes Haus, Derbystimmung, eine Partie mit Brisanz.

Dresden.

Rund 600 Energie-Fans sind dazu mit einem Sonderzug angereist, schon auf halber Strecke bekamen sie gezeigt, was unbelehrbare Fans der Dresdner Mannschaft von ihnen halten. Der Zug wurde mit Plastiktüten beworfen, "darin waren wahrscheinlich Fäkalien", sagte Oliver Scharun. Der 45-jährige Polizeioberrat von der Bundespolizei dirigierte gestern 220 Beamte. Sie haben die Cottbusser Fans in Dresden empfangen, begleitet wurden die FCE-Anhänger von weiteren 90 Bundespolizisten aus der Stadt in Südbrandenburg.

Am Hauptbahnhof trafen sich Scharun und sein Kollege Bernd Pätzold von der Polizeidirektion Dresden. Pätzold leitet regelmäßig Einsätze der Dresdner Beamten bei Dynamo-Spielen. "25 Minuten hat das gedauert", stellt er zufrieden zum Zeitraum zwischen der Einfahrt des Sonderzugs aus Cottbus und der Ankunft der Fans im Stadion fest. Dorthin sind sie mit Bussen der Verkehrsbetriebe von besonders stressfesten und speziell dafür geschulten Fahrern chauffiert worden, Fanmärsche, wie es sie früher durch die Stadt gab, sind längst passé. Solche Fußmärsche dauern zu lange, sind zu schwer zu kontrollieren und können zu Auseinandersetzungen führen, weiß Pätzold. "Fanverhalten hat auch etwas mit Machtdemonstration zu tun", sagt er. "Das ist Dynamo-Land und das ist Cottbus-Land wollen die Fans zeigen", fügt sein Kollege Scharun hinzu.

Erst im Stadion sollen sich die Fan-gruppen begegnen. Gestern ist das gut gelungen und wie viele Gäste wartete auch Pätzold dort kurz vor Spielbeginn gespannt auf die Choreographie, die die Dynamo-Anhänger für dieses Spiel geplant hatten. Da war das Einsatzzentrum der Polizei im vierten Stock des Stadions längst voll besetzt, alle 18 Überwachungskameras in Betrieb und jede Menge Polizeibeamte in Position, um bei Problemen eingreifen zu können.

Den Dresdner Einsatz leitete gestern Polizeidirektor Uwe Göbel. "Erkennen, markieren, Personenbeschreibung durchgeben", erklärte er das Prozedere, müssen Täter im Stadion gefasst werden. "Markieren" bedeutet dabei, die Person mit der Kamera im Blick zu halten. Nur bei einer Massenschlägerei oder einem Brand würde er seine Männer zwischen die Fußballfans schicken, ansonsten versuchen die Beamten, solche "Fans" unauffällig zu stellen.

Pätzold hofft auch auf neue Technik. Digitalkameras, deren Bilder es erlauben, einmal ausfindig gemachte Täter digital zu markieren. Solche Aufnahmen könnten dann rückwärts bis zu dem Punkt durchgesehen werden, an dem der Täter klar zu erkennen ist und ihm eine Tat zweifelsfrei zugeordnet werden kann. "Das haben wir 2012 hier schon einmal erprobt", sagt Pätzold, das Ergebnis war gut. Nun sei es am Stadionbetreiber, solche Technik zu beschaffen.

Doch viel lieber noch setzt Pätzold auf die Fans selbst. "Fußball geht auch ohne Polizei", ist der 59-Jährige überzeugt. Das Spiel gestern war der beste Beweis dafür. Denn trotz Bri-sanz und Derbycharakter blieb es ruhig, der Sport stand im Mittelpunkt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.04.2013

Christoph Springer

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