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Polizeiticker „Eine Riesensauerei“: Pfleger beklaute Patienten
Dresden Polizeiticker „Eine Riesensauerei“: Pfleger beklaute Patienten
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13:00 31.07.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

Kranke und/oder alte Leute, die sich allein nicht mehr betun und helfen können, brauchen Pflege und das Gefühl, ihren „Pflegern“ komplett vertrauen zu können. Das betrifft die fachliche, medizinische Versorgung aber auch die menschliche. Ob Marcel D. fachlich was auf dem Kasten hat, stand gestern im Amtsgericht nicht zur Debatte, menschlich hat er aber total versagt. „Eine Riesensauerei“ nannte es der Staatsanwalt.

Laut Anklage soll der 35-Jährige – als Azubi beziehungsweise Mitarbeiter verschiedener Pflegedienste – vier Fällen alte, teils hochbetagte, pflegebedürftige Dresdner beklaut haben. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, einer 91– jährigen Frau 140 Euro aus der Schrankwand ihres Wohnzimmers und der Bewohnerin einer Seniorenresidenz 150 Euro aus der Handtasche gestohlen haben. Zudem habe er einem 93-Jahre alten Ehepaar im April 2017 zuerst 300 Euro aus einem Buch und im Juni 3300 Euro aus einem Kuvert im Schreibtisch ihrer Wohnung gestohlen.

Der Angeklagte gab den Diebstahl der 3300 Euro zu, da blieb ihm auch nichts anderes übrig, es wurde bei ihm gefunden, die anderen Vorwürfe wies er zurück. Er habe weder die Frauen bestohlen, noch Familie B. die 300 Euro aus dem Buch gemaust. „Herr B. hatte mich angesprochen, dass da Geld fehlen würde. Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht war.“ Obwohl er sozusagen unter Verdacht stand, ließ Marcel D. einige Wochen später 3300 Euro mitgehen. Das Ehepaar saß dabei mit dem Rücken zu ihm im Zimmer, hat es aber nicht bemerkt. Das ist schon dreist. Herr B. informierten die Polizei.

Herr B. informierte danach die Polizei, die Wohnung des Angeklagten, fanden 3650 Euro in einer Truhe und konfiszierten sie. Der ziemlich verschuldete Marcel D. erzählte zunächst Märchen, gab die Sache aber einige Tage später zu – nicht ohne die 260 Euro, die nicht von Familie B. stammten, zurückzufordern. Das sei ja sein Geld!. Mit dem Geld anderer war er großzügiger, was die Besitzverhältnisse betrifft

Die Beweislage für die anderen Diebstähle war schwierig. Die alte Dame, der er das Geld aus der Schrankwand gestohlen haben soll ist gestorben und auch Frau B. ist tot. Ihr inzwischen 95 Jahre alter Gatte lebt nicht mehr in Dresden.Die Richterin hat darauf verzichtet, den hochbetagten Mann als Zeugen zu laden, zumal er die gestohlenen 3300 Euro zurück bekommen hat. In der Seniorenresidenz waren Tür und Schrank nicht abgeschlossen, die alte Dame in der Wohnung wurde auch von anderen Pflegern besucht. Es hätten also auch andere zugreifen können. Diese Tatvorwürfe wurden eingestellt.

Aber schon die eine Tat ist widerlich: Alte, kranke, wehrlose und ihm total vertrauende Leute zu beklauen, ist bösartig.Abgesehen davon, schadet er einer ganzen Branche .„Das geht gar nicht, das ist unterste Schublade. Ich weiß nicht, wie Sie das mit Ihrer Berufsauffassung vereinbaren wollen“, fand die Richterin und verurteilte Marcel D. zu einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen à 25 Euro.

Von Monika Löffler

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