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Polizeiticker Dresdens neue Mobilitätspunkte sollen eigenes Auto überflüssig machen
Dresden Polizeiticker Dresdens neue Mobilitätspunkte sollen eigenes Auto überflüssig machen
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08:00 01.09.2018
Der Pirnaische Platz wird zum Pilotprojekt für vernetzte Alternativen zum eigenen Auto. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Wie Puzzleteile sind Bike-Sharing, Car-Sharing, Haltstellen des öffentlichen Nahverkehrs und Ladestationen für E-Autos über Dresdens Stadtgebiet verteilt. Noch ist das Wechseln zwischen den einzelnen Fortbewegungsmitteln nicht ganz einfach. Das soll sich mit neuen Mobilitätspunkten nun ändern, an denen die einzelnen Puzzleteile zusammengesetzt werden. Den Anfang macht der Pirnaische Platz: Hier entstehen aktuell Stellplätze für Leihfahrräder, feste Parkgelegenheiten für die Flotte des Car-Sharing Anbieters „TeilAuto“ sowie die ersten sechs Schnellladestationen der Drewag für Elektroautos. Am 21. September wird Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Die Grünen), den ersten sogenannten „Mobi-Punkt“ eröffnen.

Für fünf weitere Mobipunkte am Bahnhof Mitte, am Wasaplatz, am Fetscherplatz, in Altpieschen sowie am P+R Prohlis ist bereits Fördergeld vom Bund eingetroffen. In den nächsten drei bis vier Jahren soll die Zahl der Mobipunkte auf insgesamt 28 steigen. Dazu zählen dann unter anderem viele Bahnhöfe und jetzige Knotenpunkte der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), wie der Straßburger Platz. An vielen Bahnhöfen gebe es Probleme ausreichend freie Fläche zu finden, erklärt Schmidt-Lamontain.

„Wir wollen die Leute motivieren sich multimobil zu bewegen“, sagt der Verkehrsbürgermeister. Nach der aktuellesten Umfrage von 2013 nutzen mit 56 Prozent schon etwas mehr als die Hälfte der Dresdner verschieden Verkehrsmittel in ihrem Alltag, zum Beispiel Fahrrad und Straßenbahn. Fakt ist aber auch, ein Viertel bewegt sich fast ausschließlich per Auto durch Dresden. Die Mobipunkte sollen daher für bessere Sichtbarkeit der bereits existierenden Alternativen zum eigenen Auto sorgen – und die Frage stellen: „Braucht der Dresdner überhaupt noch ein eigenes Autos?“

Die Dachorganisation, die Puzzleteile der beteiligten Mobilitätspartner an ausgewählten Standorten zusammenzufügen, übernehmen die DVB. „Wir sind im Bereich Verkehr an einem Wendepunkt“, sagt Vorstand Andreas Hemmersbach.

An erster Stelle soll der Zugang zu den Bus, Bahn, Leihauto und- Rad erleichtert werden. Noch in diesem Jahr soll deshalb eine integrierte App erscheinen, die Dresdens Teil- und Nahverkehrsangebote bündelt. Bei der Eingabe von Start und Ziel, schlägt das System dann beispielsweise vor, zunächst mit der Tram einige Stationen zurückzulegen und dann auf das Leihfahrrad umzusteigen. „Es wird auch daran gearbeitet, die DVB-Chipkarte für Sharing-Angebote nutzbar zu machen“, erklärt Hemmersbach.

Langfristig will das Amt für Wirtschaftsförderung in Zusammenarbeit mit der Drewag die öffentliche Schnellladeinfrastruktur für E-Autos ausbauen. „An 24 neuen Mobilitätspunkten sollen 80 Schnellladesäulen entstehen“, sagt Amtsleiter Robert Franke. Das Problem dabei: wie so häufig, das Geld. Während Normalladestationen rund 5000 Euro kosten, müssen für Schnellladestationen rund 25 000 Euro in die Hand genommen werden. Weil das Stromtanken an öffentlichen Plätzen weiterhin kostenfrei bleiben soll, wartet die Drewag noch auf Fördergeld aus Berlin.

Die Kosten für den Ausbau von Knotenpunkten zu Mobipunkten unterscheidet sich sehr stark. Die DVB habe rund 80 000 Euro investiert, sagt Hemmersbach. Hinzukommt kommen die Kosten der Drewag für sechs Schnellladestationen. Weit in die Zukunft geblickt, hat die Stadt insgesamt 76 Standorte ermittelt, an denen neue Mobipunkte entstehen könnten. Eine Prognose, wann sie Realität sein könnten, will Stadtplanungsamt-Leiter Stefan Szuggat aber noch nicht abgeben.

Von Tomke Giedigkeit

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