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Polizeiticker Busfahrer lässt Nikab-Trägerin in Dresden stehen – RVD bittet um Entschuldigung
Dresden Polizeiticker Busfahrer lässt Nikab-Trägerin in Dresden stehen – RVD bittet um Entschuldigung
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08:50 15.03.2017
Frauen mit Nikab (Symbolbild)  Quelle: dpa
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Dresden

 Die Abweisung einer vollverschleierten Frau durch einen Busfahrer des Regionalverkehrs Dresden (RVD) am Sonnabend am Hauptbahnhof Dresden sorgt für Wirbel. Der Busfahrer meinte, dass er die Nikab-Trägerin, die in Begleitung von zwei Kopftuchträgerinnen und mit gültigen Tickets an der Bustür stand, nicht einsteigen lassen darf. Grund: Er könne ihr Gesicht nicht erkennen.

Damit habe er falsch gelegen, sagt RVD-Sprecher Volker Weidemann. Das habe dem Busfahrer auch das Personal in der Zentrale in aller Deutlichkeit mitgeteilt, nachdem er sich dort erkundigt hatte. Daraufhin ließ er die Frau und ihre Begleiterinnen einsteigen und setzte „nach kurzer Verzögerung“ die Fahrt fort, wie Weidemann sagt.

„Natürlich war das für die Frau sehr unangenehm“, fügt der Sprecher an. „Das tut uns sehr leid.“ Das werde das Unternehmen, das nach eigener Auskunft rund zwölf Millionen Fahrgäste im Jahr befördert, der Betroffenen auch in einem Entschuldigungsschreiben mitteilen.

Doch auch für das Fehlverhalten des Busfahrers bittet Weidemann um Verständnis. Man müsse die menschliche Seite sehen. Der Mann habe sich offenbar durch die Diskussion um ein Burkaverbot verunsichern lassen und sich die Regel eingebildet, dass nur mitfahren dürfe, der sein Gesicht klar zeige. „Das stimmt einfach nicht, jeder kann sich im öffentlichen Raum und in unseren Bussen bewegen, wie er will“, sagt RVD-Sprecher Weidemann. Egal ob er nun im Faschingskostüm verkleidet oder aus religiösen Gründen verhüllt sei.

Das habe man dem Fahrer auch im Nachhinein noch einmal erläutert. „Wir hatten diesen Fall einfach noch nicht“, bittet Weidemann um Verständnis. Es sei das erste Mal, dass seines Wissens eine Nikab-Trägerin in einen RVD-Bus eingesteigen sei.

Dabei nutzen gerade die betroffene Line 360 viele Asylbewerber. Das seien aber zumeist junge Männer, sagt Weidemann. 2015 hatten zwei Marokkaner in einem Bus der Linie 360 Jugendliche belästigt und geschlagen, was Asylgegner zur Gründung der „Bürgerwehr FTL/360“ führte, deren Mitgliedern wegen diverser Straftaten und Anschläge derzeitig am Oberlandesgericht Dresden der Prozess gemacht wird. Hartnäckig hält sich das von der Gruppe selbst in Umlauf gebrachte Gerücht, dass die selbsternannte Bürgerwehr in Bussen der Linie 360 Streife gelaufen sei. „Daran ist einfach nichts dran“, betont RVD-Sprecher Weidemann.

Von uh

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