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Polizeiticker Belieferte Wachmann im Knast Dresden den Infinus-Manager mit Handys?
Dresden Polizeiticker Belieferte Wachmann im Knast Dresden den Infinus-Manager mit Handys?
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13:08 11.03.2018
Dr. K. im Amtsgericht. Hat der 44-Jährige in der Haft bei einem Justizbeamten Handys geordert und ihn dafür bezahlt? Quelle: Foto: Monika Löffler
Dresden

Seit November 2015 ist Dr. Kewan K. Dauergast im Dresdner Landgericht. Der Ex-Infinus-Manager muss sich wegen Betruges verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und fünf Mitangeklagten vor, mit einer Art Schneeball-System Anleger um 312 Millionen Euro geprellt zu haben. Im November 2013 wurden die Männer festgenommen, jetzt sind sie aber alle wieder auf freiem Fuß. Die Verhandlung gegen sie ist schwierig, zäh und einer der größten Wirtschaftsprozesse Deutschlands. Auch nach rund 150 Verhandlungstagen ist kein Ende in Sicht.

Nun hat Dr. K. ein Gastspiel am Amtsgericht, wo er sich wegen Bestechung verantworten muss. Diese Verhandlung hat mit Infinus nur mittelbar zu tun und ist eigentlich ein „Beifang“ eines anderen Falls und der Ermittlungen gegen einen Vollzugsbeamten der JVA Dresden. Es geht bei diesem Prozess auch nicht um Millionen, sondern um maximal 60 Euro. Laut Anklage soll Dr. K. diese Summe, als er wegen Infinus in U-Haft saß, an den Beamten gezahlt, damit der ihm zwei Handys ins Gefängnis schmuggelt. Der Vollzugsmitarbeiter hatte für 30 Euro pro Stück mehrere Mobiltelefone (und auch Alkohol) in seiner Uniform ins Gefängnis geschmuggelt und war wegen Bestechlichkeit in 44 Fällen zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Bei Dr. K. wurde ein Handy bei einer Zellenkontrolle gefunden, auf das andere kam man im Zuge der Ermittlungen gegen den Beamten. Die Mobiltelefone, die an dessen Privatadresse geliefert wurden, waren abgefangen und registriert worden, bevor er sie erhielt und ins Gefängnis brachte. So kam man auf Dr. K. Allerdings hat der Beamte das Geschäft nicht persönlich, sondern über Mittelsmänner (auch Gefangene) abgewickelt, so dass er gar nicht wusste, wer die Geräte wirklich bekam. „Ich hatte mit Dr. K. nie persönlichen Kontakt.“

Handys sind in den Justizvollzugsanstalten eine heiß begehrte Ware und eine heimliche Währung. Oft werden sie von mehreren Gefangenen genutzt, von jedem mit dessen eigener SIM-Karte, die meist von Verwandten oder Freunden mitgebracht wird. Die SIM-Karte, mit der Dr. K. telefonierte, soll seinem Bruder gehört haben, der nun wegen Beihilfe mit auf der Anklagebank sitzt.

Der Besitz von Handys in Gefängnissen ist verboten, aber gängige Praxis. Einem Justizbeamten Geld für ein Telefon zu zahlen ist allerdings eine andere Nummer. Das gilt als Bestechung – und da gibt es bei der Bestrafung kleine, aber feine Unterschiede.

Die Frage ist nun: Hat Dr. K. dem Wächter Geld gezahlt oder nicht? Ganz so einfach scheint die Sache nicht zu sein und zudem ziemlich aufwendig. Da gibt es noch Klärungsbedarf, deshalb sind noch weitere Verhandlungstage angesetzt. Lohnt sich der Aufwand bei der in dem Fall zu erwartenden Strafe?

Von Monika Löffler

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