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Aus dem Amtsgericht Dresden: 68-Jähriger prügelt auf Hotel-Chef ein

Lieblingswort "Idiot" Aus dem Amtsgericht Dresden: 68-Jähriger prügelt auf Hotel-Chef ein

"Ich habe keine Lust mich zu unterhalten", erklärte Heinrich S. am Dienstag auf die Frage der Richterin, ob er Angaben zur Sache machen will. Aussagen wollte der Angeklagte nicht - pöbeln und beleidigen ging dagegen prima und das ganz ungefragt.

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Am 28. Februar 2014 soll Heinrich S. auf dem Parkplatz des Hotels Aviv an der Flügelwegbrücke den Geschäftsführer verprügelt und im Mai im Aldi auf der Reicker Straße einen Mann als "Sau" und "faules Schwein" beschimpft haben.

Quelle: dpa

Dresden. "Ich habe keine Lust mich zu unterhalten", erklärte Heinrich S. am Dienstag auf die Frage der Richterin, ob er Angaben zur Sache machen will. Aussagen wollte der Angeklagte nicht - pöbeln und beleidigen ging dagegen prima und das ganz ungefragt. Egal ob Zeugen, Prozessbeteiligte oder die Presse, da bekam jeder sein Fett weg. "Idiot" scheint sein Lieblingswort zu sein. Da musste Richterin Annegret Lissel ihn einige Male zurechtweisen. Die äußere Erscheinung des Mannes - schwarzer Anzug mit Weste, weißes Hemd, Brilli im Ohr - passte mit seinen Äußerungen und seinen Handlungen nicht so recht zusammen.

Der 68-Jährige muss sich wegen Körperverletzung, Beleidigung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor dem Dresdner Amtsgericht Gericht verantworten. Fünf Anklagen verlas die Staatsanwaltschaft. Am 28. Februar 2014 soll Heinrich S. auf dem Parkplatz des Hotels Aviv an der Flügelwegbrücke den Geschäftsführer verprügelt und im Mai im Aldi auf der Reicker Straße einen Mann als "Sau" und "faules Schwein" beschimpft und ihn dann in ein Warenregal gestoßen haben. Die anrückenden Beamten bezeichnete er als "Polizeibanditen" und "Idioten". Zudem, so die Anklage, fuhr er oft mit seinem VW durch die Gegend - allerdings ohne Fahrerlaubnis, die hatte ihm die Landeshauptstadt 2014 entzogen. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung seien "Idioten", gab er gestern lauthals bekannt.

Sein Auto war auch Anlass für die Prügelei vor dem Aviv-Hotel. Der Einfachheit halber, denn Heinrich S. hatte in einem Obdachlosenheim in der Nähe, Quartier genommen, stellte er seinen Wagen oft tagelang auf dem Hotelparkplatz ab. Als ihn der Geschäftsführer, Mohammed B., daraufhin ansprach und erklärte, dass er den Wagen abschleppen lässt, wenn er ihn nicht wegfährt, wurde der Angeklagte handgreiflich. "Er kam mir hinterher, schlug auf mich ein und kratzte mich im Gesicht. Ich habe mich gewehrt und ihn dann zu Boden gebracht und festgehalten bis die Polizei kam", erzählte Mohammed B. Zudem wurde der 33-Jährige, der zwar Deutscher ist, aber in Israel geboren wurde, von Heinrich S. wahlweise als "dreckiger Jude" und als "Nazi" beschimpft. Auch gestern wurde der Angeklagte beleidigend und ausländerfeindlich. "Das sind keine Leute, das sind Tiere." Er selbst wurde übrigens in Polen geboren und hat die deutsche und polnische Staatsbürgerschaft. Urteil folgt.

Monika Löffler

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