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Polizeiticker 150 Zollfahnder gehen gegen Hotelkette vor
Dresden Polizeiticker 150 Zollfahnder gehen gegen Hotelkette vor
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17:14 07.12.2016
150 Zollfahnder haben deutschlandweit in elf Hotels ermittelt.  Quelle: Archiv
Dresden

 Bei einer bundesweiten Aktion gegen die Betreiber einer Hotelkette sind Ermittler des Hauptzollamts Krefeld nach DNN-Informationen am Mittwoch auch in zwei Dresdner Hotels aufgetaucht. Deren Betreiber stehen im Verdacht, durch Schwarzarbeit Sozialabgaben zu hinterzogen und Löhne unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns gezahlt zu haben, wie Hauptzollamt und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigen.

Den Schaden geben die Ermittler mit wenigstens zwei Millionen Euro an. Seit 2012 sollen die Beschuldigten insgesamt 650 Mitarbeiter illegal beschäftigt haben. Die Ermittlungen gegen die Gruppe mit Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen laufen bereits seit Anfang des Jahres.

Der bei der Aktion getriebene Aufwand ist durchaus beachtlich. Rund 150 Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit sind dabei in elf Hotels in Dresden, Düsseldorf, Neuss, Hilden, Haan, Mönchengladbach und Willich sowie in sechs weiteren Gebäuden, darunter auch den Privatwohnungen der drei Beschuldigten aufgetaucht. Die in Dresden betroffenen Häuser der Kette, bei der es sich um ein Geflecht aus drei Unternehmen handelt, liegen nach DNN-Informationen in den Stadtteilen Löbtau und Klotzsche.

Bei der Aktion wurden 41 Arbeitnehmer in den entsprechenden Hotels befragt, 21 von ihnen vernommen und umfangreiche Geschäftsunterlagen auch bei Steuerberatern sichergestellt. Die Auswertung der Unterlagen werde voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen, teilt das Krefelder Hauptzollamt mit. Der Hotelbetrieb könne derweil ganz normal weitergehen, heißt es aus der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Es sei ja nicht gegen den Hotelbetrieb an sich ermittelt worden, meinte ein Sprecher auf DNN-Anfrage. Sollte sich der Verdacht bestätigen kommen auf die Beschuldigten laut Hauptzollamt empfindliche Geld- oder sogar Haftstrafen zu.

Der Vorsitzende des Tourismusverbandes Dresden (TVD), Johannes Lohmeyer, zeigt sich von den Ermittlungen einigermaßen schockiert. Die Vorwürfe, sollten sie sich bewahrheiten, beschreibt er als „asoziales Verhalten“, das eine ganze Branche in Verruf bringe. Derlei Verhalten sei strikt abzulehnen und in der Dresdner Tourismusbranche keinesfalls üblich. „Wir haben auch so schon Probleme, Nachwuchs zu finden“, sagt er zur Beschäftigungssituation der Dresdner Hotelbranche. Insofern hält er es für erstaunlich, dass die Beschuldigten ihren Beschäftigten tatsächlich weniger als den Mindestlohn ausgezahlt haben sollen.

Von Uwe Hofmann

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