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Polizeiticker 1000 Rechtsextreme ziehen durch Dresdens Innenstadt
Dresden Polizeiticker 1000 Rechtsextreme ziehen durch Dresdens Innenstadt
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12:00 16.02.2019
Immer wieder lösten Polizisten Blockaden von Gegendemonstranten auf. Teils ging es dabei sehr ruppig zu. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Wildes Durcheinander an der Haltestelle Prager Straße, auf dem Dr.-Külz-Ring und der Waisenhausstraße. Gegendemonstranten sitzen auf dem Boden, wollen verhindern, dass etwa 1000 Rechtsextreme dort entlang laufen. Polizisten räumen den Weg frei, tragen, schubsen die Blockierer weg, es trifft auch Unbeteiligte und Journalisten. Es ist laut, hektisch, unübersichtlich. Das sind die Szenen, die keiner sehen wollte, mit denen aber am Freitagabend zu rechnen war.

Am frühen Abend versammelten sich Gegendemonstranten am Hauptbahnhof, die dem Aufruf von Dresden Nazifrei gefolgt waren. Quelle: Dietrich Flechtner

Wie in den Vorjahren hatte der Prohliser NPD-Stadtbezirksbeirat Maik Müller anlässlich der Zerstörung Dresdens vor 74 Jahren einen Gedenkmarsch angemeldet. Noch bevor sich die Nazis an der Skateranlage an der Lingnerallee versammelten, setzte sich der Gegenprotest vom Hauptbahnhof her in Bewegung. Etwa 1000 Menschen wollten verhindern, dass die Rechten durch Dresdens Innenstadt ziehen. Es ging beiden Gruppen auch darum, ein Zeichen zu setzen, bevor sich der 13. Februar 1945 im nächsten Jahr das 75. Mal jährt.

In Dresden haben Rechtsextreme mit einem Marsch durch die Innenstadt das Gedenken an die Zerstörung der Stadt für ihre Zwecke vereinnahmt. Dagegen formierte sich Protest.

Die Rechten ließen sich Zeit, auch weil es lange an geeigneten Ordnern fehlte – „die sich noch nichts mit Versammlungsbehörde und so“ hatten zuschulden kommen lassen, wie es vielsagend hieß. Vor dem Rathaus machte der Gegenprotest in Sichtweite halt, Anmelder Dresden Nazifrei wird später von einem Erfolg sprechen.

Gemünzt waren diese Worte auch auf das, was folgte. Über den Georgplatz liefen die Rechten in die Waisenhausgasse ein, von dort in Schlangenlinien über Straßenbahngleise und Dr.-Külz-Ring – begleitet von den geschilderten, hektischen Szenen. Polizei und Gegenprotest zeigten sich von der Zahl der Demoteilnehmer überrascht. Dresden Nazifrei argumentierte, dass man es den Nazis schwer gemacht habe.

Von der Skateranlage an der Lingnerallee machten sich etwa 1000 Rechtsextreme auf den Weg – doppelt so viele wie erwartet. Quelle: Dietrich Flechtner

Nach den hektischen Szenen, bei denen es auch vereinzelte Flaschenwürfe aus dem Gegenprotest gab, beruhigte sich die Lage etwas. Weitere Blockade- und Durchbruchversuche der Gegendemonstranten scheiterten. 30 von ihnen kamen vorübergehend in Gewahrsam. Über Budapester und Ammonstraße ging es zum Hauptbahnhof. Zu dieser Zeit wurden erste Beschwerden von Journalisten über soziale Medien bekannt, die von Polizisten körperlich angegangen oder an ihrer Arbeit gehindert wurden. Ein DNN-Journalist filmte einen schlagenden Polizisten. Die Polizei, die mit etwa 1000 Beamten, auch berittenen, im Einsatz war, teilte über Twitter mit, diese Vorwürfe auswerten zu wollen.

Bis zum späten Abend wurde nur eine Anzeige bekannt: Ein 45-Jähriger war bereits vor Beginn der Demonstrationen am Hauptbahnhof der Jahreszeit unangemessen oben ohne unterwegs, auf dem Bauch zeigte er ein Hakenkreuz.

Von Aaron Wörz und Uwe Hofmann

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