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Lokales „intap“ will internationale Akademiker und Unternehmen zusammenbringen
Dresden Lokales „intap“ will internationale Akademiker und Unternehmen zusammenbringen
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09:58 16.01.2018
Unternehmen, die händeringend Fachkräfte suchen und bestens ausgebildete internationale Akademiker, die gerne in Dresden bleiben würden – das sind die Zielgruppen von „intap“ Quelle: Anja Schneider
Dresden

Unternehmen, die händeringend Fachkräfte suchen und bestens ausgebildete internationale Akademiker, die gerne in Dresden bleiben würden – das sind die Zielgruppen von „intap“, eines Projektes der Fachkräfteallianz Dresden. Projektträger ist die „Scientists into Business“ (zu deutsch: Wissenschaftler in die Wirtschaft) GbR. Das Unternehmen war in der Gründungsphase von der Heinz Nixdorf Stiftung und der Stiftung Deutsche Wirtschaft gefördert worden und steht nun auf eigenen Füßen, wie Sozialwissenschaftlerin Anke Wagner erläutert.

Aus einer neunköpfigen Initiative von Studenten der Technischen Universität entstanden, gehören neben Wagner Janette Krätzschmar-König und Christian Klauß zum dreiköpfigen Gründerteam von SCiB. Habe man zunächst geplant, Wissenschaftler in Unternehmen zu vermitteln, konzentriere man sich jetzt auf das Thema Beratung, erläutert Wagner. „Wir haben auf der einen Seite internationale Akademiker, die sich intensiv mit den Besonderheiten des deutschen Marktes beschäftigen müssen und auf der anderen Seite Unternehmen, die Fachkräfte suchen, aber auch Berührungsängste beim Thema ausländische Mitarbeiter haben.“

Mit dem intap-Projekt – ausgeschrieben: „Das internationale Talenteprojekt für Dresden“ – das zu 90 Prozent im Rahmen der Fachkräfterichtlinie vom Wirtschaftsministerium gefördert wird, gehe es um den Dreiklang von „Sensibilisieren, Informieren, Vernetzen“, beschreiben die Projektträger das Ziel. „Wir wollen erreichen, dass sich beide Zielgruppen besser aufstellen können.“ Ausländische Studenten, die sich in Dresden wohlfühlen, sollten langfristig ihre Ziele in Angriff nehmen, da sich vor Nicht-EU-Ausländern unter anderem bürokratische Hürden auftürmen würden, wenn sie auf dem Dresdner Arbeitsmarkt Fuß fassen wollen. Mittelständische Unternehmen wiederum könnten sich die passenden Mitarbeiter suchen und so dem Fachkräftemangel trotzen.

Denn so positiv die Ansiedlung von Bosch und Philipp Morris für Dresden seien, so intap-Projektkoordinatorin Therése Stoll, die großen Unternehmen würden sehr viele gut ausgebildete Mitarbeiter benötigen und so die Situation auf dem Arbeitsmarkt durchaus verschärfen. „Intap richtet sich deshalb branchen- und größenübergreifend an die lokale Dresdner Wirtschaft. Unsere Ansprechpartner sind sowohl Konzerne mit eigenen Personalabteilungen als auch neu gegründete und kleinere mittelständische Betriebe, die wachsen wollen und hochqualifizierte Mitarbeiter benötigen.“

Netzwerke knüpfen ist ein Ziel von intap, sogenannte Karriere-Cafés sind ein Instrument. Bei anderen Veranstaltungsformaten treffen interessierte Studenten und Doktoranden aus aller Welt mit Unternehmern zusammen und können ihre Vorstellungen ausloten. Aus Iran, Irak, Indien, Bangladesch, China, Südkorea, aber auch Albanien, Serbien oder Mexiko und Bolivien kommen die internationalen Akademiker, sieben Veranstaltungen hat es seit Juni 2017 gegeben.Bei allen reichten die zur Verfügung stehenden Räume kaum aus. „Die Resonanz war riesig“, so Stoll.

Ende Februar läuft „intap 1.0“ ab, der Förderantrag für „intap 2.0“ ist längst gestellt, so Wagner. „Wir hoffen natürlich, dass es weitergeht.“ Am Dienstag, 16. Januar, lädt intap zu einer Netzwerkveranstaltung unter der Überschrift „Das Buhlen um High Potentials – Bühne frei für Dresdens Internationals und Unternehmen“ ins Haus der Kreuzkirche ein. „Wir haben schon 70 Anmeldungen von Studierenden und Doktoranden sowie von 15 Unternehmen“, erklärt Stoll. Robert Franke, Amtsleiter der städtischen Wirtschaftsförderung, wird ein Grußwort sprechen, bei einer innovativen Podiumsdiskussion werden Vertreter von Bosch Pharmatec, Globalfoundries, Preh Par Connect und Silicon Saxony, aber auch internationale Akademiker zu Wort kommen. Zum Auftakt werden bei einem „Peace Slam“ Akademiker aus Ägypten, Indien und Pakistan über ihre Perspektive zum Thema Frieden sprechen – ein emotionaler Einstieg in die Thematik.

Interessenten können sich noch kurzfristig unter https://intap-dresden.de/termine/high-potentials/ oder per E-Mail an kontakt@intap-dresden.de anmelden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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