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Zweitägige Schulbaukonferenz beginnt in Dresden

DNN-Gespräch mit Organisator Ruairí O’Brien Zweitägige Schulbaukonferenz beginnt in Dresden

Am 9. Dezember beginnt eine zweitägige Schulbaukonferenz im Haus der Architekten in Dresden. Eingeladen haben die Architektenkammer Sachsen (AKS) und die Montag Stiftung. DNN sprachen mit dem Organisator Ruairí O’Brien, Freier Architekt und im Vorstand der AKS, über gelungene Dresdner Schulbauten und wie sich Architekten die Schule der Zukunft vorstellen.

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„Schulen dürfen ruhig schön sein und aus der Reihe tanzen“, findet der irische Architekt, Lichtplaner und Künstler Ruairí O’Brien, der in Dresden lebt.

Quelle: privat

Dresden. Am 9. Dezember beginnt eine zweitägige Schulbaukonferenz im Haus der Architekten in Dresden. Eingeladen haben die Architektenkammer Sachsen (AKS) und die Montag Stiftung. DNN sprachen mit dem Organisator Ruairí O’Brien, Freier Architekt und im Vorstand der AKS, über gelungene Dresdner Schulbauten und wie sich Architekten die Schule der Zukunft vorstellen.

An wen richtet sich die Konferenz?

An Pädagogen, Erziehungswissenschaftler, Architekten natürlich, auch Politiker, Lehrende und Lernende, eigentlich quer durch die Bank an alle Interessierten. Der Zuspruch ist gut. Wir sind ausgebucht. 150 Leute haben sich für beide Tage angemeldet.

Warum diese Konferenz?

Ich bin Architekt, und ich möchte, dass unser Beruf besser verstanden wird. Wir als Architekten sind es gewohnt, ganzheitlich zu denken. Es geht uns nicht nur darum, ob eine Schule aus ästhetischer Sicht schön ist. Sie soll auch eine angenehme Atmosphäre verbreiten, über gut belichtete Räume und eine gute Akustik verfügen. Schüler und Lehrer müssen sich wohlfühlen können. Das alles ist Teil unserer Arbeit. Es werden aber meist nur sehr fassadenorientierte Diskussionen geführt – besonders in Dresden. Ich denke, unser Beruf hat viel mehr zu bieten. Wenn wir der Politik vermitteln können, wie wichtig dieses ganzheitliche Denken ist, denn haben wir viel gewonnen. Eines der wichtigsten Anliegen ist es, die Hemmschwellen abzubauen und die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Fachdisziplinen zu ermöglichen. Wir können sehr viel lernen, wenn wir zum Beispiel auch die Sichtweise der Erziehungswissenschaft und der Pädagogik in die Planung integrieren.

Wie sollte denn die Schule der Zukunft aussehen?

Schulen müssen Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte ansprechen. Sie sind nicht nur da, um die Funktionalität zu gewährleisten, die eine moderne Gesellschaft im baulichen Sinne erwartet, sondern es muss dort auch inspirierend sein, zu lernen und zu lehren. Schulen dürfen ruhig schön sein und aus der Reihe tanzen. Und es darf an dieser Stelle ruhig auch etwas kosten. Sparpolitik, Rationalisierung, kompakte Bauweise, um Kosten zu reduzieren, können besonders im Schulbau fatal sein. Orte, die nicht geliebt werden von den Nutzern, Lehrern, Schülern, sind nicht nachhaltig. Ja, Schönheit kann etwas kosten, aber es zahlt sich aus, nicht immer nur aus bautechnischen, physikalischen, energetischen oder rationalen Gründen die Kiste zu bauen.

Wer spricht auf der Schulbaukonferenz? Worauf sind Sie besonders gespannt?

Eine ganz schwierige Frage... Heidemarie Kemnitz vom Institut für Erziehungswissenschaft der Technischen Universität Braunschweig gibt einen historischen Überblick über die Schulbau-Architektur. Ein Muss ist der Vortrag von Falk Schmidtgen, Leiter des Schulverwaltungsamtes, über die Schulbauleitlinie von Dresden. Das ist immerhin das seriöse Ergebnis von einigen Jahren Arbeit. Im Vortrag von Axel Gehrmann, Direktor des Zentrums für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung der TU Dresden, geht es um „Bildungsberichterstattung, Schulentwicklung und Schulbau – zum Diskurs über neue pädagogische Räume“. Ach, und nicht vergessen darf ich natürlich Jorge Gross, den Direktor des Instituts für Erforschung und Entwicklung fachbezogenen Unterrichts an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Er referiert über „Neue Medien, Chancen und Risiken der Digitalisierung im Schulunterricht“.

Die Konferenzteilnehmer schauen sich heute Nachmittag das St. Benno-Gymnasium an der Pillnitzer Straße an. Warum?

Das Gebäude steht jetzt 20 Jahre. Ich finde, dass Architekt Günter Behnisch damals eine interessante Philosophie vertreten hat, die auch heute nicht veraltet ist. Beispielsweise werden die Flure in dem Gymnasium vielfältig genutzt, sie leben.

In Dresden sind zahlreiche Schulen neugebaut oder saniert worden. Welche würden Sie als gelungen bezeichnen?

Das Gymnasium Bürgerwiese, weil dieser Neubau das Ergebnis eines Wettbewerbs ist. Das ist etwas, was ich grundsätzlich sehr begrüße und fordere.

Läuft denn der Schulbau in Dresden aus Sicht der Architekten so, wie es wünschenswert wäre?

Wenn von Stadt oder Land so viele neue Schulen gebaut werden müssen und das Thema so wichtig ist, dann müssen alle vorhandenen Ressourcen dafür genutzt werden. Das heißt, dass auch Architekten Schulen bauen dürfen, die bisher noch keine Schulen gebaut haben, und nicht nur diejenigen, die schon Schulbaureferenzen haben. Das führt nur dazu, dass immer die gleichen bauen, in der Regel sind es Großbüros. Wir haben 1000 Architekten in Dresden. Nicht alle wollen Schulen bauen, aber es gibt eine Menge Architekten, die stärker einbezogen werden sollten. Es wäre also wünschenswert, wenn wir mehr offenen Wettbewerb haben würden, weil das die Chance erhöht, eine bessere Qualität zu bekommen. Aber dafür müsste der Kreis der Eingeladenen möglichst hoch gehalten und die Jury immer neu besetzt werden.

Von Katrin Richter

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