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Lokales Zwei Stunden Anklageverlesung für 32-Jährigen
Dresden Lokales Zwei Stunden Anklageverlesung für 32-Jährigen
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11:31 28.02.2018
Derzeit sitzt der 32-Jährige bereits eine Haftstrafe wegen ähnlicher Delikte ab. (Symbolfoto) Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

Die Staatsanwaltschaft brauchte am Dienstag einen langen Atem bei der Verlesung der Anklage – dies dauerte gut zwei Stunden. Deshalb hatte sich Staatsanwalt Enrico Hofmann auch einen Kollegen als Verstärkung mitgebracht. Beim Angeklagten Maik N. war aber auch einiges zusammengekommen. Der 32-Jährige muss sich wegen Hehlerei, Betrug und Urkundenfälschung im großen Stil vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Der Angeklagte hat zwar keinen Beruf erlernt und lebte offiziell von Arbeitslosengeld, hat sich aber mit seinen Betrügereien weit mehr als 10.000 Euro „Nebenverdienst“ ergaunert.

Klotzen, nicht kleckern

Das funktionierte immer nach dem gleichen Schema: Er übernahm von anderen Ganoven – da waren bekannte Namen aus der Dresdner Kriminellenszene zu hören – geklaute Personalausweise, Kredit- und EC-Karten und bestellte auf den Namen und mit den Kontodaten der Bestohlenen online Waren oder ging mit den Karten einkaufen.

Und da wurde geklotzt und nicht gekleckert. Meistens ging es um hochwertige Smartphones und Mobilfunkverträge, aber Maik N. hatte auch für anderes Verwendung: Kleidung, Schuhe, Lebensmittel, mehrere Kaffeeautomaten nebst den dazugehörigen Kapseln. Er orderte selbst einige Anzuchtsets für diverse Pilzsorten.

Die bestellten Waren wurden an verschiedene, oft manipulierte Anschriften geliefert, die Unterschriften unter den Rechnungen von ihm oder seinen Kumpanen gefälscht. Mit der geklauten EC-Karte einer Frau bezahlte dann auch eine Frau. Seine Helfershelfer wurden für ihre Dienste entsprechend „entlohnt“.

Keine Beschaffungskriminalität

Das Ganze war ziemlich gut organisiert – aber jeder Krug geht zum Brunnen, bis er bricht. Die Polizei kam Maik N. auf die Spur, was ihn aber nicht sonderlich beeindruckte. Auch eine Wohnungsdurchsuchung und ein Haftbefehl, der dann wieder außer Vollzug gesetzt wurde, waren für ihn kein Grund auf liebgewonnene Gewohnheiten zu verzichten – er machte einfach weiter.

So präsentierte die Staatsanwaltschaft eine weitere Anklage – ähnlich umfangreich wie die Erste. Hier geht es um Taten ab Februar 2016 und 17 000 Euro Schaden. Die Kammer berät nun, ob diese Anklage mit übernommen wird. Eine Entscheidung wird am nächsten Verhandlungstag bekannt gegeben.

Der Angeklagte kündigte ein Geständnis an und betonte, dass die Taten nichts mit Beschaffungskriminalität und Drogensucht zu tun haben. Derzeit sitzt der 32-Jährige eine Haftstrafe wegen ähnlicher Delikte ab.

Von Monika Löffler

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