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Dresden Lokales Zwei Dresdner radeln bis in die Mongolei
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02:12 23.01.2018
Grund zur Freude hatten die beiden Dresdner genug, als sie nach sieben Monaten endlich ihr Ziel erreichten  Quelle: privat
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Dresden

 Als sich Ludwig Gloger und Johann-Georg Cyffka am 22. April auf ihr Fahrrad schwangen, ahnten die beiden noch nicht, wie viele Abenteuer sie auf ihrer langen Reise erleben würden. Vom Blauen Wunder in Dresden aus radelten die Schulfreunde in Richtung Mongolei und durchquerten dabei die 15 Länder Tschechien, Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien, Türkei, Georgien, Aserbaidschan, Iran, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Kasachstan und Russland. „Ich bin schon in Dresden mit dem Fahrrad überall hingefahren, die Grundfitness war also da“, erklärte Cyffka. Deshalb entschieden sich die beiden, ihre Asienreise „mit dem nachhaltigsten Verkehrsmittel“ anzutreten. Dabei nahmen sie nur das Nötigste mit – Ein Zelt, eine Hängematte, eine Kamera und einen Laptop, Ersatzteile, ein Solarpanel und wenige Klamotten.

13 500 Kilometer Weg legten die beiden Schulfreunde mit dem Fahrrad zurück, um ihr Ziel in der Mongolei zu erreichen. Dafür durchquerten sie 15 Länder und machten viele spannende Erfahrungen, die sie fotografisch festhielten.

Die beiden Männer, die insgesamt 152 Tage lang Fahrrad gefahren sind und dabei knapp 13 .500 Kilometer Weg zurücklegten, haben davor nie professionellen Radsport gemacht, so Gloger. „Der Körper braucht deshalb anfangs erstmal zwei Wochen, um sich an die Dauerbelastung zu gewöhnen – dann wird es zur Routine“, erklärt Cyffka. Meistens waren die Schulfreunde während ihrer Reise zu zweit, gelegentlich aber auch in Begleitung von bis zu zehn anderen Radfahrern aus den Niederlanden, England, Schweden, Aruba oder Frankreich. „Es gibt unter Radfahrern eine große Community“, meint Cyffka. In Hostels und Whatsappgruppen habe man sich sehr intensiv über empfehlenswerte Strecken und Erfahrungen ausgetauscht. Umso schöner war es für die beiden Dresdner, ihre neu gewonnenen Freunde „in anderen Ländern, trotz unterschiedlicher Route wiederzutreffen", berichtet Gloger.

Unglaubliches Gefühl von Freiheit

Zur Orientierung des Weges griffen die beiden Männer gelegentlich zur Offline-App. Oft war das aber gar nicht nötig. „Es gibt meistens nur eine einzige Straße, denn das Verkehrsnetz in Osteuropa und Asien ist vereinfachter als das deutsche“, erzählt Cyffka. Deshalb hätten sie sich auch nie verfahren. „Jeden Morgen haben wir spontan entschieden, wo wir hinfahren“ – ein Gefühl, das den beiden unheimlich viel Freiheit verlieh. „Mit dem Fahrrad waren wir einfach unabhängig“, so Gloger. Ihre Erwartungen wurden noch weiter übertroffen. Je näher sie ihrem Ziel kamen, desto mehr veränderte sich auch die sonst so gewohnte Kultur. „Wir waren da wie Aliens“, lachte Cyffka und berichtete, dass Einwohner die beiden Radfahrer ständig zur Begrüßung angehupt haben. „Sie fuhren an uns heran, kurbelten die Fenster herunter und schenkten uns Süßigkeiten, Kleingeld und Getränke“, erzählte Gloger. „Ich hab mich gefühlt, wie bei der Tour de France“.

Die Gastfreundschaft der Menschen bekamen sie überall zu spüren. „Wir mussten fast nichts mehr kaufen weil uns so viele Menschen eingeladen haben“, ergänzt Cyffka. „Der Iran ist das gastfreundlichste Land überhaupt“, meint der 30-Jährige. „Die Menschen haben uns ständig geholfen – ohne Gegenleistung“. Auch negative Erfahrungen haben die Schulfreunde gelegentlich gemacht – etwa in den mit Smog belasteten Tunneln, mit wilden Hunden und einem Skorpionbiss. „Uns ist aber nie wirklich etwas passiert“, erklärt Gloger.

Mit dem Fahrrad haben sie viele interessante Orte abseits der Touristen-Hotspots erreicht

Am Ende ihrer erfolgreichen Fahrradreise flog Gloger zurück nach Deutschland, Cyffka nahm die Transsibirische Eisenbahn. Die beiden haben während der letzten 7 Monate viel über das Leben und andere Kulturen gelernt. „Wenn man erlebt, dass manche Menschen fast gar nichts haben und trotzdem glücklich sind, verändert das einen“, sagt Gloger. Auch während ihrer Reise seien die Dresdner mit nur wenig Gepäck gut ausgekommen. Mit ihrem Fahrrad hätten sie viel Interessantes „abseits der Touristen-Hotspots“ kennengelernt. "Man sollte keine Angst vor der Herausforderung haben“, meint Cyffka.

Von Katharina Jakob

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