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Lokales Zwei Dresdner bieten ab Oktober Outdoor-Abenteuer in der marokkanischen Wüste an
Dresden Lokales Zwei Dresdner bieten ab Oktober Outdoor-Abenteuer in der marokkanischen Wüste an
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07:33 26.09.2018
Daniela Störzel und Hauke Heuer erkunden die marokkanischen Sahara. Quelle: Morocco Desert Drop Out
Dresden

Der Journalist Hauke Heuer (30) und die Lehrerin Daniela Störzel (33) aus Dresden führen ab Oktober Trekkingtouristen auf eine eher ungewöhnliche Tour durch die Sahara. Wir haben bei Hauke nachgefragt, was gerade sie beide zu Wüstenführern prädestiniert und welche Abenteuer es mit ihnen zu erleben gibt.

Frage: Wie warm ist es bei euch gerade?

Antwort: Momentan haben wir tagsüber um die 30 Grad. Das ist ganz erträglich. Nachts wird es um die 5 Grad kalt. Den Wechsel muss man schon verkraften könnten.

Wie kamt ihr überhaupt auf die Idee, Trekking in Marokko anbieten zu wollen?

Wir beide waren beruflich unzufrieden in Dresden und hatten uns schon entschieden, wegzugehen. Wohin, stand noch nicht fest.Vergangenen Winter waren wir im Kletterurlaub in Marokko. Daniela verletzte sich am Fuß, also buchten wir stattdessen eine enttäuschende Wüstentour. Wir wurden auf Kamele gesetzt, einmal um die nächste Düne geführt und dann in ein Camp verfrachtet. Kein wirkliches Outdoor-Erlebnis. Das wollten wir besser machen.

Eindrücke aus der marokkanischen Wüste

Ihr startet euer Tourenangebot im Oktober. Was erwartet die Teilnehmer?

Wir bieten zunächst eine Fünf-Tage-Tour über rund 150 Kilometer. Später soll noch eine lange Route dazukommen – 350 bis 400 Kilometer. Wir sind diese Strecke im vergangenen Monat selbst gelaufen und haben festgestellt, dass wir sie doch unterschätzt haben. Deshalb beginnen wir mit der kürzeren Tour. Sie bietet dennoch allerhand für Leute, die ein ungewöhnliches Outdoor-Erlebnis suchen. Wir starten in Zagora, dem „Tor zur Wüste“ und laufen dann fünf Tage durch Halbwüsten mit Gestrüpp und die typischen Sanddünen.

Vom Strandurlaub her weiß jeder: Das Laufen durch Sand ist tierisch anstrengend….

Ja, das ist sehr anstrengend. In der Halbwüste läuft es sich schnell, aber in den Sanddünen schaffen wir pro Tag maximal 15 Kilometer. Zumal wir nicht geradeaus, sondern im Zickzack auf und ab über die Dünenkämme laufen. Wir haben zwar Kamele dabei, aber auf denen wird nicht geritten. Sie transportieren unsere Sachen.

Ihr habt eigene Kamele?

Nein, sie sind gemietet. So ein Tier kostet 2.000 Euro, benötigt Unterbringung und wir sind im Umgang mit ihnen noch nicht so geübt. Uns ist es wichtig, dass die Tiere gut behandelt werden: keine eingebundenen Unterkiefer, keine Schläge. Wir haben einen Partner gefunden, der gut auf seine Tiere achtet. Perspektivisch wollen wir uns aber irgendwann eigene Kamele anschaffen.

Zurück zur Tour: Wie lebt es sich unterwegs mit euch?

Was uns sehr von anderen Touranbietern in der Gegend unterscheidet, ist das wir tatsächlich unser eigenes mobiles Camp mitführen. Wir haben recht luxuriöse Leinenstoffzelte und Matratzen dabei. Wir übernachten auch bei Nomadenfamilien, nehmen an deren Leben teil. Sie bereiten uns landestypische Gerichte wie die Tajine – das ist ein Schmortopf. Zur Abwechslung gibt es auch aber auch eher europäisches Essen. Wichtig sind Sachen, die nicht gekühlt werden müssen, denn einen Kühlschrank haben wir nicht. Alkohol gibt es nicht und auch kein Klo. Stattdessen geht es mit der Schaufel hinter die nächste Düne.

Wie sportlich müssen eure Gäste sein und was müssen sie mitbringen?

Wir schließen aus Sicherheitsgründen bewusst Leute aus, zum Beispiel stark Übergewichtige oder Menschen mit Herzkreislauf- oder Lungenerkrankungen. Allgemein gilt: Wer sich den Jakobsweg zutraut, kann bei uns auch mithalten. Wichtig sind Klamotten und gute Laufschuhe. Alles andere stellen wir.

Und was prädestiniert euch nun zu Wüstenführern?

Wir lernen noch. In den ersten Monaten werden uns einheimische Guides begleiten, der 20-jährige Mustafa zum Beispiel, der sich hier sehr gut auskennt. Ich selbst bin ausgebildeter Rettungsschwimmer – das nützt in der Wüste nun nicht sehr viel, aber meine Erste-Hilfe-Ausbildung ist wirklich gut. In Deutschland bin ich viel gelaufen, auch ausdauermäßig. Ich kann Feuer machen (grinst). Für Notfälle haben wir immer GPS und Satellitentelefon dabei.

Marokko gehört zu den Maghrebstaaten. Es gilt nicht als gefährlich, dennoch hat das Auswärtige Amt verschiedene Sicherheitshinweise veröffentlicht. Warum habt ihr euch für das nordafrikanische Land entschieden?

Es gab und gibt natürlich die Unruhen in Tunesien, Libyen und Algerien, aber in Marokko war es im Großen und Ganzen immer eher ruhig. Der Tourismus boomt derzeit. Unsere Route führt zwar nahe der algerischen Grenze, aber die ist geschlossen.Objektiv betrachtet ist es in Berlin gefährlicher als hier.

Morocco Desert Drop Out – Abenteuer in der Wüste

Wüstentrekking fünf Tage, zwei Personen: 150 Euro pro Tag; vier Personen: 100 Euro; sechs bis acht Personen: 80 Euro

Stadtführungen, z.B. durch Marrakesch: 80 Euro pro Tag

Rundtour durch Marokko: individuelles Angebot je nach Anspruch

Kontakt:
moroccodesertdropout.de

Wie lange bleibt ihr in Marokko?

Die Wüstentouren wollen wir bis Ende Mai/Anfang Juni durchziehen. Dann wird es einfach zu warm dafür: 42 Grad sind schon schwer auszuhalten. Wenn wir Glück haben, verdienen wir soviel Geld, dass wir den Sommer nicht arbeiten müssen (lacht). Da das eher unwahrscheinlich ist, werden wir in der heißen Jahreszeit Touren mit Eseln ins kühlere Atlasgebirge anbieten.

Fehlt euch Deutschland manchmal?

Hier zu leben war schon ein ganz schöner Kulturschock für uns. Vor allem im Sommer, denn da beginnt das Leben hier erst am Abend. Und alles dauert länger. „Die in Europa haben die Uhren, wir haben die Zeit“, sagen die Einheimischen. Mittlerweile sind wir aber angekommen und lernen fleißig Arabisch.

Von Franziska Kästner

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