Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Zuverlässige Blüte, doch manche haben zu schwache Stiele
Dresden Lokales Zuverlässige Blüte, doch manche haben zu schwache Stiele
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:51 15.08.2017
Hydrangea paniculata ‚Diamant Rouge’. Quelle: Catrin Steinbach
Dresden

Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Kein Wunder, denn die Gehölze sind nicht nur robust und pflegeleicht, sondern blühen zuverlässig an den einjährigen Trieben. Damit haben sie gegenüber den meisten ebenfalls sehr beliebten Ballhortensien einen großen Vorteil. Winterfröste und Spätfröste können den Pflanzen und ihren großen, zumeist kegelförmigen Blütenständen nichts anhaben.

Volle Sonne ist für diese Hortensien kein Problem

„Außerdem vertragen Rispenhortensien volle Sonne, begnügen sich mit einem normalen Gartenboden und blühen sehr lange – von Ende Juni bis zum Frost. Selbst im Winter sind die vertrockneten Rispen dekorativ, wenn sie der Raureif überzieht oder wenn sie eine kleine Schneehaube bekommen“, argumentiert Harald Buner, Referent im Garten- und Landschaftsbau des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Er hat eine vom Arbeitskreis Gehölzsichtung initiierte bundesweite Sichtung dieser Gehölze von 2013 bis 2016 am Standort Pillnitz begleitet. Ziel der Sichtung war, den Gartenwert von auf dem Markt befindlichen Sorten zu prüfen. Nutzen daraus ziehen all jene, die Gehölze verkaufen oder Gärten gestalten, aber auch die Hobbygärtner. Denn angesichts des breit gefächerten Angebotes ist es schwer, eine Auswahl zu treffen.

Noch ist das Fazit des Arbeitskreises Gehölzsichtung des Bundes deutscher Baumschulen und des Bundessortenamtes, das die Sichtungsergebnisse von zwölf Standorten einbezieht, nicht öffentlich. Harald Buner kann aber schon von seinen Erfahrungen in Pillnitz berichten und Tipps geben, was man beim Kauf beachten sollte.

Beim Kauf Wuchshöhe und Rispenform beachten

„Wir haben 22 Sorten unter gleichen Bedingungen ohne Düngung und Pflanzenschutzmittel getestet. Alle blühen zuverlässig. Es sind keinerlei Krankheiten aufgetreten, auch Schädlingsbefall spielt keine Rolle. Unterschiede gibt es in der Größe, die die Gehölze erreichen, im Habitus der Sträucher sowie bei der Blütenform und -färbung und in der Regen- und Windfestigkeit“, erklärt der Fachmann.

Beim Kauf sollte man also zuallererst schauen, wie viel Platz man der Rispenhortensie im Garten einräumen kann. ‚Bobo’, ‚Pinky-Winky’ und ‚Candle Light’ gehören zu den eher kleinwüchsigen Sorten, werden (je nach Sorte) zwischen 0,70 und 1,20 Meter hoch. ’Diamant Rouge’, ’Early Sensation’, ’Great Star’ werden um die 1,50 Meter hoch, die meisten anderen Rispenhortensien wie ‚Grandiflora’, ’Vanille Fraise’, ,Silver Dollar’ oder ‚Lime Light’ erreichen eine Höhe über 1,50 Meter bis 3 Meter – und natürlich auch einen entsprechend üppigen Umfang.

Pillnitz hat sich an einer bundesweiten Sichtung von Rispenhortensien beteiligt. Ziel war, Sorten bezüglich ihrer Gartenwürdigkeit und ihrer Eignung für das öffentliche Grün zu beurteilen. Zuverlässige Blüher sind alle, aber bei der Wind- und Regenfestigkeit schwächeln einige, weiß Harald Buner vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Hier sehen Sie Fotos von in Pillnitz geprüften Sorten.

Zweites Auswahlkriterium ist die Form der Rispen. Es gibt Sorten mit einem eher offenen rispigen Blütenstand mit mehr oder weniger großen Scheinblüten. Diese Rispen sind für Insekten interessanter, weil sie auch viele der kleinen, unscheinbaren Blüten tragen, die Pollen und Nektar bieten. Solche Sorten sind z.B. ’Great Star’, ’Levana’, ’Kyushu’, ’Pinky-Winky’ und ’Candlelight’.

Oder man entscheidet sich für Hydrangea paniculata mit geradezu bombastischen breit kegelförmigen Blütenständen, an denen die großen, sterilen Scheinblüten dicht an dicht sitzen. Das ist bei ’Bobo’, ’Limelight’, ’Kyushu’, ’Magical Moonlight’, ’Silver Dollar’, ’Vanille Fraise’ oder auch ’Diamant Rouge’ der Fall. „Allerdings ist ’Diamant Rouge’ vom Habitus her eher locker und nicht so kompakt“, berichtet Harald Buner von seinen Erfahrungen.

Nicht alle verfärben sich mit dem Verblühen rötlich

Drittes Auswahlkriterium: die Färbung. „Grundsätzlich blühen alle von uns getesteten Rispenhortensien weiß. Viele jedoch färben sich mit der Zeit, also mit dem Verblühen, rötlich“, erklärt Harald Buner. Besonders zeitig (im Vergleich zu den anderen getesteten Sorten) färben ’Pinky-Winky’, ’Candlelight’, ’Vanille Fraise’. An die Intensität der Färbung von ’Diamant Rouge’ reichen sie jedoch nicht ganz heran.

Für all jene, die diese rötliche Färbung nicht mögen, sollten z.B. zu ’Levana’, ’Great Star’ oder auch ’Magical Moonlight’ greifen. Letztere hat erst grünliche Rispen (wie z.B. auch ’Limelight’), gegen Ende der Blütezeit werden sie reinweiß.

Ein weiterer, nicht unwichtiger Punkt bei der Auswahl einer Rispenhortensie dürfte die Regen- und Windfestigkeit sein. „Es gibt Sorten, bei denen die Stiele zu schwach sind, um die großen Blütenrispen zu halten, so dass die Zweige dann am Boden liegen“, so Buner. Besonders drastisch ist das auf dem Pillnitzer Versuchsfeld bei der Sorte ’Grandiflora’ zu sehen. „Auch ’Magical Moonlight’ ist eher ein Hinfaller. Ebenso tendiert ’Vanille Fraise’ zum Auseinanderfallen.“ Die Zweige dieser Sträucher müsste man dann – vor allem nach einem Regen – stützen.

Im Ergebnis der Sichtung hat Harald Buner vier Sorten ausgewählt, die jetzt auf dem Lehrbeet der Gartenbauschule weiterwachsen: ’Limelight’, ’Kyushu’, ’Pinky-Winky und ’Diamond Rouge’. „Sich dabei Platzgründen auf nur 4 Sorten zu beschränken war sehr schwierig“, gibt er zu.

Jedes Frühjahr kompletter Rückschnitt erforderlich

Was ist sonst noch zu beachten, wenn man Rispenhortensien in den Garten pflanzt? „Man muss die Gehölze jedes Jahr komplett zurückschneiden und zwar bis auf zwei oder drei Augen des letztjährigen Triebes“, weiß der Pillnitzer Experte. „Der beste Schnittzeitpunkt, um eine möglichst lange Blütezeit genießen zu können, ist Ende März. Wie groß der Unterschied ist, kann man auf unserem Versuchsfeld sehen. Dort stehen immer drei Pflanzen einer Sorte in einer Reihe. Die erste haben wir Ende März geschnitten, die beiden dahinter zwei Wochen später.“

„Wer möchte, kann die jetzt in voller Blüte stehenden Rispenhortensien selbst in Augenschein nehmen“, so Buner. „Wochentags 8 bis 15 Uhr ist das Versuchsfeld an der Lohmener Straße zugänglich. Der Eingang ist Tor 3, hinter dem zweiten Gebäude auf der rechten Seite parken und den Weg geradeaus weiter gehen. Nach etwa 20 Metern Fußweg befinden sich die Rispenhortensien auf der rechten Seite.“ Selbstverständlich sollte man die Rasenwege nutzen und weder über Beete laufen, noch Pflanzen beschädigen oder gar ausgraben.

Von Catrin Steinbach

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Dresden soll mehr öffentliche Plätze erhalten - Rot-Rot heizt Grilldebatte an

Linke und SPD machen sich stark für mehr öffentliche Grillplätze in Dresden. Zehn gibt es bisher, nun wollen die Fraktionen die Zahl verdreifachen und 21 neue Plätze schaffen. Grillen sei Ausdruck offen gelebter Geselligkeit, begründen die Parteien ihre Initiative.

15.08.2017
Lokales Ausbau Erneuerbarer Energien und der Transportleitungen laufen auseinander - Dresdner Forscher warnt vor Blackout

Dresden ist gut beraten, sich auf einen flächendeckenden Stromausfall vorzubereiten. Das sagt der Dresdner Wissenschaftler Professor Peter Schegner, Inhaber des Lehrstuhls für Elektroenergieerzeugung. Das Transportnetz halte dem Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht stand.

15.08.2017

Erst zu Beginn dieses Jahres wurde der Hermann-Krone-Bau auf dem Campus der Technischen Universität Dresden an der Nöthnitzer Straße eröffnet, nun erhält das Gebäude bereits eine renommierte Auszeichnung.

15.08.2017