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Lokales Zu wenig Weihnachtsmänner für Dresden
Dresden Lokales Zu wenig Weihnachtsmänner für Dresden
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06:10 03.12.2018
Als Weihnachtsmann verkleidete Studenten sitzen anlässlich einer Weihnachtsschulung in einem Hörsaal. Leider reichen die freiwilligen Weihnachtsmänner und -engel in Sachsen nicht aus. Quelle: dpa
Dresden

Lichterglanz, Glockenklang und Weihnachtslieder: Weihnachtsmänner für die Bescherung Heiligabend sind gefragt. Aber nicht in jeder Familie wird wohl der Mann im roten Mantel mit dem Geschenkesack erscheinen, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. So sucht die Weihnachtsmannvermittlung in Dresden händeringend Rauschebärte. „Seit einigen Jahren haben wir mehr Anfragen von Familien, als wir verkraften können“, sagt die Vorstandsvorsitzende der Studentischen Arbeitsvermittlung, Carolin Kowalschek, die auch die Weihnachtsmänner managt.

Ihren Angaben zufolge klingelt alljährlich bei rund 600 Dresdner Familien Heiligabend einer ihrer Weihnachtsmänner oder Engel an der Wohnungstür. Es gibt Wartelisten - und manche warten vergebens. „Es gibt einfach nicht genug Weihnachtsmänner und Engel, die am 24. Dezember eine 20-minütige Bescherung machen wollen“, sagt Kowalschek.

Im vergangenen Jahr hatten rund 80 Weihnachtsmänner und 10 Engel die Aufgabe übernommen. „Wir werden diese Zahlen vermutlich wieder erreichen.“ Es gebe Weihnachtsmänner, die seit Jahren treu immer wiederkämen, erzählt sie. Ein oder zwei reisten sogar von weit her an. „Einer kommt jedes Jahr aus Köln.“ Aber es gebe auch in jedem Jahr Neulinge.

Die Bewerber bekämen gegen Kaution ein Kostüm gestellt und erhielten eine Weihnachtsmannschulung, machten Rollenspiele und erhielten ein Heft mit Weihnachtsliedern und -geschichten. Doch in 20 Minuten sei dafür oft gar nicht viel Zeit.

„Sie sollten kinderlieb sein und natürlich das ein oder andere Weihnachtslied kennen“, nennt Kowalschek Anforderungen. Jeder bekomme das gleiche Kostüm. „So können wir die Optik des Weihnachtsmannes garantieren.“ Neben Lob gebe es aber hin und wieder auch Beschwerden, etwa wenn Kostüm oder der Bart nicht richtig gesessen hätten.

20 Männer und 2 Frauen streifen sich in dieser Saison in Zwickau und Umgebung die Weihnachtskostüme über. „Viele von ihnen sind schon seit vielen Jahren im Dienst“, sagt Silke Steinkampf von der Arbeitsagentur. Sie seien Weihnachtsmänner und -frauen aus Leidenschaft. In diesem Jahr haben sich 5 neue Weihnachtsmänner gemeldet, die Heiligabend bescheren wollen. „Aktuell liegen uns rund 50 Anfragen für die Vorweihnachtszeit und Heiligabend vor“, sagt Steinkampf. „Mit jedem Tag Richtung Fest werden es mehr. Die Wartelisten regelt der Weihnachtsmann selbst und informiert uns, wenn er ausgebucht ist.“ Den Mantel bekomme er geliehen. Die seien jetzt aber schon fast alle vergeben, sodass sich weitere Weihnachtsmänner selbst einkleiden müssten.

Das Honorar für einen Einsatz bei Weihnachtsfeiern und ähnlichen Auftritten in Firmen oder anderen Auftraggebern ist laut Steinkampf Verhandlungssache. Für den Einsatz am Weihnachtsabend bei Familien erhalte der Weihnachtsmann mindestens 25 Euro. Bei Bescherungen von drei und mehr Kindern steige das Honorar. Die Weihnachtsmänner hätten immer schwerer zu tragen. „Die Geschenke werden immer mehr und größer. Teilweise müssen mehrere Säcke mit Geschenken übergeben werden.“

Bei der Bescherung sollen die Weihnachtsmänner Steinkampf zufolge so geben, wie sich die Menschen das von einem Weihnachtsmann vorstellen: Sympathisch, gemütlich, liebenswert und gepflegt. Und sie oder er sollte in punkto Weihnachtsgedichten, -geschichten und -liedern bewandert sein und gegebenenfalls helfen können, wenn das Kind den Text nicht mehr weiß. Der Weihnachtsmann könne sich auch wünschen, was das Kind im nächsten Jahr besser machen könne - wie den Schnuller auf den Schnuller-Friedhof bringen oder weniger mit Geschwistern streiten. „Die Erfahrung zeigt: Was das Kind dem Rotmantel versprochen hat, geht auch meist in Erfüllung“, sagt Steinkampf.

Viele Kinder in Leipzig werden in diesem Jahr möglicherweise auf den Weihnachtsmann verzichten müssen. In den vergangenen Jahren hatte  die Weihnachtsmann-Zentrale, ein ehrenamtliches Projekt, über eine Internet-Plattform die Vermittlung von Rauschebärten organisiert. „Die neue Internetseite ist nicht fertig geworden“, sagt Steffen Kempt von der Zentrale. „Aber im nächsten Jahr sind wir wieder mit dabei.“

dpa

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