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Zu wenig Patienten – Städtisches Klinikum schreibt Verluste

2,7 Millionen im Minus Zu wenig Patienten – Städtisches Klinikum schreibt Verluste

Das städtische Klinikum Dresden hat das vergangene Jahr mit 2,7 Millionen Euro Verlust beendet. Grund dafür seien unter anderem höhere Personalkosten, heißt es in einer Erklärung vom Mittwochabend. Zudem hätten die beiden Krankenhäuser weniger Patienten behandelt als geplant.

Das städtische Klinikum Dresden hat das vergangene Jahr mit 2,7 Millionen Euro Verlust beendet.

Quelle: dpa

Dresden. Das städtische Klinikum Dresden hat im abgelaufenen Jahr ein Minus von 2,7 Millionen Euro verbucht. Grund dafür seien zum einen höhere Personalkosten gewesen, so Jürgen Richter, kaufmännischer Vorstand des Klinikums. Von der neuen Entgeltordnung des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst hätten viele Klinikmitarbeiter profitiert, so dass vom Gesamtetat von 289,6 Millionen Euro zwei Drittel nur für das Personal ausgegeben werden mussten.

Zudem hat das Klinikum, bestehend aus den beiden Häusern Neustadt/Trachau und Friedrichstadt, im vergangenen Jahr weniger eingenommen. „Vor allem die Einnahmen aus Leistungen im stationären Bereich blieben hinter den Erwartungen zurück. Es wurden weniger Patienten behandelt als geplant“, erklärt Richter. Zum einen seien die Kapazitäten durch Bauarbeiten eingeschränkt gewesen, zum anderen konnte eine leitende Stelle nicht besetzt werden.

Astrid Ihle, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, äußerte Unverständnis darüber, dass die Auswirkungen des Tarifabschlusses im vergangenen Jahr erst am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Stadtrats kommuniziert worden seien. „Da geht es um zwei Millionen Euro, das ist ein Batzen Geld. Da hätte ich mir eine frühere Information von Seiten der Klinikleitung und der Sozialbürgermeisterin gewünscht.“ Dass das Klinikum weniger Leistungen als geplant erbringen werde, sei bereits im Bericht für das dritte Quartal 2017 ersichtlich gewesen, so die CDU-Gesundheitspolitikerin.

Peter Bartels, für die SPD-Fraktion im Gesundheitsausschuss, sieht das Problem vor allem in der ungleichmäßigen Verteilung von Fördermittlen durch den Freistaat begründet. Hier werde das Uniklinikum im Verhältnis zum städtischen Klinikum bevorteilt. „Das ist Sache des Landes. Es kann nicht sein, dass öffentliche Einrichtungen Fördermitteln hinterherlaufen müssen“, so Bartels. Natürlich gebe es auch interne Dinge, die verbesserungswürdig sind, aber diese habe Richter erkannt und könne daran nun arbeiten.

Eine grundsätzliche Verbesserung der wirtschaftlichen Situation am städtischen Klinikum erwartet Bartels in naher Zukunft nicht. „Die Situation bleibt angespannt.“ Auch deshalb, weil weitere Baumaßnahmen – etwa wegen Brandschutzproblemen am Haus P am Friedrichstädter Standort– dringend erforderlich seien. Die Höhe der Investitionssumme beläuft sich insgesamt auf 93 Millionen Euro. „Es wird nicht drastisch besser werden. Wir erwarten keinen Riesen-Gewinn, sondern sind mit einer schwarzen Null zufrieden.“

Ob die unter dem Geschäftsjahr 2018 stehen wird, bleibt abzuwarten. Zunächst gilt es bei den Verantwortlichen, den Wirtschaftsplan anhand des Ergebnisses aus dem vergangenen Jahr gegebenenfalls nachzujustieren. „Ich habe die Krankenhausleitung aufgefordert, die Auswirkungen auf das laufende Geschäftsjahr genau zu analysieren. Da muss man bei einzelnen Einnahmen und Ausgaben genau hinschauen. Dann wird sich zeigen, wo wir nachbessern müssen. Ich warne aber vor Überreaktionen“, erklärt Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann. Denn: „Gute Pflege hat ihren Preis, ohne wenn und aber.“

Die Fusion der beiden Häuser zu Beginn des Jahres 2017 stehe ob des Ergebnisses aber nicht zur Debatte. Am Beschluss des Stadtrates werde nicht gerüttelt. „Wir müssen jedoch zur Kenntnis nehmen, dass die erhofften Synergieeffekte im Fusionsjahr 2017 noch nicht in dem erwarteten Umfang eingetreten sind. In dieser Hinsicht wurde Mitte 2016 wohl zu optimistisch geplant“, so Kaufmann.

Von Christin Grödel

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