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Lokales Zoff mit Cindy: 26-Jährige wegen Ruhestörung in Dresden vor Gericht
Dresden Lokales Zoff mit Cindy: 26-Jährige wegen Ruhestörung in Dresden vor Gericht
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16:17 12.01.2019
Freispruch für Cindy – in dieser Nacht konnte die Nachbarin nichts hören. Quelle: Volker Hartmann/dpa
Dresden

Ein scheues Reh ist Cindy L. wahrlich nicht. Die 26-Jährige hat nicht nur eine flinke Zunge und beleidigende, ja fast bedrohliche Sprüche auf Lager, sondern auch ein tragendes Organ. Das kommt vor allem nachts zur Geltung, wenn sie mit ihrem Hund Gassi geht und dann mit Freunden vor dem Haus Tanneberger Weg 23 in Gorbitz lärmt – sehr tum Leidwesen anderer Mieter, die nicht schlafen können aber früh auf Arbeit müssen. Das Problem hat Cindy nicht, sie geht nicht arbeiten.

In einer lauen Juninacht 2018 platzte einer Mieterin der Kragen. Die 58-Jährige wohnt genau über Cindys „Lärmplatz“ vor dem Haus, konnte wegen des Radaus mal wieder nicht schlafen, ging mit Kopfhörern ins Bett und am nächsten Tag zur Polizei. Die hatte sie in jener Nacht nicht rufen können, da sie nur einen Festnetzanschluss hat und jemand den Hausstrom abgeschaltet hatte. Sie denkt, das war Cindy L.

Hundekot an der Haustür, Frust im Gericht

Die erhielt einen Bußgeldbescheid wegen Störens der Nachtruhe, legte aber Einspruch ein, und so landete die Sache am Freitag vor dem Amtsrichter. „Da ist nichts passiert, die haben mich nur alle auf dem Kieker“, erklärte Cindy. „Und du brauchst gar nicht so blöde zu grinsen.“ Letzteres galt einem Hausbewohner, der im Saal saß. An Herzdrücken scheint die 26-Jährige schon mal nicht zu sterben. Offenbar brennt öfter die Luft zwischen ihr und den Mitbewohnern. Den Frust brachten alle mit ins Gericht.

„Das geht seit Jahren so. Immer brüllt sie nachts rum und wird noch beleidigend“, erzählte die 58-Jährige. Die Frau ist mit den Nerven fertig, fühlt sich terrorisiert und auch vom Vermieter Vonovia im Stich gelassen. Deshalb hatte sie Anzeige erstattet.

Am Tag darauf war ihre komplette Wohnungstür mit Hundekot beschmiert, der fand sich auch in den Schuhen ihres Mannes. Auch dahinter vermutete sie Cindy L. „Ich weiß, wo ich heute Abend hingehe“, konterte die aggressiv. Vorsicht zumindest scheint angebracht: Eine Zeugin war gar nicht erst erschienen.

Trotzdem musste der Richter das Verfahren einstellen. Da die 58-Jährige Kopfhörer trug, konnte sie in jener Nacht – und nur um die ging es – in dem Bußgeldbescheid, durch Lärm nicht belästigt worden sein. Er riet dazu, wegen der anderen Dinge Anzeige zu erstatten.

Von Monika Löffler

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