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Zirkus Probst kommt nach Dresden

Zirkus Probst kommt nach Dresden

Die Familie Probst ist mittlerweile das letzte ostdeutsche Zirkusunternehmen, das regelmäßig durch Deutschland tourt. Der Begründer des Unternehmens, Rudolf Probst, musste während seiner Karriere als Zirkusdirektor in den vergangenen 68 Jahren aber so einiges hinnehmen: so wurde er 1953 unter dem Vorwand der Steuerhinterziehung eingesperrt, sein Zirkus wurde beschlagnahmt.

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Mercedes und Rüdiger Probst haben seit 2005 die Leitung des Traditionszirkus inne. Die Tierdressur mit den sibirischen Tigern von Rüdiger Probst ist seit Jahren fester Bestandteil des Zirkusprogramms.

Quelle: Andor Schlegel

20 Jahre später kam der nächste Rückschlag: Rudolf Probst wurde zum zweiten Mal verhaftet - er hätte angeblich gegen das Zollgesetz verstoßen. Doch erfolgreiche Tourneen durch Rumänien, Polen und Ungarn ließen das Familienunternehmen an ihren Traum glauben, so dass die Familie 1981 einen dritten Anlauf wagte. Unterstützung erhielt Probst damals von seinen Kindern Mercedes und Rüdiger, die sich im Laufe der Jahre zu guten Tierlehrern entwickelt hatten.

Doch nach der Wende kam die nächste Herausforderung für die ostdeutsche Familie. Zirkusse aus dem Westen strömten in Scharen nach Ostdeutschland, lockten die Bürger mit leuchtenden Plakaten, versprachen eine außergewöhnliche Show, die sie aber am Ende nicht immer präsentieren konnten. Dies schadete dem Ruf der Zirkusbranche enorm, doch die Familie kämpfte weiter um ihr Publikum. Fünf Jahre nach der Wende wurde die harte Arbeit auch endlich honoriert. Bei der Jubiläumstour "50 Jahre Zirkus Probst" kamen immerhin 300000 Gäste in das Zirkuszelt und bescherten der Familie das erfolgreichste Jahr nach der Wende.

In den folgenden Jahren wurden ein neues Stallzelt und eine moderne Tigeranlage gekauft, um den Zirkus besser zu präsentieren. Zusätzlich eröffnete das Unternehmen - als erstes seiner Branche - eine eigene Internetseite. Seinen Zirkus auf einem guten Weg wissend, übergab Rudolph Probst 2005 die Geschicke des Unternehmens schließlich an seine beiden Kinder und setzte sich zur Ruhe. Im Dezember des vergangenen Jahres ist der Begründer von Zirkus Probst stolze 90 Jahre alt geworden. Um dem Vater alle Ehre zu bereiten, haben sich Mercedes und Rüdiger Probst auch für das diesjährige Programm wieder einiges ausgedacht: so ist es den beiden erstmals gelungen, acht kubanische Artisten in ihrer Manege präsentieren zu können.

Die Truppe Raluy aus Havanna begeistert mit unglaublichen Tricks und mittelamerikanischer Lebensfreude in mehreren Auftritten, unter anderem an Bungeeseilen und der spektakulären russischen Schaukel. Insgesamt stehen den Zirkusliebhabern in dem freitragenden Chapiteau 1800 Sitzplätze zur Verfügung. Angereist ist Zirkus Probst mit 70 Zirkuswagen, 20 Zugmaschinen, 80 Mitwirkenden aus acht Nationen und 100 Tieren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.04.2013

Nadine Steinmann

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