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Lokales Zertifizierte Krebszentren sind erfolgreicher
Dresden Lokales Zertifizierte Krebszentren sind erfolgreicher
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08:05 30.08.2018
Schwester Claudia betreut Krebspatient Matthias Lehmann am Universitäts-Krebs-Centrum Quelle: H. Ostermeyer, UKD
Dresden

Zertifizierte Krebszentren zahlen sich für die Patientengesundheit aus. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Dresdner Hochschulmedizin, die Daten von Darmkrebs-Patienten untersucht hat, die in unterschiedlichen Krankenhäusern und Krebszentren behandelt wurden.

Die Dresdner Wissenschaftler um Professor Jochen Schmitt vom Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) haben über 6000 Patienten mit neu aufgetretenem Kolonkarzinom und chirurgischer Behandlung betrachtet. Davon wurden mehr als 2000 an einem zertifizierten Zentrum wie dem Dresdner Standort des „Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen“ (NCT) und der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Dresdner Uniklinikum versorgt.

Dabei zeigt sich, dass die Sterblichkeit von Patienten, deren Darmkrebs in nicht zertifizierten Kliniken operiert wurde – jeweils nach 30 Tagen erfasst – fast doppelt so hoch ausfiel. Auch für die allgemeine Überlebensrate und die notwendige operative Nachbehandlung zeigt die Studie positive Effekte für Patienten in spezialisierten Zentren.

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zertifizierung mit einer höheren Behandlungsqualität und Patientensicherheit in der Versorgung des Kolonkarzinoms sowie einer besseren Prognose einhergeht“, sagt Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Dresdner Uniklinikums. Die Dresdner Studie hat somit erstmals den Nachweis erbracht, dass Darmkrebspatienten in zertifizierten Zentren wirksamer versorgt werden können als in nicht zertifizierten Kliniken.

Ein Kriterium, das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Zentren erfüllen müssen, ist beispielsweise eine bestimmte Häufigkeit an komplexen Eingriffen. Jetzt wollen die Wissenschaftler die Studie auch auf andere Krebsarten übertragen.

Das Projekt „Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren“ (WiZen) wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen-Bundesausschusses (G-BA) mit einer Gesamtsumme von rund 1,6 Millionen Euro gefördert. Davon geht eine Million Euro an die Dresdner Hochschulmedizin.

Von tg

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