Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Google+
Zentrum für Baukultur Sachsen öffnet im Kulturpalast

Moderne Küche, modernes Auto, moderne Gebäude?! Zentrum für Baukultur Sachsen öffnet im Kulturpalast

Am Kulturpalast wurde gestern Abend das Zentrum für Baukultur Sachsen eröffnet. Wer die Räume vor Wochenfrist gesehen hatte, konnte sich nur die Augen reiben: Aus einer Baustelle ist ein vorzeigbares Ausstellungs- und Veranstaltungsraum geworden.

Das Zentrum für Baukultur Sachsen hat in den Räumen des Kulturpalastes an der Galeriestraße seine Pforten geöffnet. Es ist dienstags bis sonnabends von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Im Kulturpalast wurde gestern Abend das Zentrum für Baukultur Sachsen eröffnet. Wer die Räume vor Wochenfrist gesehen hatte, konnte sich nur die Augen reiben: Aus einer Baustelle ist ein vorzeigbares Ausstellungs- und Veranstaltungsraum geworden. Der Fußboden glänzte noch feucht vom Wischen, aber Matthias von Rüdiger, Leiter des Zentrums, war hochzufrieden: „Unser Vermieter hat Wort gehalten und die Räume pünktlich übergeben.“

Unter dem Dach der Stiftung Sächsischer Architekten sind die Architektenkammer Sachsen, der sächsische Landesverband des Bundes Deutscher Architekten, der Deutsche Werkbund Sachsen, das baureferat der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen, das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung, die Fakultät Architektur der Technischen Universität und die Initiative Zeitgenossen an der programmatischen Arbeit des Zentrums beteiligt.

„Der Umgang mit moderner Architektur und mangelnde Akzeptanz sind Klassiker“, erklärte Alf Furkert, Präsident der Architektenkammer Sachsen. Fast jeder Mensch bereite sich sein Essen in einer modernen Küche zu und bewege sich mit einem modernen Auto fort. „Aber bei der Architektur geht es oft um die Retrospektive. Das ist widersprüchlich, hängt aber mit der Unentrinnbarkeit von Architektur zusammen.“

Moderne Architektur werde als „Strichcode“ oder „graue Kiste“ diffamiert, so Furkert, der mit dem Zentrum für Baukultur einen Beitrag für Gesprächskultur leisten will. „Gesprächskultur, Prozesskultur und Baukultur sind untrennbar miteinander verbunden“, findet er. Wer von platten Diskussionen wegkommen wolle, für den sei Bildung der Schlüssel, sagte von Rüdiger. „Wir wollen über die Vermittlung von Wissen die Urteilsfähigkeit schärfen. Es geht uns um Antworten auf die Frage, wie man zu guten, durchdachten, qualitätvollen Gebäuden kommt. Wir brauchen nicht die großen Architektur-Feuerwerke, sondern eine qualifizierte Gebrauchsarchitektur.“

Die Beteiligungsprozesse von Bürgern an Stadtentwicklung und Architektur seien in Sachsen ausbaufähig, meint Furkert. „Das ist in der Vergangenheit etwas versäumt worden. Wir wollen die Bürgerbeteiligung mit dem Zentrum stärken. Schließlich müssen die Bürger mit den Produkten von Stadtentwicklern und Architekten klarkommen.“ Gestaltungsbeiräte seien eine Möglichkeit, diesen Prozess voranzutreiben, so Furkert.

Die erste Ausstellung im Zentrum für Baukultur wird am 15. Juni ihre Pforten öffnen und die Beiträge zum Tag der Architektur am 24. und 25. Juni in Wort und Bild präsentieren. Danach soll eine Ausstellung über den Wohnungsbau in Wien folgen.

Das erste Symposium zur Baukultur findet bereits heute statt, und der Dresdner Architekt Ludger Kilian plant eine ganz besondere Reihe: Er will einmal im Monat einen Film zeigen, in dem Architektur eine zentrale Rolle spielt. Los geht es am 14 Juni um 19 Uhr mit „Aphaville“ von Jean-Luc Godard.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
21.08.2017 - 12:52 Uhr

Der 26-Jährige, der auf den Fußballer schoss und dessen Tante tötete, muss ins Gefängnis.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.