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Zentralbibliothek Dresden bekommt 3D-Navi und Wunsch-Lounge

Mehr Orientierung, mehr Bequemlichkeit, mehr verbaler Zündstoff Zentralbibliothek Dresden bekommt 3D-Navi und Wunsch-Lounge

Die Zentralbibliothek im Kulturpalast Dresden bekommt ein Upgrade: Eine neue Lounge und ein 3D-Navi-System. Die Zentralbibliothek soll sich als Archetyp einer Bibliothek neuen Typs profilieren, die sich an die ganze Stadtgesellschaft richtet.

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am 12.01.18 in Dresden : im Kulti in der Bibo : Dresden-Lounge
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Die im Mai 2017 eröffnete Zentralbibliothek im Kulturpalast wird aufgewertet: Sie bekommt sie ein computergestütztes 3D-Navigationssystem „Mapongo“ und eine sesselbestückte Lounge. Darüber haben Bibliothekendirektor Arend Flemming und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Freitag informiert. Letzterer will sich ab April immer mal in der Lounge sehen lassen: Dieser „offene Ort“ fordere das „offene Gespräch, auch mit Menschen mit ganz anderen Meinungen“, geradezu heraus.

Flemmings erklärtes Ziel ist es, die Zentralbibliothek als Archetyp einer Bibliothek neuen Typs zu profilieren, die sich an die ganze Stadtgesellschaft richtet. Ein Haus, in dem man nicht nur Bücher und CDs ausleiht, sondern sich trifft, diskutiert und miteinander lernt. „Wir wollen hier ein Podium bieten, um sich Auge in Auge auszutauschen, gern kontrovers, aber ohne Brüllerei oder Pfiffe wie draußen auf der Straße.“ Absehbar sei, dass der neue Standort in der Stadtmitte als Treffpunkt funktioniere: Zwar seien die Entleihungen seit dem Umzug vom WTC in den „Kulti“ leicht gesunken, dafür habe die Besucherzahl auf über 2000 Menschen pro Tag zugelegt.

Der Podium-Idee ist auch die neue Lounge im Obergeschoss gewidmet: In dieser Sitz-, Diskussions- und Fläzecke können die Besucher ausspannen, miteinander über Gott und die Welt diskutieren oder ihre Wünsche „an die da oben“, an die Stadt und für sich selbst loswerden. Damit diese Anliegen und Beschwerden nicht ungehört im Raum verhallen, können und sollen die Besucher zwei Lounge-Wände mit gelben Wunsch-Zetteln vollkleben.

Schon am Freitag waren beide Wände übersät mit Dutzenden Klebezetteln: „Mehr WLAN“ oder „mehr Fahrradständer“ fordern die einen, „weniger Zuwanderung“ die anderen. In mühsam wirkenden Buchstaben findet sich der Wunsch, „dass ich eine Freundin bekomme“, wieder ein anderer wünscht ein Ende der Rückenschmerzen. Dem nächsten wäre schon „ein iPad in roter Hülle“ genug... OB Hilbert hat jedenfalls versprochen, sich bei seiner ersten Lounge-Sprechstunde am 13. April diesen gelben Zettelchen zu widmen.

Auseinandergesetzt haben sich aber auch die Bibliothekare mit den Wünschen ihrer Klienten – speziell mit der vielgeäußerten Kritik nach der Eröffnung, die neue Leihbücherei sei zu labyrinthisch. Daher gibt es nun „Mapongo“ – das erste 3D-Navisystem für Bibliotheken in Deutschland, sagt Flemming.

Dafür haben die Dresdner mit einer Cottbuser Firma ein Computer-Modell aller Bibliotheksräume samt Regalen und Möbeln erstellt. Die Besucher können dieses Modell am Tabletrechner, Smartphone oder an einem der Internet-Arbeitsplätze aufrufen. Dann suchen sie sich über den Online-Katalog das gesuchte Buch, die CD, das Video oder ein anderes Medium heraus. Und wenn das in der Zentralbibliothek verfügbar ist, zeigt „Mapongo“ den Weg zum richtigen Regal an – wahlweise auf einer 2D-Karte oder in einer dreidimensionalen Übersicht. Auch Wickeltische, Toiletten, Wasserspender und andere wichtige Orte kann der Besucher so finden.

Eine Lokalisierung des Lesers selbst und damit eine Routenführung zum Regal – so wie im Auto-Navi – ist noch nicht möglich. Da GPS-Satelliten (nach allem, was bekannt ist) nicht durch Wände hindurch schauen könnten, müsste die Bibliothek erst mit teuren elektronischen Ortungs-Baken („e-Beacons“) bestückt werden, um solche Navi-Funktionen freizuschalten. Aus Kostengründen hat Flemming dies verschoben. In etwa zwei oder drei Jahren sei eine Nachrüstung aber vorstellbar.

3D-Navi: bibo-dresden.mapongo.de/viewer

Von Heiko Weckbrodt

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