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Lokales Zeit für die Universitätsschule in Dresden wird langsam eng
Dresden Lokales Zeit für die Universitätsschule in Dresden wird langsam eng
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09:26 18.09.2017
Für einen Start der Universitätsschule in Dresden im kommenden Schuljahr wird die Zeit langsam eng. Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

Sie soll ganz neue Wege der Schulbildung ergründen, doch der Forscherdrang steckt noch immer im Genehmigungsprozess fest. Für einen Start der Universitätsschule in Dresden im kommenden Schuljahr wird die Zeit langsam eng.

Bei seiner Sitzung am 7. September sollte der Stadtrat die Gründung eines Gymnasiums Seidnitz beschließen. Die rot-grün-rote Mehrheit vertagte die Entscheidung. Für Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann droht damit gewaltiges Ungemach: „Sie bringen uns in Teufels Küche“, rief der CDU-Politiker in den Saal. Der Beschluss müsste schnellstens her, sonst könne die Bildungsagentur nicht mehr rechtzeitig Schulleiter und Lehrer finden. Ein Start im Herbst 2018 sei damit in Gefahr. Wenn das so ist, dann steht es um die geplante Universitätsschule auch ganz schlecht.

Zwar hat der Stadtrat mit breiter Mehrheit – es gab bei 56 Ja-Stimmen lediglich neun Ablehnungen – für die Gründung der Universitätsschule in kommunaler Trägerschaft zum Schuljahr 2018/19 gestimmt. Aber die Rahmenbedingungen sind ganz andere. Nicht nur, dass das Projekt nicht gerade zu den Präferenzen von Bürgermeister Vorjohann gehört, es soll ganz neue Wege beschreiten. Eine Grundschule und eine Oberschul-Stufe sind geplant, in solchen Kategorien denken die Initiatoren um die Erziehungswissenschafts-Professorin Anke Langner von der TU Dresden praktisch gar nicht. Sie will mit dem Schulversuch gegenwärtige Bildungskonzepte in Frage stellen. Die Schule von der 1. bis zur 10. Klasse soll Kindern aus der ganzen Stadt offenstehen. Bislang sei Schule auf eine homogene Schülerstruktur mit relativ gleichmäßigem Lerntempo ausgerichtet. Sie strebt aber eine viele stärkere Individualisierung an, auch im Interesse der Inklusion. Es gehe darum, für jeden Schüler herauszufinden, auf welchem Stand er sich befindet und mit welchem nächsten Schritt der Lernerfolg bei ihm zu erreichen ist. Die Professorin will aber auch den Schuljahres-Rhythmus aufbrechen. Die Schüler haben – von einer Kernzeit vielleicht abgesehen – keine festen Ferien, sollen ihre freien Tage wie Urlaub übers Jahr verteilen können. Für die Schüler soll die Entscheidung für diese spezielle Schule natürlich freiwillig sein, für die Lehrer auch. Zu so vielen Brüchen mit bekannten Strukturen kommt eine ganze Kaskade von nötigen Genehmigungen noch hinzu.

Das Konzept muss vom Kultusministerium genehmigt werden, bislang war im Haus von Ministerin Brunhild Kurth (CDU) nur ein Entwurf angekommen. Überarbeitungen laufen, auch für das Datenschutzkonzept. Das Kultusministerium, dass in dem Projekt „generell interessante Ansätze“ sieht, wie es auf DNN-Anfrage heißt, will die Abstimmungen zwischen allen Beteiligten befördern. Vertreter von Stadt, TU Dresden, Bildungsagentur und Ministerium sollen sich „möglichst noch Ende September 2017“ treffen.

Genehmigt werden muss nicht nur das Konzept. Die Schule muss in den Schulnetzplan der Stadt aufgenommen werden. Dieser befindet sich aber noch in Arbeit, frühestens im November dürfte er vom Stadtrat beschlossen werden. Auch der muss vom Ministerium genehmigt werden. Schließlich muss das Ministerium auch den Beschluss des Stadtrats zur Einrichtung der Schule genehmigen. Immerhin gibt es den schon. Aber: „Der Stadtratsbeschluss vom 17. August in Verbindung mit einem förmlichen Antrag auf Genehmigung der Einrichtung der Universitätsschule gemäß Schulgesetz liegt dem Kultusministerium bisher noch nicht vor“, heißt es im Kurth-Ressort. Im Ergebnis führt dies zu einer sehr zurückhaltenden Prognose im Ministerium: „Erst wenn alle drei Genehmigungen vorliegen, kann der Schulbetrieb an der ,Universitätsschule Dresden’ starten. Ob die Schule zum Schuljahr 2018/19 starten kann, ist derzeit nicht absehbar.“

Von Ingolf Pleil

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