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Dresden Lokales Zehn Freiwillige arbeiten an Dresdens Schulen
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19:00 30.01.2017
Sophy Güth. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die 43. Grundschule kennt Sophy Güth in- und auswendig. Ein Wunder ist das nicht: Die ersten vier Jahre ihrer Schulzeit hat die heute 18-Jährige in der Schule am Riegelplatz in Kaditz verbracht. Seit September nun absolviert Sophy ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an ihrer alten Schule. Sie ist eine von zehn Freiwilligen, die ein Schuljahr lang an Dresdens Schulen helfen – fünf sind es an der Grund-, vier an der Förder- und einer an der Oberschule. Mit Blick auf den Lehrermangel hat der Freistaat die Zahl der Plätze jetzt auf das Doppelte aufgestockt, so dass die Bildungsagentur im kommenden Schuljahr von 20 Stellen an Dresdens Schulen ausgeht. Sachsenweit stehen 160 Stellen an öffentlichen Schulen zur Verfügung. Die Zahl der Bewerber ist dennoch weitaus höher.

Sophy hat im vergangenen Jahr ihr Abi am Radebeuler Lößnitzgymnasium gemacht und testet nun an der „43.“, ob der Lehrerberuf etwas für sie ist. „Ich hätte keine bessere Schule finden können“, schwärmt die 18-Jährige. Sie dürfe fast alles machen, helfe nicht nur im Unterricht, sondern habe auch die Bibliothek mit den gut 800 Büchern unter ihren Fittichen und leite zusammen mit je einem Lehrer Arbeitsgemeinschaften – montags die Tanz-, dienstags die Computer- und mittwochs die Englisch-AG. „Ich habe in der 4. Klasse sogar schon Politik-Stunden gehalten, den Kindern etwas über den Bundestag erzählt und kleine Parteien mit ihnen gegründet“, berichtet sie. Langweilig werde es ihr nicht, zumal sie in der Radebeuler Schwimmhalle auch noch drei Kindergruppen trainiert.

Dass Sophy Talent hat, bescheinigt Schulleiter Michael Preußker, der die 43. Grundschule seit 1992 leitet und bei dem die junge Frau schon als Kind Mathe hatte. „Sophy hat dieses Feeling für Kinder, das man nicht lernen kann“, sagt er. Sie bringe frischen Wind ins Klassenzimmer, sei selbstbewusst und eine wertvolle Unterstützung für die Pädagogen. Unterstützung und Feedback bekommt sie von Lehrerin Karin Zanger, ihrer Betreuerin.

Überhaupt hält der Schulleiter viel vom Freiwilligendienst an Schulen. „Die FSJler bekommen die Möglichkeit, unverkrampft und ohne Verpflichtung auszuprobieren, ob der Lehrerberuf für sie infrage kommt“, sagt der 52-Jährige. Sophy jedenfalls weiß schon jetzt, dass sie sich um ein Lehramtsstudium bewerben wird. Damit gehört sie zu den sachsenweit 70 Prozent der FSJler, die sich anschließend fürs Lehrerdasein entscheiden.

Das Freiwillige Soziale Jahr an Schulen wird nach Informationen von Petra Nikolov, Sprecherin der Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, seit 2013 angeboten. Seither haben 34 junge Leute auf diese Weise in Dresdner Schulen hineingeschnuppert. Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung koordiniert den Freiwilligendienst, der Freistaat und das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend fördert ihn. Die FSJler bekommen in dieser Zeit 150 Euro monatlich und noch einmal 150 Euro Zuschuss für Kost und Logis. Bewerben können sich Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren. Sie müssen mindestens einen Realschulabschluss vorweisen können.

„Wir haben uns schon um einen neuen Freiwilligen fürs nächste Schuljahr beworben“, verrät Schulleiter Preußker. Aber die Messlatte hänge jetzt hoch. „Unser nächster FSJler muss auf jeden Fall die Schulbibliothek so gut weiterführen wie Sophy“, meint er schmunzelnd.

Informationen zum Freiwilligendienst an Schulen und das Online-Bewerbungsformular finden sich auf www.fsjpaedagogik.de; Bewerbungsschluss für das Schuljahr 2016/17 ist am 30. April.

Von Katrin Richter

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