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Lokales Zänkisches Talvolk
Dresden Lokales Zänkisches Talvolk
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07:31 02.05.2018
Symbolbild Quelle: dpa
Dresden

Gemeinhin gelten die Dresdner als streitbares Völkchen – streitlustig sind die Menschen im Elbtal in jedem Fall. Das belegt nun eine Studie. Demnach sind die Dresdner deutlich öfter in Rechtsstreitereien verwickelt als im Bundes- oder Landesdurchschnitt. Damit zofft sich rein statistisch mehr als jeder vierte Dresdner. Und die Studie verrät noch viel mehr über die Landeshauptstadt. Die DNN präsentieren acht teils erstaunliche Fakten über die Streitkultur im Elbtal.

Fakt 1: Die Dresdner streiten deutlich mehr als anderswo in Deutschland

Der Rechtsschutzversicherer Advocard hat für die Studie mit dem bezeichnenden Namen „Streitatlas 2017“ 1,7 Millionen Streitfälle der eigenen Kundschaft ausgewertet. Demnach gibt es in Dresden 27,8 Streitfälle je 100 Einwohner. Das ist deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Der liegt bei 25,1 Fällen je 100 Einwohner. Spitzenreiter in Sachsen ist Dresden damit aber noch nicht. Mit deutlichen Abstand und satten 33,2 Streitfällen davor liegt Leipzig. Die Stadt liegt damit auch im bundesweiten Vergleich ganz vorn.

Fakt 2: Die Dresdner sind immer häufiger in Rechtsstreitereien verwickelt

Bereits 2014 hatte der Versicherer den Wust seiner Kundendatenbank durchforstet, kann damit auch einen zeitlichen Vergleich bieten. Und siehe da: Die Quote bei den Streitfällen hat sich erhöht, kletterte seit 2014 in Dresden um 2,5 Fälle. Ein bundesweiter Trend, wie der Versicherer feststellt. „Die Frage, wer Recht hat, wird immer öfter juristisch geklärt“, sagt Advocard-Vorstandssprecher Peter Stahl. „Dies liegt sicherlich auch an der steigenden Anzahl von Gesetzen und der Verrechtlichung der Gesellschaft.“

Fakt 3: Nicht alle Streitigkeiten in Dresden landen zwangsläufig vor Gericht

Tatsächlich gehen jeden Tag allein am Dresdner Amtsgericht zwei bis drei Dutzend Klagen in Zivil- oder Familienangelegenheiten ein. Allein im vergangenen Jahr landeten knapp 6900 Zivilklagen und 4000 Familienangelegenheiten auf den Schreibtischen der Richter. In der Tendenz sind die Zahlen allerdings im vergangenen Jahr zurückgegangen, heißt es aus dem Amtsgericht. Das die Studie dennoch zu einem anderen Ergebnis kommt, lässt sich aus Sicht der Macher leicht erklären: Denn der Versicherer erfasst nicht nur Streitereien, die vor Gericht landen, sondern auch Angelegenheiten, die schon in Rechtsberatungen abgebogen oder in Mediationsverfahren erledigt werden. In der Summe gebe es dann eine Zunahme, heißt es.

Fakt 4: Dresdner Männer streiten öfter als Dresdner Frauen, aber ...

Geschaut haben die Macher der Studie auch nach dem Geschlecht. Was wenig verwundert: Männer stecken klar häufiger in juristischen Hakeleien als Frauen. Der Anteil der Männer liegt in Dresden bei etwas mehr als 60 Prozent. Aber: Im bundesweiten Vergleich erweisen sich die Dresdnerinnen durchaus als streitlustig. Mit ihrem Anteil von fast 40 Prozent liegen sie deutlich über der republikweit bezifferten Frauenquote von 33 Prozent.

Fakt 5: Vor allem die jungen Dresdner sind offenkundig auf Streit aus

Das überrascht durchaus: Entgegen der gern gedroschenen Phrase, je oller, desto doller, ist es vor allem die jüngere Generation in Dresden, die besonders oft streitet. Menschen zwischen 26 und 35 Jahren bilden mit fast 29 Prozent den größten Anteil unter dem Streitvolk. Die Altersklassen 36 bis 45 und 46 bis 55 Jahre gelten mit je etwa 23 Prozent ebenfalls noch als streitlustig. Die Älteren sind deutlich gelassener: Die 56- bis 65-Jährigen bringen es auf einen Anteil von fast 14 Prozent. Menschen über 66 Jahre und die 18- bis 25-Jährigen hebt indes kaum etwas an. Spannend ist der deutschlandweite Vergleich: Da liegt die Altersklasse der 46- bis 55-Jährigen nämlich klar an der Spitze, dafür sind im Gegenzug die 26- bis 35-Jährigen zurückhaltender.

Fakt 6: Den Dresdnern geht es zumeist um Privates – und um ihr Auto

In mehr als einem Drittel der Rechtsstreite in Dresden geht es um private Angelegenheiten. Ganz oben steht dabei die Scheidung – dicht gefolgt von Erbstreitigkeiten sowie mit etwas Abstand Mängeln im Urlaub. Auf Platz zwei bei den Streitursachen liegt der Bereich Verkehr und Mobilität. Darum dreht sich jeder vierte Rechtsstreit in Dresden. In mehr als der Hälfte der Fälle bieten Unfälle und teure Blitzerfotos den Anlass. Einen Anteil von jeweils 14 Prozent bei den Ursachen haben die Bereiche Arbeit sowie Mieten und Wohnen. Der Rest entfällt auf Krach mit den Behörden.

Fakt 7: Gestritten wird in Dresden eher selten um das ganz große Geld

Oft genügen schon vermeintliche Kleinigkeiten, damit der Dresdner aus der Haut fährt: In fast einem Viertel der Fälle liegt der Streitwert unter 2000 Euro. Ums ganz große Geld geht es sehr selten. Um Summen bis 100 000 Euro oder gar darüber wird laut Statistik in nur 13 von 1000 Fällen gestritten. Anderswo in Deutschland wird sich indes oft wegen mehr Geld gefetzt: Da liegt der Streitwert im Schnitt in einem Drittel der Fälle über 2000 Euro.

Fakt 8: Fast jeder zweite Streit zieht sich länger als ein Jahr hin

Die Dresdner streiten nicht nur häufig, sondern bringen dazu auch reichlich Ausdauer mit: 35 Prozent der Streitfälle ziehen sich länger als ein Jahr hin, knapp zehn Prozent gar über zwei Jahre. Bundesweit gibt es eine steigende Tendenz. „Bis ein Streit endlich beigelegt werden kann, dauert es immer länger“, sagt Vorstandssprecher Peter Stahl. Immerhin: Jeder fünfte Rechtsstreit ist in Dresden binnen von drei Monaten abgehandelt.

Von Sebastian Kositz

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