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Lokales Yoga für Männer boomt auch in Dresden
Dresden Lokales Yoga für Männer boomt auch in Dresden
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13:13 20.02.2017
Sascha Aaron Hermeth zeigt den “Gedrehten Ausfallschritt“. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Yoga boomt. Mehr als fünf Millionen Deutsche sollen täglich auf die Matte gehen – Tendenz steigend. Auch in Dresden wachsen die Angebote mit der Nachfrage, inzwischen gibt es in der Landeshauptstadt rund 20 Studios. Wir haben zwei Yogalehrer besucht.

„Yoga ist eine Erfahrung, die kann man nicht erdenken und erfühlen“, sagt der Hamburger Sascha Aaron Hermeth. Er ist ein vielbeschäftigter Mann, schauspielert als freischaffender Künstler in etlichen freien Theatergruppen, unterrichtet an der Universität das Fach Schauspiel und beschäftigt sich als Theaterpädagoge in Frankfurt am Main mit Kindern. Als wäre das nicht schon genug, ist er auch noch Yogalehrer im „Yogawaves“ auf der Dresdner Förstereistraße 25. Dort leitet der 41-Jährige fast jeden Abend Yoga-Kurse für Männer und Frauen. Von den vielen verschiedenen Arten des Yoga hat er sich für Vinyasa entschieden – bei dem es um den fließenden Übergang von verschiedenen Figuren geht, auch Flow genannt.

Sein Interesse an Meditation und heiligen Schriften habe ihn zum Yoga geführt, erzählt er. „Ich habe mir ein Buch aus der Bibliothek ausgeliehen und zu Hause angefangen, alleine zu üben. Später habe ich dann aber auch Kurse besucht“, erzählt er. Männer sind seiner Erfahrung nach deutlich seltener beim Yoga anzutreffen als Frauen. Das ist kurios, denn ursprünglich, als Yoga in Indien noch zur Religion gehörte, war es Frauen verboten, daran teilzunehmen. In der westlichen Welt dagegen hat sich Yoga zu absoluten Frauendomäne entwickelt. Kein Grund, findet Hermeth, dass Männer sich – Motto: echte Kerle brauchen sowas nicht – zurückhalten. Am kommenden Sonntag, 26. Februar, bietet er von 15 bis 18 Uhr einen Beginner-Workshop für Männer an.

Wer sich für Yoga interessiert, meint Hermeth, der soll die meistens kostenlosen Probestunden in unterschiedlichen Yogaschulen nutzen, um herauszufinden, was am besten zu einem passt. Viele Yogaschulen in Dresden bieten feste Kurse und Einzelstunden an.

Über den Bundesverband der deutschen Yogalehrer, kurz BDY, findet man heraus, ob der Lehrer zertifiziert ist, und ob man eine Chance hat, sich den Kurs von der Krankenkasse erstatten zu lassen. Die erstatten über 80 Prozent der Kosten, wenn sich ihrer Ansicht nach damit Krankheiten vermeiden lassen.

Rainer Polle leitet das Yogahaus Dresden auf der Loschwitzer Straße 7. „Ich bin sehr zufrieden damit, wie es im Augenblick läuft“, sagt er, die Räume seien immer öfter bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet. Ein einschneidendes Erlebnis und „glückliche Umstände“ hätten ihn dazu gebracht, mit dem Yoga anzufangen: „Ich habe mal Maschinenbau studiert, war sehr erfolgreich in Wirtschaft und Politik. Dann kam so eine Art Lebenskrise“, berichtet er. „Ich habe dann erkannt, dass das meins ist. So gut, wie ich mich jetzt im Yoga fühle, habe ich mich vorher noch nie gefühlt, bei allem, was ich bisher gemacht habe“. Yoga ist das per Definition Zur-Ruhe-Kommen aller Aktivitäten des Geistes, viele Argumente für das Training klingen wie aus den 1000 einschlägigen Ratgebern, doch Polle erfährt von Kurs-Teilnehmern immer wieder, dass sie stimmen. „Yoga wirkt subtil. Die Veränderungen sind für einen selbst kaum spürbar, aber man wirkt nach außen ganz anders“, erklärt er.

Was treibt einen Yogi an, immer weiterzumachen? „Yoga macht süchtig. Es ist ein Lebensweg, eine Philosophie, man wird damit einfach nicht fertig“, sagt Polle. Das Yoga, so, wie er es lehrt, beruht auf fünf Säulen: den Körper- und Atemübungen, der Entspannung, Meditation und der yogischen Ernährung. Das umfasst eine vegetarische Lebensweise und den Verzicht auf alles, was den Geist beeinflusst oder den Körper verunreinigt, Stichwort Alkohol, Zigaretten und Drogen. Speziell unterrichtet er Hatha-Yoga, also das körperbezogene Yoga: „Beim Hatha-Yoga mache ich etwas mit meinem Körper, um an den Geist heranzukommen, ich nehme mich also über den Körper selbst wahr. Indem ich meine körperlichen Grenzen nach außen verschiebe, erweitere ich auch die geistigen Möglichkeiten. Schließlich wohnt in einem gesunden Körper ein gesunder Geist“, erklärt er.

Von Eric Jahnke

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