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Xenon Dresden baut weitere Fabrik an

Industrie 4.0 lässt Automatisierer wachsen Xenon Dresden baut weitere Fabrik an

Der Sondermaschinen-Hersteller Xenon Dresden wächst – und baut seine Fabriken aus. Ein Wachstumstreiber ist vor allem der „Industrie 4.0“- und Roboterhunger der Kunden weltweit.

Der nächste Fabrikausbau von Xenon (hier im Bild rechts) im Dresdner Gewerbegebiet Coschütz-Gittersee ist bereits weit fortgeschritten. Foto: Heiko Weckbrodt

Quelle: Heiko Weckbrodt

Dresden. Xenon Dresden baut derzeit für elf Millionen Euro einen weiteren Fabrik- und Bürokomplex im Gewerbegebiet Coschütz-Gittersee. Das Automatisierungs-Unternehmen reagiert damit auf wachsende Auftragseingänge vor allem aus der Automobil- und Halbleiter-Industrie. Die Endabrechnung für 2017 werde voraussichtlich 55 Millionen Euro Umsatz ausweisen – etwa 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Das hat Geschäftsführer Hartmut Freitag eingeschätzt, der Xenon gemeinsam mit Tobias Reißmann leitet. „Und wir wachsen weiter – wenn auch nicht mehr ganz so schnell.“ Treiber seien vor allem der „Industrie 4.0“-Hunger vieler Kunden, die Xenon-Aktivitäten auf internationalem Parkett und wachsende Projekt-Volumina.

Die ehemaligen Robotron-Ingenieure Eberhard Reißmann – der Vater des heutigen Geschäftsführers – und Hartmut Freitag hatten Xenon Dresden 1990 gegründet. Sie richteten das Unternehmen auf Sondermaschinen, Montageanlagen und Automatisierungslösungen aus. Kunden sind vor allem die Automobilindustrie, die Chipbranche, aber auch Photovoltaik- und Medizintechnik-Unternehmen.

Über 90 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet der Hauptsitz in Dresden. Weitere fünf Millionen Euro steuerte die noch junge Xenon-Niederlassung in China bei, die den asiatischen Markt beackert. Angesichts der starken Nachfrage im Reich der Mitte nach Xenon-Maschinen erwägen die Sachsen, demnächst eine weitere Dependance im Westen des Landes zu eröffnen. Xenon China beschäftigt inzwischen 50 Mitarbeiter. In Dresden hat das Unternehmen seine Belegschaft in den vergangenen Monaten um 41 auf nun 250 Mitarbeiter aufgestockt. „Anfangs haben wir reine Einzelanfertigungen gemacht“, nennt Freitag einen Grund dafür. „Dann wurden Teile von Taktstraßen daraus.“ Aber mittlerweile haben namhafte Konzerne wie Bosch oder Continental so viel Vertrauen in die Dresdner gewonnen, dass sie bei ihnen auch ganze Anlagenkomplexe bestellen. „Da kaufen wir auch Anlagen zu, teilweise hier aus der Region, und liefern dann den ganzen Komplex“, erklärt Freitag. Damit verbunden ist ebenso: Wenn zum Beispiel Bosch in einer deutschen Fabrik eine Auto-Elektronikgruppe in einem Xenon-Komplex herstellt, klont der Konzern diesen Maschinenpark, wenn er das gleiche Bauteil auch in einem anderen Land herstellen will. Dies bringt dann neue Aufträge für Xenon – und dadurch stellt der einstige Unikat-Spezialist nun auch Anlagen in Serie her. Immer wichtiger werden aber Digitalisierung und der „Industrie 4.0“-Trend. „Die Automatisierung ganzer Fabriken durch Roboter nimmt rasant zu“, berichtet Freitag. Ein Grund dafür: Die deutsche „Industrie 4.0“-Strategie hat sich selbst in China, Vietnam und anderen asiatischen Ländern herumgesprochen. Immer mehr Länder und immer mehr Branchen springen auf den Zug auf, wollen hoch automatisierte, vernetzte Fabriken, um konkurrenzfähig zu bleiben. Und dabei spielen nicht nur Greifer und Transporter, Software und dezentrale Rechentechnik, sondern eben auch Roboter eine Schlüsselrolle. „Roboter sind preiswerter geworden, können dank Bildverarbeitung nun auch in einem gewissen Sinne ,sehen’ und sind flexibler einsetzbar“, zählt Freitag einige der Gründe für den Boom auf.

Entsprechend integriere Xenon in seine Taktstraßen immer mehr Roboter, dazu dezentrale Intelligenz, die bei den Dresdnern „Leitrechner-Funktionalität“ heißt. Dadurch wird es für Hersteller wie Nutzer solcher Taktstraßen möglich, Probleme in der Produktion schnell zu erkennen, Taktzeiten zu analysieren und die Fertigung letztlich produktiver zu machen.

Auch habe die Entwicklungsabteilung viel Zeit in „Augmented Reality“-Lösungen investiert, erzählt der Geschäftsführer. In dieser „erweiterten Realität“ tragen Monteure Computerbrillen, mit denen sie gleichzeitig ihre reale Umgebung und eingespiegelte Handbücher, Computergrafiken oder Videos sehen können. Damit wollen die Dresdner den Leuten vor Ort aus großen Distanzen helfen, Xenon-Anlagen aufzubauen, zu warten oder zu reparieren. „Ab 2018 setzen wir das in der Praxis ein“, kündigte Freitag an. Auch neue Laseranlagen und Industrie-3D-Drucker („additiv-generative Anlagen“) werde der Betrieb demnächst in der Fertigung erproben.

All dies aber braucht Raum – und den schafft Xenon derzeit an der Stuttgarter Straße. Erst kürzlich hatte das Unternehmen dort schon eine neue Fabrikhalle eingeweiht (DNN berichteten) – und nun kommt schon die nächste Erweiterung dazu: 5000 Quadratmeter umfasst der neue Komplex, darunter drei Bürotrakte und eine Montagehalle mit 1300 Quadratmetern. „Zwei Drittel sind bereits fertig“, sagt Freitag. Und für den Fall, dass auch der neue Komplex nicht reichen sollte, hat die Geschäftsführung bereits vorgesorgt. „Wir haben uns gleich nebenan eine Baureserve von 9000 Quadratmetern gesichert.“

xenon-automation.com

Von Heiko Weckbrodt

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